Examensarbeit, 2001
71 Seiten, Note: 1,3
Vorbemerkungen
1. Einleitung
2. Über die Rolle der Soziologie
3. Modernisierungstendenzen
4. Mediengesellschaft
4.1 Mediengesellschaft: Abgrenzungen
4.2 Mediengesellschaft – praktische Auswirkungen
4.3 Ambivalenter Charakter der Medien
5. Moderne versus Postmoderne
5.1 Die Moderne
5.2 Die Postmoderne
5.3 Die postmoderne Moderne
6. Ambivalente Reaktionen der Pädagogik
6.1 Medien als Risiko
6.2 Medien als Chance
7. Medien und Politik
8. Medienkompetenz
9. Ambivalente Reaktionen der Musikpädagogik
9.1 Rock- und Popmusikdidaktik
9.2 Medien als Rivalen?
9.3 Passivität durch Medien?
9.4 Fernsehen und Musik
9.5 Gegensteuern?
10. Musikpädagogik zwischen Moderne und Postmoderne
10.1 Neue Heterogenität
10.2 Kritik an der Rock- und Popmusikdidaktik
10.3 Postmoderner Pragmatismus?
11. Didaktische Überlegungen
11.1 Didaktische Funktionen
11.2 Computer als Werkzeug?
12. Didaktische Reaktionen
12.1 Pluralisierung
12.2 Verselbständigung
12.3 Ambivalenzen
13. Musikdidaktische Theoriebildung
14. Resümee
Die Arbeit untersucht den Einfluss der medial geprägten Mediengesellschaft auf die musikdidaktische Theoriebildung unter Berücksichtigung soziologischer Modernisierungsprozesse. Dabei wird analysiert, wie sich die Musikpädagogik im Spannungsfeld zwischen Moderne und Postmoderne verhält und inwieweit ein theoretisch fundierter Umgang mit neuen Medien möglich ist.
4.2 Mediengesellschaft – praktische Auswirkungen
Alle westlichen Industriestaaten sind mehr oder weniger gleich stark von den massenmedialen Auswirkungen betroffen. Wie auch in anderen Industriestaaten steht die Mediennutzung beispielsweise in den Niederlanden mit fast 41% Zeitanteil an der Spitze der Freizeitbeschäftigungen. Abgeschlagen folgen die Bereiche Kommunikation mit 26,4% und Hobbys mit 10,9% am Freizeitanteil; bemerkenswert ist die Tatsache, dass für die Mediennutzung 13 mal mehr Zeit veranschlagt wird als z.B. für soziale und politische Aktivitäten. Und ist es nicht bezeichnend, dass den Menschen die Mediennutzung wichtiger zu sein scheint als die Ausübung ihrer eigenen Hobbys?
In einer Befragung des Jahres 1994, in der 6-13jährige Kinder auf die Frage antworteten, was sie jeden Tag bzw. fast jeden Tag tun, gaben 82% „Fernsehen“ an, (zusammen mit der Kategorie „Video schauen“ würden sich rein rechnerisch gar 94% ergeben), was im Vergleich zu nichtmedialen Tätigkeiten wie z.B. „Drinnen spielen“ mit 53% oder „Selber Musik machen“ mit nur 15% der Nennungen vergleichsweise viel ist. Die Freizeitaktivität „Fernsehen“ wurde nur von der Kategorie „Hausaufgaben machen“ (90%) übertroffen, welche jedoch eine Zwangskomponente enthält und somit nicht repräsentativ für die wirklichen Freizeitpräferenzen von Kindern sein kann.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die unzureichende theoretische Reflexion des Medieneinflusses in der Musikpädagogik und setzt das Ziel, eine stärkere Auseinandersetzung mit diesem Thema anzuregen.
2. Über die Rolle der Soziologie: Dieses Kapitel erörtert die Schwierigkeit der Soziologie, einen eindeutigen Gesellschaftsbegriff für die Gegenwart zu finden, und betont die Notwendigkeit, gesellschaftliche Modernisierungstendenzen für die pädagogische Planung zu reflektieren.
3. Modernisierungstendenzen: Es werden die Modernisierungsparadoxien nach van der Loo und van Reijen erläutert und deren Relevanz für die Mediengesellschaft dargestellt.
4. Mediengesellschaft: Dieses Kapitel definiert die Mediengesellschaft, grenzt sie von der Informationsgesellschaft ab und zeigt deren praktische Auswirkungen sowie den ambivalenten Charakter der Medien auf.
5. Moderne versus Postmoderne: Hier erfolgt eine philosophische Abgrenzung zwischen Moderne und Postmoderne, um musikpädagogische Reflexionen besser einordnen zu können.
6. Ambivalente Reaktionen der Pädagogik: Das Kapitel kontrastiert kulturkritische Positionen, die Medien als Risiko begreifen, mit medienpädagogischen Ansätzen, die in neuen Medien Chancen für aktives Lernen sehen.
7. Medien und Politik: Es wird analysiert, wie die Politik auf den Modernisierungsprozess reagiert und warum die geforderte Medienkompetenz oft fälschlicherweise auf reine Informationskompetenz verkürzt wird.
8. Medienkompetenz: Dieses Kapitel strukturiert den Begriff Medienkompetenz in die vier Bereiche Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung.
9. Ambivalente Reaktionen der Musikpädagogik: Es wird die historische Entwicklung der musikpädagogischen Medienwahrnehmung aufgearbeitet, von der Rock- und Popmusikdidaktik über die Phase der Medien als Rivalen bis hin zur kritischen Auseinandersetzung mit Passivität durch Medien.
10. Musikpädagogik zwischen Moderne und Postmoderne: Hier wird die neue Heterogenität der Musikkultur beschrieben und die Kritik an der Rock- und Popmusikdidaktik im Kontext eines postmodernen Pragmatismus diskutiert.
11. Didaktische Überlegungen: Das Kapitel beleuchtet die didaktischen Funktionen verschiedener Medien und stellt die Sonderrolle des Computers als Werkzeug und Kommunikationsmedium heraus.
12. Didaktische Reaktionen: Es werden didaktische Antworten auf die Herausforderungen von Pluralisierung, Verselbständigung und Ambivalenzen durch die Einführung von Sozialerziehung und projektorientierten Unterrichtsformen entwickelt.
13. Musikdidaktische Theoriebildung: Das Kapitel konstatiert, dass der Pluralismus der Moderne auch die musikdidaktische Theoriebildung prägt und ein in sich geschlossenes musikdidaktisches Medienkonzept bisher fehlt.
Mediengesellschaft, Musikpädagogik, Postmoderne, Moderne, Medienkompetenz, Modernisierungstendenzen, Rock- und Popmusikdidaktik, Medienkritik, Mediennutzung, Ambivalenz, Sozialisation, Informationstechnologie, Musikunterricht, Pluralismus, Projektorientierung.
Die Arbeit untersucht den Wandel der Gesellschaft zur Mediengesellschaft und die damit verbundenen Folgen für die musikdidaktische Theoriebildung.
Die Schwerpunkte liegen auf soziologischen Modernisierungstheorien, der philosophischen Unterscheidung zwischen Moderne und Postmoderne sowie der Analyse pädagogischer und musikpädagogischer Reaktionen auf neue Medientechnologien.
Das Ziel besteht nicht in der Entwicklung einer neuen didaktischen Theorie, sondern in einem Appell an die Musikpädagogik, sich theoretisch fundierter mit dem Thema Medien und Mediengesellschaft auseinanderzusetzen.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse, die soziologische, philosophische, medienpädagogische und musikpädagogische Diskurse zusammenführt.
Der Hauptteil analysiert die Modernisierungstendenzen, die Spannungsfelder zwischen Moderne und Postmoderne, die Reaktionen der allgemeinen Pädagogik und Musikpädagogik sowie konkrete didaktische Überlegungen für den Musikunterricht.
Zentrale Begriffe sind Mediengesellschaft, Medienkompetenz, Modernisierungsparadoxien, Ambivalenz sowie die Notwendigkeit eines projektorientierten Musikunterrichts.
Der Autor kritisiert einen oft unreflektierten, pragmatischen Einsatz von Medien als bloße Werkzeuge und fordert eine pädagogisch fundierte Ausbildung von Medienkompetenz.
Der Autor argumentiert, dass die Rock- und Popmusikdidaktik angesichts der heutigen heterogenen Schülerschaft und der atomisierten Musikkultur keine geschlossene und ausreichende Antwort mehr bietet.
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