Examensarbeit, 2007
122 Seiten, Note: 1,0
I. Vorwort
II. Begriffsbestimmungen
2.1. Jugend/Adoleszenz
2.2. Kultur
2.3. Subkultur
2.4. Jugend(sub)kultur
2.5. Szene
2.6. Jugendkultur vs. Subkultur
III. Das Jugendalter und seine Besonderheiten
3.1. Jugend als Lebensphase
3.2. Abgrenzung der Jugendphase von anderen Lebensphasen
3.2.1 Abgrenzung des Jugendalters von der Kindheit
3.2.2 Abgrenzung des Jugendalters vom Erwachsenenalter
3.3. Psychobiologische Aspekte des Jugendalters
3.4. Psychosoziale Aspekte des Jugendalters
3.5. Jugend im 21. Jahrhundert
3.6. Sozialisationsinstanzen und ihre Wirkung auf die Gestaltung der Jugendphase
3.6.1 Familie: zunehmende Ambivalenz
3.6.2 Gleichaltrigen-Gruppe (Peers): flexibler Erfahrungsraum
3.6.2.1 Jugendkulturen als Sozialisationsinstanz
3.6.3 Die Schule: instrumentalisierter Lebensbereich
3.7. Die Wertorientierung der Jugendlichen
IV. Jugend(sub)kulturen
4.1. Die Theorie der Subkultur
4.2. Normen der Subkulturen
4.3. Zwischen Selbstinszenierung und Kommerzialisierung
4.4. Entstehung und Erscheinungsformen
4.5. Ein- und Ausstieg
4.5.1 Allgemeines
4.5.2 Rolle der Musik
V. Heutige Jugend(sub)kulturen unter der Lupe
5.1. Punks
5.1.1 Entstehung
5.1.2 Einstellungen
5.1.3 Mode, Accessoires und Symbole
5.1.4 Musik und Events
5.2. Skinheads
5.2.1 Entstehung
5.2.2 Skinheadgruppierungen
5.2.2.1 Blood and Honour
5.2.2.2 S.H.A.R.P.
5.2.2.3 Oi!
5.2.3 Lebensstil – Ein „way of live“, der mit Gewalt einher geht
5.2.4 Mode, Accessoires und Symbole
5.2.5 Musik, Medien und Treffpunkte
5.3. „Schwarze Szene“: Gothics/Grufties
5.3.1 Entstehung
5.3.2 Daten und Fakten
5.3.3 Soziale Räume und Treffpunkte
5.3.4 Einstellungen und Lebensgefühl
5.3.5 Glauben und Religiosität
5.3.6 Lebensstil
5.3.7 Mode und Styling
5.3.7.1 Kleidung
5.3.7.2 Frisuren
5.3.7.3 Accessoires
5.3.8 Musik und Medien
5.4. Techno- und House-Szene
5.4.1 Entstehung
5.4.2 Soziale Räume und Treffpunkte
5.4.3 Stil
5.4.4 Mode
5.4.5 Musik
5.4.6 Ekstase, Tanz und Drogen
5.4.7 Medien
5.4.8 Wertorientierung: „Love, peace, unity and happyness“
5.5. HipHop
5.5.1 Entstehung
5.5.2 Zahlen und Fakten
5.5.3 Mode
5.5.4 Sprachcode
5.5.5 Treffpunkte
5.5.6 Musik und Medien
VI. Identität
6.1. Zum Begriff der Identität
6.2. Identitätsentwicklung (Erikson)
6.3. Das Jugendalter als besondere Phase der Identitätssuche
6.4. Identitätsfindung in der Jugendkultur: Chance oder Gefahr?
VII. Umgang mit Jugendkulturen im schulisch-erzieherischen Kontext
7.1. Politisches Interesser der Jugendlichen
7.2. Gedanken zu einem schülernahen, an der Lebenswelt orientierten (Politik-)Unterricht
7.3. Grenzen eines an der Erfahrungswelt der Jugendlichen anknüpfenden Politikunterrichts
VIII. Fazit
IX. Literatur
Das Hauptziel der Arbeit ist es, die Bedeutung von Jugendsubkulturen für die Identitätsfindung im Jugendalter unter Berücksichtigung gesellschaftspolitischer Aspekte zu beleuchten, um damit Grundlagen für einen schülernahen Gemeinschaftskundeunterricht zu schaffen.
4.5.1 Allgemeines
Die Zugehörigkeit zu einer modernen Jugendkultur erwirbt man nicht im nächsten Supermarkt. Wer dazu gehören will, muss eine Menge Zeit investieren – die wohl kostbarste Währung in unserer schnelllebigen Welt. Die Stile der Jugendkulturen basieren auf einem „hochgradig ausdifferenzierten System von Regeln, die nirgendwo schriftlich fixiert sind und zumeist nur durch aktive Teilnahme erfahren werden können, aber punktgenau befolgt werden müssen“ (Farin kick.de 2002, S.94).
Nach einem von Manfred Zenter, Mathematiker und Geschäftsführer des österreichischen Jugendforschungsinstituts jugendkultur.at, entwickelten Modell lassen sich innerhalb des Beziehungsnetzwerks moderner Jugendkulturen vier Rangstufen unterscheiden.
Der Kernszene gehören die Jugendlichen an, die sich zu 100% mit einer bestimmten Szene identifizieren und dieser Zugehörigkeit sowohl auf sprachlicher, modischer, musikalischer als auch philosophischer Ebene Tribut zollen. Das Leben dieser Jugendlichen spielt sich vorwiegend an den Szene-Locations ab, ihre Freunde und Freundinnen kommen ebenfalls aus der Szene, sie lesen Szene-Zeitschriften und sprechen ihren speziellen Szene-Jargon. Andere Szenen sind für sie uninteressant. Sie leben in der einen, in ihrer Szene.
Die Randszene beherbergt im Gegensatz zur Kernszene die sogenannten Szene-Flaneure. Sie beherrschen den Szene-Code zwar auch relativ perfekt, nehmen die ganze Sache aber nicht so ernst wie die Mitglieder der Kernszene.
Die Randszenen-Jugendlichen lassen sich nur ungern auf eine bestimmte Szene festlegen und flanieren deshalb lieber zwischen verschiedenen Szenen hin und her. Die Randszene ist distanzierter, ironischer und geht lockerer mit den sogenannten Szenewahrheiten um, ist weniger szene-gläubig. „Während für die Kernszene Jugendlichen die Szene eine Art Religion ist, ist sie für die Randszenenjugendlichen nicht mehr als ein Spiel“ (Farin kick.de 2002, S.95).
I. Vorwort: Die Autorin legt die pädagogische Relevanz des Themas dar und begründet das Ziel, Voraussetzungen für einen schülernahen Gemeinschaftskundeunterricht zu schaffen.
II. Begriffsbestimmungen: Es werden zentrale Fachbegriffe wie Jugend, Adoleszenz, Kultur, Subkultur und Szene definiert, um eine gemeinsame Basis für die Arbeit zu schaffen.
III. Das Jugendalter und seine Besonderheiten: Dieses Kapitel beschreibt die Jugend als eigenständige Lebensphase, deren Besonderheiten durch den Einfluss von Sozialisationsinstanzen und sich wandelnde gesellschaftliche Anforderungen geprägt sind.
IV. Jugend(sub)kulturen: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung von Subkulturen, ihrer Entstehung, ihrer Normen und dem Spannungsfeld zwischen individuellem Ausdruck und kommerzieller Vereinnahmung.
V. Heutige Jugend(sub)kulturen unter der Lupe: In diesem Hauptteil werden die Jugendkulturen Punks, Skinheads, Gothic-Szene, Techno- und House-Szene sowie HipHop hinsichtlich ihrer Merkmale, Stile und Codes detailliert analysiert.
VI. Identität: Der theoretische Fokus liegt auf der psychologischen Entwicklung von Identität nach Erikson und der Rolle des Jugendalters als entscheidende Phase der Identitätssuche.
VII. Umgang mit Jugendkulturen im schulisch-erzieherischen Kontext: Die Autorin reflektiert die Möglichkeiten und Grenzen eines lebensweltorientierten Politikunterrichts, der Jugendliche in ihrer konkreten Lebenssituation abholt.
VIII. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Jugendkulturen zwar eine wichtige Sozialisationsinstanz darstellen, Lehrkräfte jedoch einen reflektierten, empathischen Zugang benötigen, um diese Phänomene konstruktiv im Unterricht zu integrieren.
Jugend, Adoleszenz, Identitätsfindung, Jugendkulturen, Subkultur, Szene, Sozialisation, Pädagogik, Politikunterricht, Lebensweltorientierung, Punk, Skinheads, Gothic, Techno, HipHop
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Jugendsubkulturen für die Identitätsfindung Heranwachsender im 21. Jahrhundert und hinterfragt, wie Lehrkräfte diese Phänomene pädagogisch wertvoll in den Unterricht integrieren können.
Die zentralen Themen umfassen die soziologische Definition von Jugendphasen, die Identitätsentwicklung nach Erikson, die Analyse spezifischer Szenen wie Punks oder Techno sowie die Didaktik eines lebensweltorientierten Gemeinschaftskundeunterrichts.
Das Ziel ist es, ein präzises Bild jugendlicher Lebenswelten zu zeichnen, um damit Lehrern im Fach Gemeinschaftskunde ein besseres Verständnis zu vermitteln und Wege für einen schülernahen Unterricht aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Theorieanalyse bestehender soziologischer und pädagogischer Studien zu Identitätsentwicklung und Jugendsoziologie.
Der Hauptteil analysiert detailliert die fünf bedeutendsten Jugendkulturen: Punks, Skinheads, Gothics, Techno-Szene und HipHop, jeweils gegliedert nach Entstehung, Stilmerkmalen, Musik und gesellschaftlicher Bedeutung.
Die wichtigsten Begriffe sind Identitätsbildung, Sozialisationsinstanzen, Lebensweltorientierung, Jugendszenen und der schulische Umgang mit jugendkulturellen Ausdrucksformen.
Die Kernszene besteht aus Jugendlichen, die ihr Leben zu 100% auf die jeweilige Szene ausrichten, während die Randszene aus sogenannten "Szeneflaneuren" besteht, die den Szenecode beherrschen, das Ganze aber als weniger verpflichtend oder eher als Spiel betrachten.
Da Jugendliche sich zunehmend von abstrakten politischen Themen distanzieren, ist es laut der Autorin notwendig, an ihre Lebenswirklichkeit anzuknüpfen, um die Relevanz politischer Bildung für ihren eigenen Alltag spürbar zu machen.
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