Diplomarbeit, 2000
132 Seiten, Note: 2,0
Einführung
1 Theoretischer Hintergrund
1.1 Das Märchen
1.2 Märchen in der Erziehung
1.3 Die Märchenproblematik
1.4 Grausamkeit
1.4.1 Grausamkeit - Definition des Begriffs in der Literatur
1.4.2 Persönliche Definition
1.5 Grausamkeiten in Volksmärchen
1.6 Grausame Sachverhalte, subtile und kontextabhängige Grausamkeiten
2 Methodendiskussion
2.1 Die Fallstudie
2.1.1 Was ist ein „Fall“?
2.1.2 Der Begriff „Fallstudie“
2.1.3 Wie allgemeingültig ist der „Fall“?
2.2 Dokumentation
2.2.1 Verfahren der Datengewinnung und Dokumentation
2.2.2 Datengewinnung ohne teilnehmende Beobachtung
2.2.3 Dokumentieren
2.2.4 Interview
2.2.5 Überlegungen zur Entstehung einer Befragungsstrategie
2.2.6 Befragungsskripts
2.3 Datenanalyse
2.3.1 Transkriptionssysteme
3 Untersuchung
3.1 Struktur
3.1.1 Personen der Untersuchung
3.1.2 Verwendetes Material bei der Untersuchung
3.1.3 Untersuchungsumgebung
3.2 Das Märchen von Hänsel und Gretel
3.2.1 Variante – G –
3.2.2 Variante – S –
3.2.3 Hauptgedanke
3.3 Vorbereitende Tätigkeiten zur Untersuchung im Kindergarten
3.4 Untersuchungsablauf
3.4.1 Teil 1 - Kinder
3.4.2 Teil 2 - Erzieherinnen
4 Datendokumentation
4.1 Transkription der Befragung „Kindergartenkind, grausames Märchen“
4.2 Transkription der Befragung „Kindergartenkind, sanftes Märchen“
4.3 Aufzeichnungen der Erzieherinnenbefragung
5 Zusammenfassung der Kinderbefragung
5.1 Kindergartenkinder – grausames Märchen –
5.2 Kindergartenkinder – sanftes Märchen –
6 Auswertung
6.1 Interpretation der Körpersprache
6.1.1 Gruppe – G –
6.1.2 Gruppe – S –
6.1.3 Ergebnis der Beobachtung
6.2 Analyse der Zusammenfassung der Kindertranskriptionen
6.2.1 Kinder – grausame Variante
6.2.2 Kinder – sanfte Variante
6.3 Analyse der Befragung der Erzieherinnen
6.3.1 Gruppe A
6.3.2 Gruppe B
6.3.3 Gruppe C
7 Untersuchungsergebnis
7.1 Kinder S1 bis S3
7.2 Kinder G1 bis G5
7.3 Erzieherinnen
7.3.1 Gruppe A
7.3.2 Gruppe B
7.3.3 Gruppe C
7.4 Resultat
8 Schlußwort
Die Arbeit untersucht, wie fünfjährige Kindergartenkinder auf die in Märchen enthaltenen Grausamkeiten reagieren und ob eine Beeinflussung durch Erziehende stattfindet. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, ob Märchen durch ihre inhaltliche Darstellung der Grausamkeit der kindlichen Entwicklung schaden oder nützen und wie Erziehende mit dieser Thematik im Kindergartenalltag umgehen.
1.6 Grausame Sachverhalte, subtile und kontextabhängige Grausamkeiten
In bezug auf die bevorstehende Untersuchung unter Berücksichtigung der Definitionen von Grausamkeit, und zwar der ethymologischen, dem Verständnis des Laien und den bezeichneten Grausamkeiten des Volksmärchens, ist bisher über Formen, Güte und Verständnis von Grausamkeit gesprochen worden. Weiter ist von wesentlicher Bedeutung, mit welcher Sensibilität Grausamkeit wahrgenommen wird. Um die Schwierigkeit ihrer Identifizierung herauszustellen, soll daher zunächst dargestellt werden, daß Grausamkeiten sich unterschiedlich offenbaren sind,.
Die spätere Untersuchung soll einen Hinweis darauf geben, wie ausgeprägt die Fähigkeit der Kinder ist, Grausamkeiten wahrzunehmen.
Grausame Sachverhalte sind leicht zu erkennen. Als Leser oder Hörer stolpert man förmlich über sie, denn sie werden in Märchen unüberhörbar geschildert. Mit einem oder wenigen Worten sind grausame Sachverhalte so manifestierbar, daß die dahinterstehende Grausamkeit erkennbar ist. So bezeichnet auch die Literatur diese Sachverhalte hauptsächlich als das Grausame in Märchen schlechthin und führt als Beispiele Begriffe wie: Köpfen, Zerhacken, Ertränken etc. an.
Jedoch treten nicht alle Grausamkeiten in Form des grausamen Sachverhalts auf, sondern sind zuweilen eher subtil, und das Opfer leidet nicht gleich erkennbar. Dazu können verbale Grausamkeiten, wie Beleidigungen und Denunziationen, die im ständigen Umgangston beinhaltet sind, zugeordnet werden.
In der grausamen Variante von Hänsel und Gretel beispielsweise, wird Gretel von der Hexe immer im rauhen Tonfall zur Arbeit aufgefordert und dabei als „Faulenzerin“ oder „Dumme Gans“ tituliert.
Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert das Märchen als Erzählgattung und beleuchtet die kontroverse Fachdiskussion um deren Eignung für die kindliche Erziehung sowie die theoretische Definition von Grausamkeit.
Methodendiskussion: Hier werden die wissenschaftlichen Grundlagen der Fallstudie dargelegt, insbesondere Verfahren zur Datengewinnung, Dokumentation mittels Videoaufzeichnung und die Entwicklung der Befragungsskripte.
Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt den strukturellen Aufbau, die Auswahl der Untersuchungsteilnehmer, das verwendete Material und den konkreten Ablauf der Befragungen in den Kindergartengruppen.
Datendokumentation: Dieser Abschnitt enthält die wörtlichen Transkriptionen der durchgeführten Kinderinterviews sowie die Aufzeichnungen der Erzieherinnenbefragungen.
Zusammenfassung der Kinderbefragung: Hier werden die Ergebnisse der einzelnen Kinderinterviews systematisch aufgearbeitet, inklusive Bildbeschreibungen der Zeichnungen und Analysen des Inhaltsverständnisses.
Auswertung: Dieses Kapitel interpretiert die erhobenen Daten durch eine Analyse der Körpersprache sowie eine detaillierte Auswertung der Kindertranskriptionen und Erzieherinnengespräche.
Untersuchungsergebnis: Die Ergebnisse werden zusammenfassend gegenübergestellt und interpretiert, um die Forschungsfragen hinsichtlich der Märchenwahrnehmung und des Einflusses der Erziehenden zu beantworten.
Schlußwort: Ein abschließender Kommentar des Autors zu den methodischen Einschränkungen und ein Ausblick auf weiterführende Forschungsmöglichkeiten.
Märchen, Grausamkeit, Kindererziehung, Fallstudie, Hänsel und Gretel, Kindeswahrnehmung, Videoanalyse, Erzieherinnenbefragung, Pädagogik, Gewaltbereitschaft, Psychologie, Märchenproblematik, Qualitative Forschung, Kindliche Entwicklung, Gerechtigkeitsempfinden.
Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung von Grausamkeiten in Märchen und wie fünfjährige Kinder sowie deren Erzieherinnen damit umgehen.
Die Arbeit thematisiert die Kontroverse um Märchen in der Erziehung, die psychologische Wahrnehmung von Grausamkeit durch Kinder und die Rolle der Erziehenden bei der Vermittlung solcher Geschichten.
Ziel ist es zu klären, ob Märchen durch ihre Inhalte der kindlichen Entwicklung schaden oder nützen und ob die Einstellung Erwachsener die Wahrnehmung der Kinder beeinflusst.
Der Autor führt eine qualitative Fallstudie durch, die Videoanalysen von Märchenvorträgen, Befragungen von Kindern (gestützt durch deren eigene Zeichnungen) und leitfadengestützte Interviews mit Erzieherinnen umfasst.
Der Hauptteil beinhaltet die theoretische Einbettung, die methodische Reflexion, die Durchführung der Untersuchung sowie eine detaillierte Dokumentation und Auswertung der erhobenen Daten.
Zu den zentralen Begriffen gehören Märchen, Grausamkeit, Kindererziehung, Fallstudie, Videoanalyse und pädagogische Wirkungsanalyse.
Das Märchen diente als praktisches Beispiel, da es zwei unterschiedliche Varianten ("grausam" vs. "sanft") bietet, an denen sich die Reaktionen der Kinder im Vergleich untersuchen ließen.
Der Autor stellt fest, dass Kinder den Ofentod der Hexe häufig nicht als grausam, sondern als eine notwendige und gerechte Sühne für ihre Taten empfinden.
Ja, der Autor bemerkt bei einigen Kindern, dass Sprachbarrieren das Verständnis beeinflussen können, betont aber, dass die Kinder auch bei Sprachschwierigkeiten eigene, teils sehr differenzierte Deutungen entwickeln.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

