Examensarbeit, 2002
70 Seiten, Note: 2,3
1. Über das Thema, die Methode und die Intention dieser Arbeit
2. Das Teufelsverständnis im Wandel der Zeit
2.1. Der Einzug des Teufels in das jüdisch-christliche Weltbild
2.1.1. Der Verkläger des Menschen im Alten Testament
2.1.2. Der Herrscher der Dämonen und Widersacher Gottes im Neuen Testament
2.2. Die Erweiterung des Teufelsbildes bis zu seiner endgültigen Ausgestaltung im Mittelalter
2.2.1. Der Teufel im Verständnis der frühen Kirchenväter
2.2.2. Die Umwandlung des hellen Morgensterns in den pferdefüßigen Teufel
2.3. Die Umkehr zum allmählichen Abschied vom mittelalterlichen Teufelsbild
2.3.1. Der Versuch des Protestantismus in der Renaissance, das Teufelsbild zu versachlichen
2.3.2. Die Hinterfragung von Himmel und Hölle im Zuge der Aufklärung
2.3.3. Die endgültige Abschaffung des Teufels in der Moderne
3. Das Wirken der Teufelsfiguren bei Marlowe, Goethe und Lewis
3.1. Die Werke in kurzen Zusammenfassungen
3.1.1. Marlowes Doctor Faustus
3.1.2. Goethes Faust
3.1.3. Lewis’ Screwtape Letters
3.2. Die unterschiedlichen Strategien der Teufelsgestalten
3.2.1. Warum die Faustdramen getrennt von den Screwtape Letters erarbeitet werden
3.2.2. Der Teufelspakt bei Marlowe und Goethe
3.2.2.1. Ausgangslage
3.2.2.2. Bundschluss
3.2.2.3. Der Verlauf des Bundesverhältnisses
3.2.2.4. Die endgültige Einlösung des Vertrags
3.2.3. Der versteckte Versucher in Lewis' Screwtape Letters
3.2.3.1. Ausgangslage
3.2.3.2. Die Bemühungen Screwtapes und Wormwoods, die Seele des Opfers zu gewinnen
3.2.3.3. Der Tod und seine Folgen
3.3. Die vertikalen und horizontalen Beziehungen der Teufelsfiguren
3.3.1. Das Verhältnis der Teufelsfiguren zu Gott
3.3.2. Die Teufelsfiguren im Umgang mit den Menschen
3.3.3. Das Selbstkonzept der Teufelsfiguren und ihre Position
3.4. Realität und Gestalt der Hölle
4. Der unmittelbare Werkhintergrund
4.1. Die Stellung des Werks innerhalb der Biographie und Schaffensgeschichte
4.1.1. Christopher Marlowe und Doctor Faustus
4.1.2. Der Faust im Leben und literarischen Schaffen Goethes
4.1.3. C. S. Lewis und die Screwtape Letters
4.2. Die Bedeutung der Religion im Leben der Autoren
4.2.1. Christopher Marlowe unter dem Einfluss der Spaltung des westlichen Christentums
4.2.2. Goethes umfangreiche Beschäftigung mit den religiösen Strömungen seiner Zeit
4.2.3. Der lange Weg des C. S. Lewis zum christlichen Glauben
4.3. Literarische und historische Hintergründe
4.3.1. Das Buch Hiob und Goethes Faust
4.3.2. Der zweite Weltkrieg und Lewis’ Screwtape Letters
4.4. Die Intentionen der Teufelsgeschichten
5. Zusammenfassung der Ergebnisse und abschließende Bemerkungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Darstellung und Entwicklung der Teufelsfigur in drei Werken unterschiedlicher Epochen: Christopher Marlowes Doctor Faustus, Johann Wolfgang von Goethes Faust und C. S. Lewis’ The Screwtape Letters. Ziel ist es, die Wandlung des Teufelsbildes von einem personalen Widersacher Gottes hin zur Metapher menschlicher Versuchung oder psychologischer Fehlhaltungen zu analysieren, wobei auch der Einfluss der persönlichen religiösen Hintergründe der Autoren auf die Werksgestaltung beleuchtet wird.
3.2.3.2. Die Bemühungen Screwtapes und Wormwoods, die Seele des Opfers zu gewinnen
Der Durchschnittlichkeit des zu Versuchenden entsprechend bewegen sich auch die Versuchungen, die Wormwood meist auf Anraten Screwtapes anbringt, im alltäglichen Rahmen. Nicht um Zauberei oder große Verbrechen geht es hier, sondern vielmehr um problematische Haltungen, die zu einer allmählichen, schrittweisen Entfernung von Gott führen sollen. Diese Haltungen beziehen sich auf die verschiedenen Lebensbereiche des Opfers: die Teufelsgestalten beschäftigen sich mit den persönlichen Beziehungen des jungen Mannes zu seiner Mutter, zu seinen Freunden und seiner Freundin ebenso wie mit seiner Haltung zum Zweiten Weltkrieg, der gerade England erreicht hat, und seinem Verhältnis zu Gott, wobei sie sich vornehmlich auf die Beziehung zur Kirchengemeinde konzentrieren. In allem steht das versteckte Wirken des Teufels im Mittelpunkt, der nicht so sehr seine Entdeckung fürchtet als vielmehr die Einsicht des Opfers, auf einen falschen Weg geraten zu sein. Um dies zu verhüten, empfiehlt der erfahrene Versucher seinem Schüler zur Anwendung unauffälliger Methoden, die in ihrer Summe zur Verdammnis des Opfers führen:
Murder is no better than cards if cards can do the trick. Indeed the safest road to Hell is the gradual one – the gentle slope, soft underfoot, without sudden turnings, without milestones, without signposts.
1. Über das Thema, die Methode und die Intention dieser Arbeit: Einführung in die Faszinationsgeschichte der Teufelsfigur und Begründung der Auswahl der drei Autoren Marlowe, Goethe und Lewis.
2. Das Teufelsverständnis im Wandel der Zeit: Historischer Abriss von den biblischen Ursprüngen des Satans als Ankläger bis hin zur modernen psychologischen Umdeutung des Bösen.
3. Das Wirken der Teufelsfiguren bei Marlowe, Goethe und Lewis: Detaillierte Analyse und Vergleich der Teufelsgestalten, ihrer Pakte mit den Menschen und ihrer Rolle als Verführer in den ausgewählten Werken.
4. Der unmittelbare Werkhintergrund: Untersuchung der biografischen, theologischen und zeithistorischen Einflüsse, die Marlowe, Goethe und Lewis beim Schreiben ihrer Werke geprägt haben.
5. Zusammenfassung der Ergebnisse und abschließende Bemerkungen: Synthese der Erkenntnisse und Fazit zur anhaltenden literarischen Relevanz des Teufelsmotivs.
Teufelsfigur, Teufelspakt, Literaturwissenschaft, Faust, Marlowe, Goethe, C. S. Lewis, Screwtape Letters, Religionsgeschichte, Teufelsbild, Dämonologie, Versuchung, Gottesbild, Theologie, Literaturepochen
Die Hausarbeit untersucht die literarische Gestaltung und die historische Entwicklung der Teufelsfigur in den Werken von Marlowe, Goethe und C. S. Lewis und beleuchtet, wie sich das Verständnis von Gut und Böse über die Jahrhunderte gewandelt hat.
Die Schwerpunkte liegen auf der theologischen Evolution des Teufelsbegriffs, der Analyse spezifischer Teufelsstrategien in den Werken sowie dem biografischen und zeitgeschichtlichen Hintergrund der Autoren.
Es soll analysiert werden, ob die Autoren ein alternatives Teufelsbild entwarfen oder die akzeptierten Vorstellungen ihrer Zeit spiegelten, und inwieweit die Teufelsfigur als Werkzeug zur Reflexion menschlicher Existenz dient.
Die Arbeit nutzt eine komparative literaturwissenschaftliche Analyse, die den Textbefund mit biografischen Daten, theologischen Quellen und historischen Kontexten kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung, den direkten Werkvergleich der Teufelsgestalten (einschließlich ihrer Pakte und Strategien) sowie eine Untersuchung des Werkhintergrundes.
Zu den zentralen Begriffen zählen Teufelsfigur, Faust, Screwtape Letters, Theologie, Versuchung, Gottesbild und Teufelspakt.
Während Marlowe und Goethe die klassische Pakt-Struktur der Faust-Sage nutzen, agiert Lewis mit einem „versteckten“ Verführer, der auf psychologische Manipulation statt auf magische Verträge setzt.
Marlowe spiegelt die im 16. Jahrhundert kontrovers geführte Debatte um die göttliche Vorherbestimmung wider, was Fausts Unfähigkeit zur Buße als existenzielle, fast zwanghafte Komponente seines Schicksals unterstreicht.
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