Examensarbeit, 2007
65 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Aufgabenbereiche von Jugendhilfe und Schule
2.1 Jugendhilfe
2.1.1 Jugendhilfe unter dem Aspekt der Lebensweltorientierung
2.1.2 Jugendarbeit als Teilbereich der Jugendhilfe
2.1.3 Prinzipien der Jugendarbeit
2.2 Schule
2.2.1 Grundsätzlicher Funktionsbereich der Schulen nach Fend
2.2.2 Erläuterung der Integrationsfunktion
3. Schule und Jugendhilfe-zwei Arbeitsfelder, ein gemeinsamer Weg?
3.1 Begründung für eine Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule
3.1.1 Strukturprobleme von Schule als Begründung für Schulsozialarbeit
3.1.2. Veränderte Lebenswelten
3.1.2.1 Wandel der Gesellschaft und Veränderung der Berufswelt
3.1.2.2. Veränderung der Familienstrukturen
3.1.2.3 Kinderarmut
3.1.2.4 Migration
3.2 Kooperation? Nur außerschulisch…
3.3 Fazit
4. Schulsozialarbeit
4.1 Aufgabenbereich und Zielsetzung der Schulsozialarbeit
4.2 Einsatzorte von Schulsozialarbeitern
4.3 Trägermodelle
4.4 Rechtliche Grundlagen der Schulsozialarbeit
5. Kooperation
5.1 Kooperationsverhältnisse
5.2 Geschichtliche Entwicklung der sozialpädagogischen Hilfe in Schulen
5.2.1 Entwicklung von 1700-1850
5.2.2 Entwicklung von 1850 bis Ende der 1960er
5.2.3 Entwicklung der 60er und 70er Jahre
5.2.4 Entwicklung der 80er
5.2.5 Entwicklung in der DDR
5.2.6 Entwicklung der 90er Jahre
5.3 Probleme in der Kooperation
5.3.1 Begriffsbenutzung und Definition
5.3.2 Unterschiede in den Strukturen
5.3.3 Zeitliche Begrenzung der Projekte
5.3.4 Unzureichende rechtliche Regelungen
5.3.4.1 Rheinland-Pfalz
5.3.4.2 Hessen
5.3.4.3 Bayern
5.3.4.4. Sachsen
5.3.4.5. Mecklenburg-Vorpommern
5.3.5 Fazit
6. Projekte
6.1 Theorie und Praxis – ein Vergleich
6.2 Projekt „Mobiles Sorgenbüro“
6.3 Projekt „Dialog der Kulturen“
7. Ausblick und Schlussfolgerung
Die Arbeit analysiert die Schulsozialarbeit als zentrale Kooperationsform zwischen Jugendhilfe und Schule. Sie untersucht, inwiefern eine engere Zusammenarbeit notwendig ist, um auf die veränderten Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen zu reagieren, und beleuchtet dabei kritisch die strukturellen Hürden sowie aktuelle Modellprojekte.
3.1.1 Strukturprobleme von Schule als Begründung für Schulsozialarbeit
Nun gibt es einige Merkmale von Schule, die der erfolgreichen Sozialisation von Kindern und Jugendlichen entgegenstehen. Zunächst einmal ist Schule verpflichtend für alle Kinder in Deutschland. Diese Tatsache entspricht nicht der zunehmenden Individualisierung der Gesellschaft. Kinder und Jugendliche haben fast keine Möglichkeit, den Ort Schule zu umgehen.
Des Weiteren ist Schule nicht auf die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet, sondern begreift sie ausschließlich in ihrer Rolle als SchülerInnen, jedoch nicht in ihrer Rolle als Kinder oder Jugendliche mit Sorgen, Ängsten und Nöten:
Die Kognitions-Schule orientiert sich nicht am Alltagsleben des Schülers, sondern an der zugedachten Rolle, an über Lehrpläne, Jahrgangsklassen, Stundenpläne, Leistungsstandards vermittelten Regelvorgaben und Verhaltenserwartungen. Für alle Kinder und Jugendlichen, gleich aus welchen Familien sie kommen, gelten Anforderungen an Fähigkeiten und Bereitschaften zum Institutionsverhalten…
1. Einleitung: Einführung in die historische Tradition der Schulsozialarbeit, Definitionen und die Motivation der Arbeit zur kritischen Analyse der Kooperation.
2. Aufgabenbereiche von Jugendhilfe und Schule: Darstellung der Kernaufträge beider Instanzen, unter besonderer Berücksichtigung der Jugendarbeit und der Integrationsfunktion von Schule.
3. Schule und Jugendhilfe-zwei Arbeitsfelder, ein gemeinsamer Weg?: Untersuchung von Begründungen für eine Zusammenarbeit, fokussiert auf gesellschaftliche Wandlungsprozesse und Strukturprobleme.
4. Schulsozialarbeit: Definition und Zielbestimmung des Arbeitsfeldes sowie Erläuterung von Einsatzorten, Trägermodellen und rechtlichen Grundlagen.
5. Kooperation: Analyse verschiedener Kooperationsmodelle, geschichtliche Abrisse und Darstellung zentraler Probleme bei der Zusammenarbeit.
6. Projekte: Vergleichende Betrachtung von Praxisbeispielen in Rheinland-Pfalz zur Umsetzung der sozialpädagogischen Zielsetzungen.
7. Ausblick und Schlussfolgerung: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Forderung nach verbindlichen Rahmenverträgen zur Sicherung sozialpädagogischer Hilfe.
Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Schule, Kooperation, Lebensweltorientierung, Sozialisation, Prävention, Schulverdrossenheit, Ganztagsschule, Kinderarmut, Migrationshintergrund, Trägermodelle, Bildungsauftrag, Erziehungsauftrag, Schulgesetz.
Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung der Schulsozialarbeit als Kooperationsform zwischen Jugendhilfe und Schule in Deutschland, wobei Probleme und Möglichkeiten kritisch beleuchtet werden.
Zentrale Themen sind die veränderten Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen, die strukturellen Konflikte zwischen Schule und Jugendhilfe sowie die pädagogischen Anforderungen an ein modernes Schulsystem.
Das Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Stand der Schulsozialarbeit zu geben und die Problematik der Kooperation sowie konkrete Lösungsansätze anhand von Praxisbeispielen zu diskutieren.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie auf qualitative Einblicke durch die Untersuchung spezifischer Schulsozialarbeitsprojekte in Rheinland-Pfalz.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Begründung der Kooperation, den rechtlichen Grundlagen, den verschiedenen Trägermodellen und der Analyse praktischer Projekte.
Begriffe wie Kooperation, Lebensweltorientierung, Sozialisation und Prävention bilden den Kern der terminologischen Auseinandersetzung.
Giesecke sieht die Schule traditionell als Wissensvermittler und lehnt sozialpädagogische Eingriffe durch Lehrer ab, während die Schulsozialarbeit genau an dieser Stelle intervenieren möchte, um soziale Probleme aufzufangen.
Dieses Projekt verdeutlicht die erfolgreiche Umsetzung präventiver und integrativer Arbeit an einer Schule, zeigt jedoch auch die Abhängigkeit von finanzieller Förderung und strukturellen Rahmenbedingungen auf.
Die Autorin bemängelt, dass es keine bundeseinheitliche, verpflichtende Regelung für die Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe gibt, was zu einer ungleichen Versorgungsqualität führt.
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