Magisterarbeit, 2005
77 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Stand der Wissenschaft
2. Die Stellung der Kollokationen in der Phraseologie
2.1 Gegenstandsbestimmung der Phraseologie
2.2 Zum Wesen phraseologischer Einheiten
2.2.1 Polylexikalität
2.2.2 Idiomatizität
2.2.3 Stabilität
2.2.4 Reproduzierbarkeit
2.2.5 Lexikalisierung
2.3 Klassifikation der phraseologischen Einheiten
2.3.1 PE als festgeprägte Sätze
2.3.2 PE als Wortgruppen
3. Die Analyse des Kollokationbegriffes im Rahmen der Sprachwissenschaft
3.1 Die Abgrenzung der Kollokationen von anderen syntagmatischen Beziehungen
3.1.1 Wesenhafte Bedeutungsbeziehungen von Porzig
3.1.2 Lexikalische Solidaritäten von Coseriu
3.2 Verschiedene Definitionsansätze zum Begriff der Kollokation
3.3 Kollokationen in Abgrenzung zu anderen Kategorien von syntagmatischen Wortverbindungen
3.3.1 Kollokation und freie Wortverbindung
3.3.2 Kollokation und Idiom
3.3.3 Kollokation und Funktionsverbgefüge
3.4 Kollokationen im britischen Kontextualismus
3.4.1 Kollokationen nach Firth
3.4.2 Kollokationen nach Halliday
3.4.3 Kollokationen nach Sinclair
3.5 Kollokationen in der Lexikographie
3.5.1 Kollokationen nach Cowie
3.5.2 Kollokationen nach Benson
3.5.3 Kollokationen nach Hausmann
3.6 Selektionsbeschränkungen und Kollokationsrestriktionen
3.7 Kollokabilität
3.7.1 Sprachlich und nichtsprachlich bedingte Kollokabilität
3.7.2 Semische und sememische Vereinbarkeit
3.8 Klassifikation und Definition der Kollokationen
4. Deutsche und italienische Kollokationen im Wortfeld „Körperteile“
4.1 Kollokationsauffassung der kontrastiven Analyse
4.2 Das Korpus
4.2.1 Substantiv - Adjektiv - Kollokationen
4.2.2 Substantiv - Verb - Kollokationen
4.3 Beschreibungsmethode
4.4 Äquivalenzbeziehungen bei deutschen und italienischen Kollokationen im Wortfeld „Körperteile“
4.4.1 vollständige Äquivalenz (Volläquivalenz)
4.4.2 partielle Äquivalenz (Teiläquivalenz)
4.4.3 fehlende Äquivalenz (Nulläquivalenz)
4.5 Sprachkontrastive Effekte
4.5.1 Ein sprachkontrastiver Vergleich von freien Verbindungen, Idiomen und Kollokationen
4.5.2 Die Konzeptualisierung von Kollokationen
4.5.3 Die Kategorisierung von Kollokationen
4.5.4 Die Bewertung kontrastiver Aspekte
5. Die Bedeutung der Kollokationen für praktische Aufgabenstellungen
5.1 Kollokationen in der Übersetzung
5.2 Kollokationen im Fremdsprachenunterricht
5.3 Kollokationen als lexikographisches Problem
6. Zusammenfassung
7. Schlussbemerkung
8. Anhang
9. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit verfolgt das primäre Ziel, einen synchronen, kontrastiven Vergleich zwischen deutschen und italienischen Kollokationen im semantischen Wortfeld „Körperteile“ durchzuführen, um morphologisch-syntaktische sowie semantisch-lexikalische Gemeinsamkeiten und Differenzen aufzuzeigen und sprachdidaktisch sowie lexikographisch auszuwerten.
3.2 Verschiedene Definitionsansätze zum Begriff der Kollokation
“Words are like people [...] We all feel comfortable when we are surrounded by friends and acquaintances, but anxious in unfamiliar situations when we are surrounded by strangers. We have friendships of different kinds - close, intense relationships which, even if relatively infrequent, are the most important in our lives - loved ones who live abroad, for example. But we also have relationships which are frequent but unimportant - the person who travels on the same train to and from work, five days a week. There is also the one - night - stand - a serendipitous one - off, creative encounter, but however sadly, not part of everyday life. The relationships between words closely resemble the relationships between people” (Hill et al. 2000: 88).
Der Begriff Kollokation geht auf das Lateinische COLLOCATIO zurück und bedeutet im Deutschen Stellung oder Anordnung.
Der Gegenstandsbereich der Kollokationen ist weder terminologisch noch inhaltlich konkretisiert. Die Definitionen dieses Begriffs bleiben entweder vage oder wenig ausgearbeitet.
Allgemein besteht die Annahme, dass semantisch in Beziehung stehende Einheiten in verschiedenen Umgebungen gemeinsam auftauchen. Diese Eigenschaft nennt man Kollokation.
Die Problematik der Begriffsbestimmung der Kollokation liegt Bahns (1996: 1) zufolge in seiner doppeldeutigen Verwendung. Einerseits wird der Begriff Kollokation für eine bestimmte Kategorie von Zweierverbindungen von Lexemen gebraucht. In dieser Perspektive wird der Begriff Kollokation parallel zu den anderen syntagmatischen Wortverbindungen (freie Kombinationen und Idiome) verwendet. In diesem Sinne definiert Hausmann (1984: 398) Kollokation als die „affine12 Kombination zweier Wörter, die sich entsprechend differenzierten semantischen Regeln und einer gewissen zusätzlichen Üblichkeit verbinden“.
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Untersuchung von Kollokationen durch ihre Bedeutung für den Fremdsprachenerwerb und legt das Ziel eines kontrastiven Vergleichs im Wortfeld „Körperteile“ fest.
2. Die Stellung der Kollokationen in der Phraseologie: Dieses Kapitel ordnet Kollokationen theoretisch in die Phraseologie ein und definiert zentrale Kriterien wie Idiomatizität, Stabilität und Reproduzierbarkeit.
3. Die Analyse des Kollokationbegriffes im Rahmen der Sprachwissenschaft: Das Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene linguistische Ansätze zur Kollokation, von Porzig und Coseriu bis hin zum britischen Kontextualismus.
4. Deutsche und italienische Kollokationen im Wortfeld „Körperteile“: Im Zentrum steht die praktische kontrastive Analyse von Substantiv-Verb- und Substantiv-Adjektiv-Kollokationen anhand eines Korpus von 280 Einheiten.
5. Die Bedeutung der Kollokationen für praktische Aufgabenstellungen: Dieses Kapitel erörtert die Relevanz der Ergebnisse für die Übersetzungspraxis, die Fremdsprachendidaktik und die Optimierung von Wörterbüchern.
6. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert die theoretischen Erkenntnisse und die kontrastiven Ergebnisse des praktischen Teils.
7. Schlussbemerkung: Der Autor reflektiert kritisch über die Möglichkeiten und Grenzen einer kontrastiven Lexikologie unter Bezugnahme auf Franz-Josef Hausmann.
Kollokationen, Phraseologie, Kontrastive Analyse, Körperteile, Substantiv-Verb-Kollokation, Äquivalenz, Lexikographie, Sprachdidaktik, Idiomatizität, Stabilität, Korpuslinguistik, Fremdsprachenerwerb, Basis, Kollokator, Sprachvergleich.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der kontrastiven Analyse von Kollokationen im Wortfeld „Körperteile“ zwischen der deutschen und der italienischen Sprache.
Die zentralen Themen sind die theoretische Verortung von Kollokationen innerhalb der Phraseologie, die Definition des Kollokationsbegriffs in der Sprachwissenschaft sowie deren praktische Anwendung in der Übersetzung und im Sprachunterricht.
Das Ziel ist ein synchroner, kontrastiver Vergleich von deutschen und italienischen Kollokationen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie deren Auswirkungen für Fremdsprachenlerner aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt einen kontrastiven Ansatz, bei dem Kollokationen in drei Äquivalenztypen (vollständige, partielle und fehlende Äquivalenz) unterteilt und analysiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Definition und Analyse des Kollokationsbegriffs sowie einen praktischen Teil, der das Korpus von 280 ausgewählten Kollokationen aus dem Bereich der Körperteile kontrastiv vergleicht.
Neben dem zentralen Begriff der Kollokation sind dies Phraseologie, Kontrastive Analyse, Äquivalenz, Lexikographie und Fremdsprachendidaktik.
Diese Unterscheidung, besonders nach Hausmann, ist entscheidend für die lexikographische Behandlung, da die Basis meist semantisch autonom und äquivalenzfähig ist, während der Kollokator oft kontextabhängig und somit schwerer zu übersetzen ist.
Da Kollokationen oft nicht wörtlich oder kompositionell übersetzbar sind, führen Transferversuche aus der Muttersprache häufig zu Fehlern, was ein spezifisches Kollokationswissen erforderlich macht.
Das Wortfeld „Körperteile“ ermöglicht eine fokussierte Analyse von stabilen Wortverbindungen, da hier häufig sehr spezifische, einzelsprachlich geprägte Verben und Adjektive mit einem Substantiv (dem Körperteil) verbunden werden.
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