Diplomarbeit, 2005
160 Seiten, Note: 2.0
1. Einleitung
2. Basisfaktoren der Sprache
3. Sprachentwicklung: Ein Überblick
3.1. Sprachentwicklung: Die einzelnen Schritte
3.1.1. Entwicklung des Wortschatzes
3.1.2. Entwicklung der Grammatik
3.1.3. Sprachfähigkeit mit 4 ½ Jahren
4. Sprachstörungen
4.1. Umschriebene Sprachentwicklungsstörungen
4.1.1. Welche Sprachentwicklungsstörung ist in den einzelnen Altersstufen typisch?
4.1.2. Sprachentwicklungsstörung mit 4 ½ Jahren
4.2. Sonstige Sprachstörungen
5. Sprachentwicklungsverzögerung (Late Talker)
5.1. Definition: Ein Überblick
5.2. Typischer Entwicklungsverlauf „Später Wortstarter“
6. Messung der Sprachkompetenz
6.1. Sprachkompetenz: Eine Definition
6.1.1. Sprachkompetenz mit 4 ½ Jahren
6.1.2. Methoden zur Messung der Sprachkompetenz
6.2. Was versteht man unter Geschichten?
6.3. Kindliche Entwicklung beim Erzählen von Geschichten
6.4. Geschichten-Erzählen als Untersuchungsinstrument zur Messung der Sprachfähigkeit
7. Testgütekriterien
7.1. Objektivität
7.2. Reliabilität
7.3. Validität
7.4. Sonstige
8. Fazit
9. Fragestellung und Hypothesen
9.1. Überprüfung der Methodik
9.2. Sprachkompetenz von ehemaligen Late Talkers mit 4 ½ Jahren
10. Methodik
10.1. Stichprobe
10.2. Untersuchungsdesign
10.2.1. Überprüfung der Gütekriterien
10.2.1.1. Objektiviät
10.2.1.2. Validität
10.2.1.3. Reliabilität
10.3. Untersuchungsinstrument
10.3.1. Sprachkompetenz
10.3.1.1. Analyseschritte der Auswertungsmethode
10.3.1.2. Transkription
10.3.1.3. Textreinigung
10.3.1.4. Gesamtwert/Semantik
10.3.1.5. Typen-Token Auszählung
10.3.1.6. Auszählung einzelner Wortarten
10.3.1.7. Morphosyntaktische Fehler
10.3.1.8. Ermittlung der mittleren Äußerungslänge
10.3.1.9. Auszählung von Äußerungen
10.3.1.10. Auszählung von Sätzen und Nebensätzen
10.3.1.11. Auszählung von Ein-, Zwei- und Ungeformten Mehrwortäußerungen
10.3.1.12. Auszählung der Wiederholungen
10.3.1.13. Auszählung von Und-Sätzen
10.3.2. Sonstige Sprachtests
10.4. Statistische Auswertung
11. Ergebnisse
11.1. Überprüfung der Methodik
11.1.1. Objektivität
11.1.2. Reliabilität
11.1.3. Validität
11.2. Sprachkompetenz von ehemaligen Late Talkers mit 4 ½ Jahren
11.2.1. Interkorrelationen der Kategorien der Sprachkompetenz
11.2.2. Cut-Off Wert beim Erzählen von Geschichten
12. Diskussion und Interpretation
12.1. Überprüfung der Methodik
12.1.1. Objektivität
12.1.2. Reliabilität
12.1.3. Validität
12.2. Sprachkompetenz von ehemaligen Late Talkers mit 4 ½ Jahren
12.2.1. Interkorrelationen der Kategorien der Sprachkompetenz
12.2.2. Cut-Off Wert beim Erzählen von Geschichten
13. Zusammenfassung
Die Diplomarbeit hat zum Ziel, eine geeignete Auswertungsmethode zur Erhebung der Sprachkompetenz von ehemaligen „Late Talkern“ im Alter von viereinhalb Jahren zu entwickeln und zu validieren, da für diese Altersgruppe bisher kein standardisiertes Verfahren existiert. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob das Erzählen von Geschichten als Instrument zur Sprachdiagnostik bei dieser Risikogruppe geeignet ist, um bestehende Defizite sensitiv zu erfassen, die in herkömmlichen Sprachtests oft unentdeckt bleiben.
6.2. Was versteht man unter Geschichten?
Geschichten werden in verschiedenen Kulturen, Zeiten und Kontexten gefunden. Sie zählen zu den ältesten literarischen Formen der Menschheit. Aufgrund von Geschichten kann kulturelles und historisches Erbe über Jahrhunderte verfolgt werden. Die mündliche Erzählung über Generationen war häufig die einzige Erinnerungsquelle. Erzählungen wurden auch eingesetzt, um Naturphänomene zu erklären. Auch heute noch werden Geschichten erzählt, um Kinder und Erwachsene in die herrschende Welt der Werte einzuführen. Diese benutzen die Gattung der Erzählung wiederum, um Erfahrungen ihres Lebens zu vermitteln. Die Variation an der Funktion der Erzählung spiegelt sich auch in der Definition wider. Viele Definitionen überschneiden sich dabei. (Stein, 1982)
Die Erzählung als Form der Kommunikation ist bereits den Jüngsten unserer Gesellschaft zugänglich: „Children have some notion ,What a story is’ by age 3.“ „Given their frequency and ,everyday’ nature, narratives provide an excellent quasi-naturalistic measure of children´s spontaneous language, and reflect distinctive structural and linguistic changes through childhood and adolescence.” (Reilly et al., 2004, S. 230)
Im Folgenden wird kurz beschrieben, was eine Geschichte ausmacht. Erzählungen stellen in der Psycholinguistik einen Schwerpunkt dar. Es wird aufgezeigt, dass die Fähigkeit zum Erzählen von Geschichten sprachliche und kognitive Fähigkeiten auf höherem Niveau voraussetzt. Das Erzählen von Geschichten erfordert die Fähigkeit, Ereignisse in eine Reihenfolge zu bringen, eine kohesive Geschichte zu erzeugen und einen präzisen Wortschatz zu verwenden. (Paul & Smith, 1993)
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung zur Sprachkompetenz bei ehemaligen "Late Talkern" ein und begründet die Notwendigkeit einer neuen Auswertungsmethode im Vorschulalter.
2. Basisfaktoren der Sprache: Es wird die grundlegende Entwicklung kindlicher Sprache anhand eines symbolischen Modells veranschaulicht und die Bedeutung umweltbedingter Einflussfaktoren betont.
3. Sprachentwicklung: Ein Überblick: Dieses Kapitel fasst die zentralen Phasen des Spracherwerbs von den ersten Lauten bis zur fortgeschrittenen Sprachfähigkeit im Alter von viereinhalb Jahren zusammen.
4. Sprachstörungen: Hier erfolgt eine Differenzierung zwischen umschriebenen Sprachentwicklungsstörungen und sekundären Sprachstörungen sowie eine Charakterisierung typischer Auffälligkeiten in verschiedenen Altersstufen.
5. Sprachentwicklungsverzögerung (Late Talker): Die Definition des Begriffs "Late Talker" wird erläutert und der typische Entwicklungsverlauf dieser Risikokinder sowie die Bedeutung von Wortschatzgröße als Prädiktor behandelt.
6. Messung der Sprachkompetenz: Dieses zentrale Kapitel diskutiert Definitionen und bestehende Methoden zur Messung der Sprachkompetenz und begründet die Relevanz des Geschichten-Erzählens als Untersuchungsinstrument.
7. Testgütekriterien: Die wissenschaftlichen Anforderungen an eine diagnostische Methode, insbesondere Objektivität, Reliabilität und Validität, werden definiert und auf die Arbeit bezogen.
8. Fazit: Das Kapitel bündelt die Erkenntnisse der Literaturrecherche und unterstreicht die Notwendigkeit einer altersadäquaten Untersuchungsmethode.
9. Fragestellung und Hypothesen: Die zentralen Fragen zur Überprüfung der Methodik sowie zum Vergleich der Sprachkompetenz ehemaliger "Late Talker" mit Kontrollkindern werden formuliert.
10. Methodik: Es wird das methodische Vorgehen der Stichprobenauswahl, das Untersuchungsdesign sowie die detaillierten Analyseschritte und die statistische Auswertung der Daten beschrieben.
11. Ergebnisse: Die statistischen Befunde zur Objektivität, Reliabilität und Validität sowie die Vergleichsergebnisse der verschiedenen Kindergruppen werden präsentiert.
12. Diskussion und Interpretation: Die Ergebnisse werden im Kontext der Fragestellungen interpretiert und die klinische Bedeutung sowie die Grenzen der entwickelten Methode kritisch reflektiert.
13. Zusammenfassung: Dieses Kapitel resümiert die gesamte Arbeit, von den theoretischen Grundlagen bis hin zu den praktischen Schlussfolgerungen bezüglich der Sprachkompetenz diagnostizierter "Late Talker".
Sprachkompetenz, Late Talker, Späte Wortstarter, Sprachentwicklungsstörung, Geschichten-Erzählen, Längsschnittuntersuchung, Testgütekriterien, Syntax, Morphologie, Wortschatz, Sprachdiagnostik, Prognose, Sprachförderung, Psycholinguistik, Kindesalter.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Entwicklung und Überprüfung einer Auswertungsmethode zur Erfassung der Sprachkompetenz bei Kindern im Alter von viereinhalb Jahren, die im Kleinkindalter als "Late Talker" identifiziert wurden.
Die zentralen Themen umfassen die Sprachentwicklung, die Differenzierung von Sprachstörungen, die diagnostische Bedeutung des Erzählens von Geschichten und die Anwendung wissenschaftlicher Gütekriterien in der Sprachdiagnostik.
Das Hauptziel ist es, eine Lücke in der klinischen Praxis zu schließen, indem ein sensitives, altersentsprechendes Testverfahren etabliert wird, das Sprachdefizite bei ehemaligen "Late Talkern" identifizieren kann, welche in standardisierten Tests oft nicht auffallen.
Es werden eine Literaturanalyse zum Spracherwerb und zur Störungsdiagnostik durchgeführt, gefolgt von einer empirischen Längsschnittuntersuchung, in der die Sprachkompetenz mittels Geschichten-Erzählen erhoben und statistisch (u.a. Korrelationsanalysen, T-Tests) auf ihre Objektivität, Reliabilität und Validität geprüft wird.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der Methodik, der Durchführung der Sprachkompetenzmessung, der statistischen Überprüfung der Testgütekriterien und der Diskussion der Ergebnisse in Bezug auf die Sprachfähigkeit ehemaliger "Late Talker".
Wesentliche Begriffe sind Sprachkompetenz, "Late Talker", Sprachentwicklungsstörung, Geschichten-Erzählen, Testgütekriterien und die morphosyntaktische sowie semantische Analyse kindlicher Äußerungen.
Das Erzählen von Geschichten gilt als einer der aussagekräftigsten Prädiktoren für die Sprachentwicklung, da es hohe Anforderungen an kognitive und sprachliche Fähigkeiten stellt und so Defizite sichtbar macht, die im freien Gespräch oder bei einfachen Bildbenennungstests verborgen bleiben.
Die Arbeit liefert einen evidenzbasierten Protokollbogen, der Therapeuten und Klinikern ermöglicht, sprachauffällige Kinder im Vorschulalter sensitiver zu identifizieren, um frühzeitig logopädische Interventionen einleiten und damit langfristige schulische sowie kognitive Beeinträchtigungen verhindern zu können.
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