Examensarbeit, 2007
112 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Personenkreis
2.1 Der Begriff ‚geistige Behinderung’
2.2 Kinder und Jugendliche mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung
2.3 Erweiterter Lese- und Schreibbegriff
3. Medien – Grundlagen und bedeutende Aspekte
3.1 Begriffsbestimmungen
3.2 Medien im kind- und jugendlichen Umfeld
3.3 Gefahren von Medien
4. Das Handy
4.1 Begriffsbestimmung eingebettet in einen geschichtlichen Abriss
4.2 Geräte im Wandel
4.3 Ausstattung und Funktionen der Handys
4.3.1 Einfache versus komplexe Geräte
4.3.2 Handys für Kinder und Senioren
4.3.3 Handys für Menschen mit geistiger Behinderung
4.4 Handynutzung von Kindern und Jugendlichen
4.4.1 Handy-Besitz
4.4.2 Handy-Funktionen
4.4.3 Handy-Kosten
4.5 Bedeutung von Handys für Kinder und Jugendliche
4.6 Bedeutung von Handys für Menschen mit geistiger Behinderung
5. Das Handy im Unterricht mit Kindern und Jugendlichen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung
5.1 Medien an der Schule für Menschen mit Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung
5.2 Lehrplanbezug
5.3 Kriterien für das Üben des Umgangs mit Handys im Unterricht an einer Schule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung
5.4 Unterrichtsvorschläge eines Handy-Trainingskurses als Anregung für die schulische Arbeit
6. Untersuchung
6.1 Vorstellung und Begründung der Untersuchungsmethode
6.1.1 Umfragen im Klassenverband
6.1.2 Schüler-Interviews
6.1.3 Eltern- und Lehrer-Fragebogen
6.2 Voraussetzungen der Befragungsgruppe
6.3 Vorgehensweise
6.3.1 Vorarbeit
6.3.2 Erstellung der Fragen
6.3.3 Gestaltung der Durchführung
6.4 Verarbeitung und Auswertung der Daten
6.4.1 Umfragen im Klassenverband
6.4.2 Schüler-Interviews
6.4.3 Eltern-Fragebögen
6.4.4 Lehrer-Fragebögen
6.4.5 Zusammenfassung und Interpretation
7. Schlussbetrachtung
8. Literatur
8.1 Bücher
8.2 Zeitschriften und Broschüren
8.3 Internetseiten
Die vorliegende Arbeit untersucht den Nutzen und die Gefahren von Mobiltelefonen für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Dabei wird erforscht, welche Rolle das Handy in deren Lebenswelt spielt, ob eine Nutzung durch diese Zielgruppe überhaupt möglich ist und wie ein pädagogisch begleiteter Trainingskurs zur Handykompetenz im Unterricht gestaltet sein könnte.
4.3.3 Handys für Menschen mit geistiger Behinderung
Speziell für Menschen mit geistiger Behinderung hergestellte Handys sind bisher nicht im Handel erhältlich. Aber auch diese Zielgruppe wird sich zum größten Teil mit der Komplexität der neuesten Mobiltelefone überfordert fühlen bzw. wird die meisten der vorhandenen Zusatzfunktionen des Handys wie Navigationssystem, Bluetooth-Schnittstelle oder Internetzugang (vgl. Punkt 4.2) gar nicht nutzen können oder wollen. Daher ist es sinnvoll, darüber nachzudenken, wie ein Mobiltelefon für Menschen mit geistiger Behinderung gestaltet sein sollte, damit auch sie sich damit zurechtfinden können und diese Form der neuen Medien für sich nutzen können.
Das verschafft ihnen nicht nur ein gestärktes Selbstwertgefühl, sondern auch den Eltern, Betreuern, Lehrern und sonstigen Bezugspersonen eine Form der Kontrollmöglichkeit. Angefangen bei einem stoßfesten, wasserdichten und abwaschbaren Gehäuse, das oben eine Öse aufweist, mit der das Handy als Vorbeugung vor Verlust an einem Schlüsselband o. ä. befestigt werden kann, ist es wichtig, dass ein für Menschen mit geistiger Behinderung gestaltetes Handy ein großzügiges, kontrastreiches Display aufweist. Weiterhin sollten bei einem Mobiltelefon für diese Zielgruppe die Tasten groß und gut lesbar sein. Ideal wären getrennte Ziffern- und Buchstabentasten (je nach Schweregrad der Behinderung ist es sinnvoll, zu überlegen, ob Buchstabentasten überhaupt notwendig sind) sowie die Tasten mit einzelnen Buchstaben zu besetzen, damit es keine Doppel- und Dreifachbelegungen gibt, die den Anwender durcheinander bringen könnten.
Ebenfalls wären mit Bildern untermalte Buchstabentasten wie z.B. Taste „A“ mit einem Bild eines Affens oder „B“ mit einem Bild einer Banane, so dass der geistig behinderte Nutzer die Verknüpfung des Bildes zu dem Buchstaben herstellen kann. Die Bilder könnten dafür den Boardmaker-Symbolen oder ähnlichen dem Anwender bekannten Systemen entnommen sowie im Unterricht erarbeitet oder vom Anwender selbst entworfen werden. Die letzte Variante kann dem Verbraucher als eine noch bessere Verknüpfung dienen, weil selbst gestaltete Bilder sich dem Gestalter besser einprägen als vorgefertigte und das Handy dadurch zu etwas ganz Persönlichem wird.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Mobiltelefonen für Kinder und Jugendliche und identifiziert die Forschungslücke hinsichtlich der Nutzung durch Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.
2. Personenkreis: Dieses Kapitel definiert den Begriff der geistigen Behinderung und grenzt die relevante Zielgruppe für die sonderpädagogische Förderung und Mediennutzung ein.
3. Medien – Grundlagen und bedeutende Aspekte: Hier werden theoretische Grundlagen des Medienbegriffs und der Medienpädagogik dargelegt sowie allgemeine Chancen und Gefahren der Mediennutzung im Kindes- und Jugendalter erläutert.
4. Das Handy: Dieses Kapitel gibt einen geschichtlichen Abriss, analysiert aktuelle Gerätetypen sowie Nutzungsstatistiken und vergleicht die Bedeutung von Mobiltelefonen für Kinder ohne und mit geistiger Behinderung.
5. Das Handy im Unterricht mit Kindern und Jugendlichen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung: Der Abschnitt diskutiert die Integration des Handys als Unterrichtsgegenstand, den Lehrplanbezug und stellt Kriterien für den praktischen Unterricht sowie einen Trainingskurs vor.
6. Untersuchung: Dies ist der empirische Teil, der das methodische Vorgehen bei der triangulären Befragung von Schülern, Eltern und Lehrern beschreibt und deren Ergebnisse detailliert auswertet.
7. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Möglichkeiten und Grenzen der Implementierung von Handy-Technologie im Alltag geistig behinderter Menschen.
Mobiltelefon, Handy, geistige Behinderung, Medienpädagogik, Sonderpädagogik, Schüler, Handy-Training, SMS, Medienkompetenz, Inklusion, Förderschule, Unterrichtsmaterial, Befragung, Nutzungsverhalten.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Chancen und Risiken der Handynutzung für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und prüft, inwiefern eine schulische Medienerziehung in diesem Bereich sinnvoll ist.
Zentrale Felder sind die medienpädagogische Einordnung, der Vergleich von Handynutzung in verschiedenen Altersgruppen sowie die Erarbeitung von Kriterien für den Unterricht an Förderschulen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schüler mit geistiger Behinderung vom Medium Handy profitieren können und welche technischen sowie methodischen Anpassungen für eine erfolgreiche Nutzung notwendig sind.
Die Autorin nutzte eine trianguläre qualitative Untersuchung, bestehend aus Umfragen im Klassenverband, Schüler-Interviews sowie schriftlichen Fragebögen für Eltern und Lehrkräfte.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Marktanalyse von Mobiltelefonen, die Untersuchung des Handys als Unterrichtsgegenstand und die Auswertung der durchgeführten Befragungen.
Die wichtigsten Schlagworte sind Medienkompetenz, geistige Behinderung, Handy-Training, Inklusion und sonderpädagogische Förderung.
Die Arbeit empfiehlt große Tasten, ein kontrastreiches Display, vereinfachte Menüführungen, Rufnummernsperren und gegebenenfalls die Unterstützung durch Symbol- und Bildsysteme.
Der Handyführerschein dient als motivierendes Endprodukt eines Trainingskurses, das in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen (Anfänger, Fortgeschrittene, Profis) angeboten werden kann, um den Lernfortschritt abzubilden.
Die Befragungen zeigen eine mehrheitlich positive Haltung; das Handy wird als sinnvoller Unterrichtsgegenstand bewertet, wobei Sicherheitsbedenken (Kosten, Sucht, Gruppenzwang) ernst genommen werden müssen.
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