Bachelorarbeit, 2007
70 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Englische Reisende im 18. Jahrhundert
2.1. Spanien und die Grand Tour
2.2. Spanien und die touristische Reise
3. Englische Reiseberichte im 18. Jahrhundert
3.1. Englische Reiseberichte über Spanien
3.2. Henry Swinburne und seine „Travels through Spain”
3.2.1. Die Reiseumstände in Spanien
3.2.2. Das Bild des englischen Spanienreisenden
3.2.2.1. Die Reisemanier der englischen Oberschicht
3.2.2.2. Die Sicherheit auf Reisen
3.2.2.3. Die Präsenz Englands im Reisetext
3.2.2.4. Das Fortschreiten der Grand Tour
3.2.2.5. Der Katholizismus
3.2.2.6. Der Spanier
4. Englische Reisende im 19. Jahrhundert
4.1. Spanien und die touristische Reise
4.2. Reisende englische Frauen im 19. Jahrhundert
4.3. Reisende englische Frauen in Spanien
5. Englische Reiseführer im 19. Jahrhundert
5.1. Reiseführer über Spanien
5.2. Richard Ford und sein „Handbook for Travellers in Spain”
5.2.1. Reiseumstände in Spanien
5.2.2. Das Bild des englischen Spanienreisenden
5.2.2.1. Das Reisegepäck
5.2.2.2. Die Reiseinteressen
5.2.2.3. Der Spracherwerb
5.2.2.4. Die Angst auf Reisen
5.2.2.5. Die Voreingenommenheit englischer Reisender
5.2.2.6. Der Katholizismus
5.2.2.7. Der Spanier
6. Englische Reiseberichte im 19. Jahrhundert
6.1. Englische Reiseberichte von Frauen
6.2. Englische Reiseberichte über Spanien
6.3. Frances Elliot und ihr „Diary of an Idle Woman in Spain”
6.3.1. Die Reiseumstände in Spanien
6.3.2. Das Bild des englischen Spanienreisenden
6.3.2.1. Frauen auf Reisen
6.3.2.2. Die komfortable Städtereise
6.3.2.3. Die Angst auf Reisen
6.3.2.4. Die Präsenz Englands im Reisetext
6.3.2.5. Die Entwicklung des englischen Tourismus
6.3.2.6. Der Spanier
7. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der englischen Spanienreise vom 18. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts anhand ausgewählter Reiseberichte und Reiseführer, um den kulturellen Blick englischer Reisender auf Spanien zu rekonstruieren und gesellschaftliche Bedingungen des Reisens zu analysieren.
3.2.1. Die Reiseumstände in Spanien
Obgleich Swinburne in seinen „Travels” den äußeren Umständen seiner Reise wenig Platz einräumt, lässt sich anhand einiger Passagen die Beschwerlichkeit einer Spanienreise im 18. Jahrhundert erkennen. An den Leser gerichtet, äußert Swinburne sich folgendermaßen: „[…] certain it is that no man has as yet undertaken this tour a second time for pleasure, and if my advice be listened to, nobody will ever attempt it once” (1787: 148). Welche Umstände Swinburne zu einer solchen Aussage veranlassten, soll in diesem Abschnitt näher dargelegt werden.
Eine erste Verzögerung Swinburnes Reise stellte das Passieren der Grenze von Frankreich nach Spanien dar. Spanische Zollbeamte waren im 18. Jahrhundert renommiert für ihre pedantische Arbeitsweise und hielten Reisende häufig stundenlang fest, während ihr Gepäck inspiziert wurde (vgl. Guerrero 1990: 96).
Swinburne zeigte sich jedoch wenig geduldig: „At La Junquiera, the first Spanish town, an officer of the customs made a shew of examining our baggage; but a piece of money soon put an end to his search” (1787: 6).
Swinburne und Gascoigne reisten mit fünf Bediensteten (vgl. Swinburne 1787: 181, 364), mit eigenen Pferden und eigener Kutsche. Auf Grund des schlechten Zustandes von Wegen und Straßen wechselten sie ihr Gespann kurz nach ihrer Ankunft in Spanien gegen Maultiere aus und behielten lediglich zwei Pferde als Reittiere für sich selbst (vgl. Swinburne 1787: 92). Die Fortbewegung mit Maultieren gestaltete sich langsam und anhand von Swinburnes Routenübersicht wird deutlich, dass sie bis zu 14 Stunden benötigten, um an ihr Tagesziel zu gelangen. Im Durchschnitt legten sie jedoch täglich sieben bis acht Wegstunden zurück: „[…] till the dawn of day calls us up, to our usual task of four or five leagues before dinner, and about three in the afternoon” (Swinburne 1787: 181-182).
1. Einleitung: Vorstellung des Forschungsgegenstands und der Zielsetzung der Analyse von Spanienreisen im 18. und 19. Jahrhundert.
2. Englische Reisende im 18. Jahrhundert: Erörterung der Grand Tour als Bildungsreise und der Ausnahmestellung Spaniens in diesem Kontext.
3. Englische Reiseberichte im 18. Jahrhundert: Analyse der Reiseliteratur jener Zeit, fokussiert auf Henry Swinburnes Werk und die damit verbundenen Reiseerfahrungen.
4. Englische Reisende im 19. Jahrhundert: Betrachtung der Auswirkungen politischer und technischer Umbrüche auf die Reiseaktivität, inklusive der Zunahme weiblicher Reisender.
5. Englische Reiseführer im 19. Jahrhundert: Untersuchung der Entstehung strukturierter Reiseführer wie der Murray Handbooks und der Reiseerfahrungen von Richard Ford.
6. Englische Reiseberichte im 19. Jahrhundert: Fokussierung auf die wachsende Bedeutung unterhaltender Reiseliteratur, exemplarisch dargestellt an Frances Elliots „Diary of an Idle Woman in Spain”.
7. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse zur Entwicklung der englischen Reisekultur und der literarischen Darstellung Spaniens.
Spanienreise, Grand Tour, Reiseliteratur, Reiseführer, Henry Swinburne, Richard Ford, Frances Elliot, 18. Jahrhundert, 19. Jahrhundert, Bildungsreise, Tourismus, England, Reisemanier, Spanienbild, Geschlechterrollen
Die Bachelorarbeit untersucht die Wahrnehmung und Darstellung Spaniens durch englische Reisende im 18. und 19. Jahrhundert anhand von Reiseberichten und frühen Reiseführern.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Bildungsreise zur Vergnügungsreise, den Wandel der Reisebedingungen, die Rolle der Geschlechter beim Reisen sowie die Entstehung der modernen Reiseführer-Literatur.
Das Ziel ist es, ein Bild des englischen Spanienreisenden zu konstruieren, das auf persönlichen Aufzeichnungen und den sozio-kulturellen Rahmenbedingungen der beiden Jahrhunderte basiert.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse ausgewählter Primärquellen (Reiseberichte von Swinburne und Elliot, Reiseführer von Ford) im Kontext historischer und sekundärliterarischer Fakten durchgeführt.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Reiseumstände, das Reisegepäck, den Spracherwerb, die Sicherheitswahrnehmung und das Bild des Spaniers in den Schriften der drei ausgewählten Autoren.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Spanienreise, Grand Tour, Reiseliteratur, Tourismusentwicklung, 18./19. Jahrhundert und die spezifische Wahrnehmung durch englische Reisende charakterisiert.
Die Handbooks revolutionierten als strukturierte, fachlich fundierte Reiseführer das Reisen für die aufstrebende englische Mittelklasse im 19. Jahrhundert und lösten die narrativen Reiseberichte als Informationsgrundlage ab.
Reisende Frauen sahen sich mit strengen gesellschaftlichen Konventionen konfrontiert, mussten ihre Reise oft rechtfertigen und wurden häufig als exzentrisch oder „vermännlicht“ wahrgenommen, während sie gleichzeitig neue Identitätsräume außerhalb der häuslichen Sphäre suchten.
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