Diplomarbeit, 2007
84 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Entwicklungshilfe: kurzer Abriss
3 Empirische Betrachtung: Entwicklungshilfe und Wachstum
3.1 Entwicklungshilfe und Wachstum: Ausgewählte empirische Studien
3.2 Entwicklungshilfe und Investitionen: Ausgewählte empirische Studien
3.3 Zentrale Aussagen der Empirie
4 Theoretische Betrachtung: Wachstumswirkung eines Entwicklungshilfetransfers
4.1 Modelltheoretischer Rahmen
4.2 Wirkung einer permanenten Transferzahlung
4.3 Wirkung einer temporären Transferzahlung
4.4 Wirkung bei elastischem Arbeitsangebot
4.5 Zentrale Aussagen der Theorie
5 Modellkritische Betrachtung: Wachstumshemmende Faktoren
5.1 Verschwendung von Entwicklungshilferessourcen
5.2 Geringe private Investitionstätigkeit
5.3 Starker Verschleiß von öffentlichem und privatem Kapital
5.4 Zentrale Aussagen der modellkritischen Betrachtung
6 Schlussfolgerung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Wachstumseffekte von Entwicklungshilfe auf Empfängerländer. Dabei wird analysiert, inwieweit finanzielle Hilfstransfers tatsächlich dazu beitragen können, nachhaltiges Wachstum zu fördern und die Grundvoraussetzungen für eine dauerhafte Armutsreduktion zu schaffen, indem theoretische Modelle mit empirischen Erkenntnissen verknüpft werden.
Wirkung eines produktiven Transfers
Zu einem vollkommen anderen Ergebnis gelangen Chatterjee et al. (2003) bei Betrachtung der Wirkungseffekte eines an Investitionen gebundenen Transfers. Im Gegensatz zu einem permanenten „reinen“ Transfer ist bei einem „produktiven“ Transfer das Verhältnis von öffentlichem zu privatem Kapital im neuen langfristigen Gleichgewicht stark angestiegen, da der Transfer an öffentliche Investitionen gebunden ist und somit zu einer Erhöhung des öffentlichen Kapitalstocks beiträgt. Der langfristige Anstieg des öffentlichen Kapitalstocks wirkt sich wiederum positiv auf das Grenzprodukt des privaten Kapitals aus und stimuliert dadurch die private Investitionstätigkeit. Langfristig kommt es dadurch zu einer Erhöhung des privaten Kapitalstocks, wobei die private Kapitalbildung insgesamt geringer ausfällt als die Bildung des öffentlichen Kapitals. Durch den höheren nationalen Kapitalstock kann zudem mehr produziert werden. Es kommt demnach zu einem Anstieg des Outputs. Der Konsum steigt aufgrund des mit dem Transfer verbundenen Wohlstandeffektes ebenfalls an. Da der Output durch die erhöhte Produktivität jedoch stärker ansteigt als der Konsum, ist das Verhältnis von Konsum zu Output, C/Y, im neuen Gleichgewicht im Vergleich zur Ausgangssituation vor Einführung des Transfers niedriger. Insgesamt kann nach Chatterjee et al. (2003) ein vollständig an öffentliche Investitionen gebundener Transfer in Höhe von 5 % der BIP einen langfristigen Anstieg der gleichgewichtigen Wachstumsrate von 0,57 Prozentpunkten und eine Erhöhung der Wohlfahrt um 10,35 % generieren.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der internationalen Entwicklungshilfe und deren Ziel der Armutsbekämpfung ein, wobei die zentrale Forschungsfrage nach der Wirksamkeit von Hilfstransfers auf das Wirtschaftswachstum formuliert wird.
2 Entwicklungshilfe: kurzer Abriss: Dieses Kapitel gibt einen historischen Rückblick auf die Ursprünge der Entwicklungshilfe, definiert die offizielle Entwicklungshilfe (ODA) und erläutert deren Verteilung nach Einkommensgruppen und Regionen.
3 Empirische Betrachtung: Entwicklungshilfe und Wachstum: Hier werden ausgewählte Studien der Aid&Growth-Literatur analysiert, um den empirischen Zusammenhang zwischen Hilfszahlungen, Wachstum und Investitionen in den Empfängerländern aufzuzeigen.
4 Theoretische Betrachtung: Wachstumswirkung eines Entwicklungshilfetransfers: In diesem Kapitel wird mit Hilfe eines dynamischen Wachstumsmodells theoretisch untersucht, wie permanentes oder temporäres Kapital aus dem Ausland das Wachstum und die Wohlfahrt beeinflusst.
5 Modellkritische Betrachtung: Wachstumshemmende Faktoren: Dieses Kapitel beleuchtet reale Faktoren wie Korruption, ineffiziente Verwaltung und politische Instabilität, die in theoretischen Modellen oft nicht berücksichtigt werden, jedoch die Effektivität von Entwicklungshilfe stark mindern können.
6 Schlussfolgerung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese aus theoretischen und empirischen Ergebnissen und betont, dass eine Erhöhung der Entwicklungshilfe nur dann sinnvoll ist, wenn die institutionellen Rahmenbedingungen in den Empfängerländern gleichzeitig verbessert werden.
Entwicklungshilfe, Official Development Assistance, Wirtschaftswachstum, Kapitalakkumulation, öffentliche Investitionen, private Investitionen, Aid&Growth-Literatur, Modelltheorie, Korruption, Armutsbekämpfung, Pro-Poor Growth, Dynamische Wachstumsmodelle, Wohlfahrtseffekte, Humankapital, Crowding-Out Effekt
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Wachstumseffekte, die durch internationale Entwicklungshilfezahlungen in Empfängerländern erzielt werden können.
Die zentralen Felder umfassen die empirische Wirkungsanalyse von Entwicklungshilfe auf Wachstum und Investitionen sowie die theoretische Modellierung dieser Prozesse in einer dynamischen Volkswirtschaft.
Das primäre Ziel ist es, zu überprüfen, ob Entwicklungshilfe maßgeblich das Wachstum fördern kann, um so eine wesentliche Voraussetzung für die weltweite Armutsreduktion zu schaffen.
Die Autorin kombiniert eine umfassende Literaturanalyse empirischer Studien mit einer detaillierten theoretischen Untersuchung auf Basis eines dynamischen Wachstumsmodells.
Der Hauptteil gliedert sich in eine empirische Bestandsaufnahme, eine theoretische Analyse der Wachstumsdynamik bei Kapitaltransfers und eine modellkritische Diskussion von Hindernissen wie Korruption und politischer Instabilität.
Wichtige Begriffe sind Entwicklungshilfe (ODA), Kapitalakkumulation, Investitionseffekte, institutionelle Rahmenbedingungen und die Aid&Growth-Literatur.
Ein „produktiver“ Transfer ist an öffentliche Investitionen gebunden und stimuliert so die Kapitalbildung, während ein „reiner“ Transfer dem Land frei zur Verfügung steht und primär kurzfristig den Konsum erhöht.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass mangelnde Rechtssicherheit ein wesentliches Investitionshindernis darstellt, da sie das Vertrauen privater Akteure schwächt und somit die positiven Wirkungen von Entwicklungshilfe verpuffen lässt.
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