Magisterarbeit, 2006
118 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Verhaltensstörungen: Begrifflichkeit – Definitionen – Abgrenzungen
2.1 Verhaltensstörung als Abweichung von pädagogisch definierten Regeln
2.2 Verhaltensstörung als „relativ überdauernde Disposition“
2.3 „Besondere erzieherische Hilfe“ als pädagogisch konstruktives Kriterium
3. Die Rolle der Heil- und Sonderpädagogik in der pädagogischen Förderung von Kindern mit Verhaltensstörungen
3.1 Der ökosystemische Ansatz in der Heil- und Sonderpädagogik
3.1.1 Paradigmenwechsel
3.1.2 Theoretische Grundlagen – ein Überblick
3.1.2.1 Ökologisch und systemisch – Anmerkungen zur Begrifflichkeit
3.1.2.2 Ökologische und systemische Theorieansätze in der Heil- und Sonderpädagogik – ausgewählte Aspekte
3.1.2.2.1 Der Mensch als autonomes System
3.1.2.2.2 Der Lebenswelt – Aspekt
3.1.3 Chancen und Grenzen des Ansatzes
3.2 Die Einflussnahme ökosystemischer Theorieansätze auf die Entwicklungsförderung von Kindern mit Verhaltensstörungen
3.2.1 „Spezielle Erziehungserfordernisse“ als heilpädagogischer Legitimationsbegriff
3.2.2 Heilpädagogische Konsequenzen für die Entwicklungsförderung
3.2.3 Sonderpädagogische Handlungsebenen
3.3 Die Rolle des Sonderpädagogen in der Entwicklungsförderung von Kindern mit Verhaltensstörungen – Verortung der Beratung
3.3.1 Veränderungen in Tätigkeitsbereichen und Berufsrolle
3.3.2 Neue Orientierungen in der Arbeit des Sonderpädagogen
3.3.2.1 Von Instruktionen zu Interventionen
3.3.2.2 Die Bedeutung der Kooperation
3.3.2.3 Vom Konzept der Nähe zum Konzept der Intensität
3.3.2.4 Mehrparteilichkeit als wichtige Orientierung
3.3.3 Beratung als neue Aufgabe
3.4 Organisationsformen schulischer Förderung bei Verhaltensstörungen – ein Überblick
4. Pädagogische Beratung als Teilaufgabe pädagogischer Förderung bei Verhaltensstörungen
4.1 Teilaufgaben pädagogischer Förderung – ein Überblick
4.2 Pädagogische Beratung bei Verhaltensstörungen – ausgewählte Aspekte
4.2.1 Zur Begründung der Beratung in der Pädagogik
4.2.1.1 Beratungsbedarf in der Schule
4.2.1.2 Verortung pädagogischer Beratung
4.2.2 Grundlagen pädagogischer Beratung
4.2.2.1 Pädagogische Beratung – Charakteristika und Abgrenzungsmerkmale
4.2.2.1.1 Beratung, Erziehung und Therapie
4.2.2.1.2 Was ist pädagogische Beratung?
4.2.2.2 Aufgabenfelder und Ziele pädagogischer Beratung
4.2.2.2.1 Aufgabenfelder
4.2.2.2.2 Ziele
4.2.2.3 Das Verhältnis von Beratung und Förderung
4.2.2.4 Gestaltungsformen der Beratung in der schulischen Erziehungshilfe
4.2.3 Ökosystemische Einsichten und ihre Konsequenzen für die pädagogische Beratung
4.2.3.1 Dimensionen des Beratungsvorgangs
4.2.3.2 Konsequenzen für den Beratungsakt
4.3 Kooperation und Kommunikation – Möglichkeiten der Realisierung im Rahmen pädagogischer Beratung
4.3.1 Pädagogische Beratung als horizontale Beratung
4.3.2 Beziehungsgestaltung
4.3.2.1 Allgemeine Anmerkungen zur Beratungsbeziehung
4.3.2.2 Verhältnisformen der Beratungsbeziehung im Kontext von Förderung
4.3.3 Kooperierende Interaktion am Beispiel des Modells der Kooperativen Beratung
4.3.3.1 Konzeptionen des Beratungsansatzes
4.3.3.1.1 Bezugsrahmen der Kooperativen Beratung
4.3.3.1.2 Determinanten der Interaktion im Beratungsprozess
4.3.3.2 Elemente der Kooperativen Beratung
4.3.3.3 Schritte des methodischen Vorgehens
4.4 Grenzen und Probleme pädagogischer Beratung
4.4.1 Kooperations- und Kommunikationsprobleme zwischen Schule und Eltern
4.4.2 Kommunikationsprobleme
4.4.3 Statusprobleme
4.4.4 Weitere Schwierigkeiten
5. Pädagogische Beratung im Praxisfeld Schule
5.1 Das Betreuungslehrermodell in der Regelschule
5.2 Pädagogische Beratung im Rahmen des Betreuungslehrermodells – Erfahrungen aus der Praxis
5.2.1 Kooperation und Beziehungsgestaltung
5.2.2 Persönliche Reflexion
6. Zusammenfassung und Ausblick
Diese Magisterarbeit untersucht die zentrale Rolle der pädagogischen Beratung als wesentliche Teilaufgabe der pädagogischen Förderung von Kindern mit Verhaltensstörungen im schulischen Kontext. Ziel ist es, den Beitrag von Beratung zur Ermöglichung einer kooperativen Kommunikation zwischen allen am Problemkomplex beteiligten Akteuren (Schüler, Eltern, Lehrer) zu erörtern und theoretisch sowie praktisch fundierte Beratungsmodelle zu evaluieren.
3.1.2.1 Ökologisch und systemisch – Anmerkungen zur Begrifflichkeit
Der Begriff „systemisch“ entstammt der Systemtheorie und wird im Allgemeinen verwendet, um eine Einheit (ein Individuum, eine Gruppe, etc.) „sowohl als ein System eigener Organisiertheit und eigener Intentionalität als auch unter dem Aspekt seiner spezifischen Umwelt zu sehen, mit der es kommuniziert und damit in Wechselwirkung steht.“ (Speck, 1994, S. 13)
Das griechische Wort „oikos“, von dem der Begriff „ökologisch“ abgeleitet wird, lässt sich mit „Heimisch – Werden“ oder „Behaust – Sein“ übersetzen. Das Ökologische beinhaltet eine normative Dimension. Er drückt etwas Gerichtetes und Programmatisches aus und eignet sich daher für den pädagogischen Handlungsaspekt, da der Erziehungsprozess ein normativer Prozess ist.
Beide Begriffe ergänzen einander, wobei das Systemische ein funktioneller Begriff ist, mit dessen Hilfe Zustände beschrieben werden können, während das Ökologische als normativer Begriff das Ziel der Verbesserung der Lebensbedingungen eines jeden Menschen sowie die Beachtung seiner Einheit, Ganzheit und Autonomie beinhaltet (vgl. Speck, 1996).
Speck (1994, S. 13) betont neben den erwähnten Unterschieden eine wichtige Gemeinsamkeit, indem beide Begriffe das Verhältnis einer Teileinheit zu einem größeren Ganzen beschreiben. Dies bedeutet, dass das Einzelne nicht ohne seine Zusammenhänge gesehen werden kann.
Die Wortkonstruktionen „ökosystemisch“ oder „systemisch – ökologisch“ verdeutlichen die Verbindung der beiden Dimensionen.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die zunehmenden Verhaltensstörungen im schulischen Umfeld und die Notwendigkeit, beraterische Kompetenzen für eine kooperative Zusammenarbeit zu erwerben.
2. Verhaltensstörungen: Begrifflichkeit – Definitionen – Abgrenzungen: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit dem Begriff Verhaltensstörung auseinander und verdeutlicht die Problematik der Etikettierung sowie die Bedeutung subjektiver pädagogischer Einschätzungen.
3. Die Rolle der Heil- und Sonderpädagogik in der pädagogischen Förderung von Kindern mit Verhaltensstörungen: Es wird der Paradigmenwechsel zu einem ökosystemischen Ansatz beschrieben, der das Kind als autonomes System innerhalb seiner sozialen Umwelten betrachtet.
4. Pädagogische Beratung als Teilaufgabe pädagogischer Förderung bei Verhaltensstörungen: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Beratung, das Verhältnis zur Förderung sowie spezifische Beratungsmodelle im Kontext von Erziehungshilfe detailliert analysiert.
5. Pädagogische Beratung im Praxisfeld Schule: Das Kapitel bietet einen Einblick in die Praxis des österreichischen Betreuungslehrermodells und reflektiert Erfahrungen zur Kooperation und Beziehungsgestaltung im Schulalltag.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der wichtigsten Ergebnisse und einem Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Beratung in der schulischen Organisation.
Pädagogische Beratung, Verhaltensstörungen, Heil- und Sonderpädagogik, Ökosystemischer Ansatz, Kooperative Beratung, Schulische Erziehungshilfe, Betreuungslehrer, Beziehungsgestaltung, Kooperation, Kommunikation, Integrationspädagogik, Systemtheorie, Entwicklungsförderung, Intersubjektivität, Handlungsplanung.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der pädagogischen Beratung als essenziellem Teilbereich pädagogischer Förderung bei Kindern mit Verhaltensstörungen in der Schule.
Die zentralen Felder umfassen ökosystemische Theorieansätze, die veränderte Berufsrolle von Sonderpädagogen, die Bedeutung von Kooperation und Kommunikation sowie praktische Beratungsmodelle.
Die zentrale Frage ist, welchen Beitrag die pädagogische Beratung leisten kann, um offene Kommunikation und Kooperation zwischen den für das Kind wichtigen Lebenswelten zu ermöglichen.
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung aktueller Diskurse der Heil- und Sonderpädagogik sowie eine fallorientierte Reflexion eigener Erfahrungen und empirischer Befunde aus dem Schulalltag.
Der Hauptteil analysiert theoretische Fundamente des ökosystemischen Ansatzes, überträgt diese auf die pädagogische Beratung und stellt konkrete Modelle wie die "Kooperative Beratung" dar.
Pädagogische Beratung, Verhaltensstörungen, Sonderpädagogik, ökosystemischer Ansatz, Kooperation und Beziehungsgestaltung sind die prägenden Begriffe.
Beratung erfolgt meist über einen kürzeren Zeitraum, konzentriert sich auf aktuelle Rollenprobleme oder präventive Ziele und erfordert keine therapeutische Spezialausbildung.
Sie beschreibt eine Haltung, bei der der Berater nicht ausschließlich als Anwalt des Kindes agiert, sondern einen Dialograum schafft, der die Perspektiven aller Beteiligten (Lehrer, Eltern, Mitschüler) miteinbezieht.
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