Examensarbeit, 2005
102 Seiten, Note: 1,3
1 Untersuchungsgegenstand und struktureller Aufbau der Arbeit
2 Literatur- und Quellenlage
3 Der Wandel der Männlichkeitsideale
3.1 Die Phase der Transformation von communal manhood zu self-made manhood
3.2 Die Männlichkeitsideale von self-made manhood
3.2.1 Manly Achiever
3.2.2 Christian Gentleman
3.2.3 Masculine Primitive
4 Intercollegiate athletics und das neue Ideal des Körpers
4.1 Der Aufstieg des Sports und intercollegiate athletics
4.2 Das neue Ideal des männlichen Körpers
4.3 Die Entwicklung eines man of character durch athletics
5 Die spermatic economy und die Rekapitulationstheorie
5.1 Die spermatic economy
5.1.1 Die Rekapitulationstheorie G. Stanley Halls
5.1.2 Die recapitulation theory of play
5.1.3 Die recapitulation theory of play und athletics als Männerdomäne
6 Muscular Christianity, Sport und das Strenuous Life
6.1 Theodore Roosevelt und das ‚Strenuous Life’
6.1.1 Football
6.1.2 Boxen
6.2 Muscular Christianity in Amerika
6.2.1 Thomas Wentworth Higginson
6.2.2 Die „Remaskulinisierung“ der Kirche und der Athlet als Prediger
7 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht den tiefgreifenden Wandel von Männlichkeitsidealen im Amerika des 19. Jahrhunderts und analysiert, wie der Sport als Instrument diente, um neue, körperbetonte Männlichkeitsvorstellungen zu etablieren und zu festigen. Die Forschungsfrage widmet sich der Bedeutung von Sport für die Identitätsbildung und die Bewahrung maskuliner Machtstrukturen in einer sich wandelnden Gesellschaft.
Die spermatic economy
Theorien über den Verlust von Lebensenergie fanden seit dem frühen 19. Jh. eine weite Verbreitung. Eine feindliche Gesinnung der Sexualität gegenüber – in besonderem Maße der Masturbation - und die Überzeugung, dass diese einen ruinösen Einfluss auf die Gesundheit habe, waren nicht neu. Der Glaube, der Verlust einer Unze Sperma ziehe als direkte Folge die Verunreinigung von 40 Unzen Blut nach sich, hatte bereits eine lange Vergangenheit.
MROZEK (1983, S. 20) greift den Begriff spermatic economy von BARKER-BENFIELD (1972) auf. Der Terminus umfasst die gängigen Vorstellungen des 19. Jh., wonach der Mann einen begrenzten Vorrat an Sperma besitzt. Durch Aktivitäten verschiedenster Art, vor allem durch Sexualität (dies schließt Kopulation aus reinem Vergnügen, Sex zum Fortpflanzungszweck, oder Masturbation mit ein), aber auch durch Sport und Arbeit würde dieses Kontingent weniger werden. Der Verlust von Sperma war den Theorien zufolge gleichbedeutend mit dem Verlust von Nervenenergie („nervous energy“). Dies wurde geläufig als „energy drain“ bezeichnet. Der Verlust von Nervenenergie - der Energie, die das Leben ermöglichte - führte zu Krankheit, Schwäche und im Extremfall zum Tod.
1 Untersuchungsgegenstand und struktureller Aufbau der Arbeit: Einführung in die Thematik des Männlichkeitswandels und Darlegung des Aufbaus der Untersuchung.
2 Literatur- und Quellenlage: Vorstellung der zentralen wissenschaftlichen Literatur zu Männlichkeitskonzepten und deren Bedeutung.
3 Der Wandel der Männlichkeitsideale: Analyse der historischen Verschiebung von communal manhood hin zu self-made manhood und dessen spezifischen Ausprägungen.
4 Intercollegiate athletics und das neue Ideal des Körpers: Untersuchung des Einflusses des Hochschulsports auf die Entwicklung eines neuen, körperbetonten Männerbildes.
5 Die spermatic economy und die Rekapitulationstheorie: Darstellung der Angst vor Energieverlust und wie wissenschaftliche Theorien zur Rechtfertigung von Sport genutzt wurden.
6 Muscular Christianity, Sport und das Strenuous Life: Analyse der Verbindung von Religion und Sport zur Durchsetzung von Männlichkeitsidealen und politischem Engagement.
7 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung des Sports für Identität, Macht und Männlichkeit im 19. Jahrhundert.
Männlichkeitsideale, Sportwissenschaft, Intercollegiate Athletics, Masculine Primitive, Spermatic Economy, Rekapitulationstheorie, Muscular Christianity, Strenuous Life, Identitätsbildung, 19. Jahrhundert, Körperkultur, Theodore Roosevelt, G. Stanley Hall, Männlichkeit, Amerikanische Gesellschaft
Die Hausarbeit untersucht die Entwicklung amerikanischer Männlichkeitsideale im 19. Jahrhundert und die Rolle, die der Sport bei der Transformation dieser Ideale spielte.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Männlichkeitsideale, den Einfluss des Sozialdarwinismus, körperliche Erziehung an Colleges und die Verknüpfung von Religion und Sport.
Das Ziel ist es, Strategien herauszuarbeiten, mit denen Männer ihre soziale Dominanz durch sportliche Betätigung und die Betonung körperlicher Eigenschaften in einer sich wandelnden Gesellschaft aufrechterhielten.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Literatur und Quellen zur Sozial- und Sportgeschichte Amerikas basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Männlichkeitsideale, die Bedeutung des Hochschulsports, psychologische Theorien zur Erziehung durch Sport sowie die Auswirkungen der Muscular Christianity-Bewegung.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Männlichkeitsideale, Muscular Christianity, Athletics, Identitätsbildung und der Einfluss von Roosevelt und Hall.
Sie diente als Theorie, die Sport als Mittel zur Erhaltung und Generierung von Nervenenergie legitimierte, um der vermeintlichen Gefahr durch Masturbation und Rassenverfall zu begegnen.
Für ihn war das „energievolle Leben“ essenziell, um die weiße Rasse vor Dekadenz und Entmannung zu bewahren und die imperialistische Machtstellung Amerikas zu sichern.
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