Diplomarbeit, 2005
179 Seiten, Note: 1,3
TEIL I – PROBLEMSTELLUNG & METHODIK
1. Einführung
2. Aufgabenstellung & Zielsetzung
3. Vorgehensweise
TEIL II – LITERATURANALYSE & EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
4. Besuchermanagement in Schutzgebieten – Eine Einführung
5. Die Tragfähigkeitsforschung als Managementansatz
6. Recreation ecology als zentraler Teil der Tragfähigkeitsbestimmung
7. Besucherbegrenzungen als Managementinstrument
8. Zwischenfazit: Schlussfolgerungen für die Aufstellung einer Methodik
TEIL III - FALLSTUDIEN
Müritz-Nationalpark, Deutschland
9. Einführung
10. Grundlagen
11. Methodik
12. Ergebnisse
13. Bewertung und Diskussion
14. Ausblick
Kakum National Park, Ghana
15. Einführung
16. Grundlagen
17. Methodik
18. Ergebnisse & Interpretation
19. Ausblick
TEIL IV - FAZIT
20. Kritische Reflexion: Probleme & Evaluation
21. Ausblick: Bedeutung für Forschung & Praxis
22. Zusammenfassung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines methodischen Ansatzes für die Planungspraxis, um Besucherzahlen in Schutzgebieten rational zu bestimmen und als Grundlage für Besucherbegrenzungen zu nutzen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Bestimmung der maximalen Besucherzahl unter Berücksichtigung komplexer ökologischer Wirkungszusammenhänge.
2.1 Handlungsbedarf & Fragestellung
Dieser Situation, gekennzeichnet durch einen enorm hohen Nutzungsdruck und eine sehr hohe Anzahl an Besuchern im Gebiet, kann nur durch eine Maßnahme des Schutzgebietsmanagements begegnet werden: Die Begrenzung der Besucherzahlen.
Die verschiedenen anderen dem Schutzgebietsmanagement zur Verfügung stehenden Strategien und Instrumente sollen in der vorliegenden Arbeit nicht weiter thematisiert werden. Sie sind in der einschlägigen Literatur ausführlich behandelt worden (siehe dazu: Anderson et al. 1998; Brown et al. 1985; Cole et al. 1987; Eagles et al. 2002; Marion & Farrell 1993; Riekens 1996). Zur grundsätzlichen Diskussion um die Anwendung, Umsetzung und Effektivität von Besucherbegrenzungen wird auf Kapitel 7 verwiesen. Es bleibt festzuhalten, dass direkte Maßnahmen generell und Besucherbegrenzungen insbesondere gültige und nötige Ansätze darstellen, um mit der touristischen Nutzung im dargestellten Ausmaß umzugehen. Cole formuliert es treffend mit: „For wilderness use limits, it is not a question of ‘if’ but ‘when’ and ‘how much’.“ (Cole 2001a, S. 5)
Das Instrument der Besucherbegrenzung im Schutzgebietsmanagement steht daher im Zentrum der Arbeit. Sie konzentriert sich dabei auf die Frage nach der Bestimmung der Höhe der Besucherzahl. Das komplexe Wirkungsgefüge von Ursachen und den resultierenden Belastungen im Schutzgebiet macht es allerdings schwer, das Instrument der Besucherbegrenzung so abzustimmen, dass es die auftretenden Belastungen schnell und verlässlich verringert. Ohne ausreichende methodische Kenntnisse über die Anwendung des Instruments der Begrenzung kann das Schutzgebietsmanagement hier keine fachlich fundierten Entscheidungen treffen. Durch die Bearbeitung der Fragestellung, wie die Höhe der maximalen Besucherzahl bestimmt werden kann, versucht die vorliegende Arbeit der Planungspraxis in den Schutzgebieten eine Hilfe bei der Einführung von Besucherbegrenzungen zu sein.
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die problematische Beziehung zwischen Tourismus und Schutzgebieten und skizziert ein Szenario zunehmender touristischer Nutzung.
2. Aufgabenstellung & Zielsetzung: Dieses Kapitel definiert den Handlungsbedarf einer Besucherbegrenzung und stellt die methodische Zielsetzung der Arbeit vor.
3. Vorgehensweise: Die methodischen Schritte zur Beantwortung der Forschungsfrage, einschließlich Literaturanalyse und Anwendung von Fallstudien, werden hier vorgestellt.
4. Besuchermanagement in Schutzgebieten – Eine Einführung: Es wird in die Grundlagen des Managements von Besuchern und Touristen sowie in die relevanten Begrifflichkeiten eingeführt.
5. Die Tragfähigkeitsforschung als Managementansatz: Die historische Entwicklung und der aktuelle wissenschaftliche Diskurs zur Tragfähigkeitsforschung werden kritisch beleuchtet.
6. Recreation ecology als zentraler Teil der Tragfähigkeitsbestimmung: Hier werden die ökologischen Auswirkungen der touristischen Nutzung und die Empfindlichkeit von Flora und Fauna detailliert untersucht.
7. Besucherbegrenzungen als Managementinstrument: Das Instrument der Besucherbegrenzung wird hinsichtlich seiner Grundlagen, Wirkungen und der Anwendung in europäischen Schutzgebieten analysiert.
8. Zwischenfazit: Schlussfolgerungen für die Aufstellung einer Methodik: Die Ergebnisse der vorangegangenen Untersuchungen werden zusammengefasst, um daraus eine eigene, praxistaugliche Herangehensweise abzuleiten.
9. Einführung: Vorstellung der Fallstudie im Müritz-Nationalpark sowie die Problemstellung des Kanusports.
10. Grundlagen: Analyse des Untersuchungsgegenstands und des Untersuchungsraums (Obere Havel) im Müritz-Nationalpark.
11. Methodik: Detaillierte Beschreibung der angewandten naturwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Methoden (Delphi-Technik) für den Müritz-Nationalpark.
12. Ergebnisse: Darstellung der Resultate der Empfindlichkeitsuntersuchung sowie der Delphi-Studie.
13. Bewertung und Diskussion: Kritische Gegenüberstellung und Interpretation der in der Fallstudie angewandten Methoden.
14. Ausblick: Empfehlungen für das weitere Besuchermanagement und zukünftige Forschungsbedarfe im Untersuchungsgebiet.
15. Einführung: Problemstellung und Zielsetzung der Fallstudie im Kakum National Park in Ghana.
16. Grundlagen: Naturräumliche Beschreibung sowie Analyse der touristischen Nutzung im Kakum Nationalpark.
17. Methodik: Erläuterung des methodischen Vorgehens unter den spezifischen Bedingungen vor Ort in Ghana.
18. Ergebnisse & Interpretation: Untersuchung der physischen Tragfähigkeit des canopy walkways und Konsequenzen für das Management.
19. Ausblick: Überlegungen zum zukünftigen Besuchermanagement im Park.
20. Kritische Reflexion: Probleme & Evaluation: Reflexion über die methodischen Grenzen der Arbeit und die Bewertung der Fallstudien.
21. Ausblick: Bedeutung für Forschung & Praxis: Einordnung der Arbeit in den wissenschaftlichen Diskurs und Implikationen für die Praxis.
22. Zusammenfassung: Abschließende Zusammenfassung der zentralen Thesen und Ergebnisse der Diplomarbeit.
Besuchermanagement, Schutzgebiete, Tragfähigkeitsforschung, Besucherbegrenzung, Recreation ecology, Kanusport, Müritz-Nationalpark, Kakum National Park, Delphi-Methode, Naturschutz, ökologische Belastbarkeit, Tourismusplanung, Nachhaltigkeit, Management frameworks, Grenzwerte.
Die Arbeit untersucht, wie Schutzgebietsverwaltungen mit dem zunehmenden touristischen Nutzungsdruck umgehen und auf welche Weise sie Besucherbegrenzungen wissenschaftlich fundiert und praxistauglich festlegen können.
Die zentralen Themen sind das Besuchermanagement in Großschutzgebieten, die ökologische Tragfähigkeitsforschung, die Auswirkungen von Erholungsaktivitäten auf Ökosysteme sowie die Entwicklung und Anwendung von Planungsmethoden.
Das primäre Ziel ist es, einen einfach handhabbaren, methodischen Ansatz für die Planungspraxis bereitzustellen, der es Managern ermöglicht, die maximale Besucherzahl rational zu bestimmen und zu begründen.
Die Arbeit nutzt eine umfassende Literaturanalyse, eine europaweite Umfrage in Schutzgebieten sowie zwei empirische Fallstudien (Müritz-Nationalpark und Kakum National Park), in denen unter anderem die Delphi-Technik als Expertenbefragungsmethode angewandt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Literaturanalyse zum Besuchermanagement und der Tragfähigkeitsforschung sowie zwei detaillierte Fallstudien, in denen die entwickelten Ansätze auf konkrete lokale Gegebenheiten angewendet und diskutiert werden.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Besuchermanagement, Tragfähigkeit, ökologische Belastbarkeit, Besucherbegrenzung und naturnahe Erholung charakterisiert.
Die Fallstudie ist relevant, da sie zeigt, wie im Konfliktfeld zwischen Kanusport und Naturschutz eine wissenschaftlich orientierte Empfindlichkeitsanalyse und Expertenbefragungen (Delphi-Technik) zur Festlegung von Nutzungskontingenten eingesetzt werden können.
Im Kakum National Park liegt der Fokus auf der physischen Tragfähigkeit des dortigen Baumwipfelpfads (canopy walkway), da hier weniger ökologische Zielkonflikte, sondern vor allem Fragen der infrastrukturellen Sicherheitskapazität im Vordergrund stehen.
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