Magisterarbeit, 2006
125 Seiten, Note: 1,7
Die Magisterarbeit untersucht die alltäglichen familiären Austauschbeziehungen zwischen kubanischen MigrantInnen in Deutschland und ihren Familien im Heimatland. Sie konzentriert sich auf die Kommunikationskanäle und Reisewege, um die Prozesshaftigkeit von Migration und die Reziprozität der Austauschbeziehungen zu beleuchten. Die Arbeit analysiert insbesondere die Entwicklungen seit 1990 in Kuba, die zu einer verstärkten Emigration nach Europa geführt haben.
Das erste Kapitel führt in die Thematik ein und schildert die alltäglichen Austauschbeziehungen zwischen kubanischen MigrantInnen und ihren Familien in Kuba anhand von persönlichen Erfahrungen. Kapitel 2 beleuchtet die theoretischen Grundlagen der Migrationsforschung, insbesondere die Transmigrationstheorie. Das dritte Kapitel widmet sich der Landeskunde Kubas mit Fokus auf den período especial und die Emigrationsbewegungen seit 1959. Kapitel 4 beschreibt die Feldforschung, die Thesen, Fragestellungen, Vorgehensweise und Methoden. Kapitel 5 erläutert den Forschungsverlauf und die Herausforderungen der Datenerhebung. Die Kapitel 6 und 7 präsentieren die Ergebnisse der Feldforschung in Deutschland und Kuba, einschließlich der Analyse der Kommunikationskanäle und der Auswirkungen der Migration auf den Alltag.
Kubanische Migration, Transnationale Familienbeziehungen, Kommunikation, Reisewege, Austauschbeziehungen, período especial, Reziprozität, Überlebensstrategie, Feldforschung, Ethnologie.
Es handelt sich um soziale Geflechte, die über Staatsgrenzen hinweg bestehen und durch ständigen Austausch von Geld, Gütern, Informationen und Besuchen zwischen Migranten und ihren Familien gepflegt werden.
Der "período especial" bezeichnet die schwere Wirtschaftskrise in Kuba nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ab 1990, die zu massiven Versorgungsengpässen und verstärkter Emigration führte.
Die Arbeit untersucht verschiedene Kommunikationskanäle und Reisewege, die als "Brücken" dienen, um die familiären Bindungen trotz der Distanz aufrechtzuerhalten.
Jineterismo bezeichnet informelle wirtschaftliche Aktivitäten in Kuba, oft im Tourismussektor, die als Überlebensstrategie der Jugend im Krisenkontext des período especial entstanden sind.
Eine der Thesen der Arbeit ist, dass die Migration nach Europa oft eine kollektive Überlebensstrategie der Familie ist, um durch Rücksendungen (Remittances) die Existenz in Kuba zu sichern.
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