Diplomarbeit, 2007
83 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
1.3 Forschungsobjekt: Krankenhäuser in Deutschland
1.3.1 Charakteristische Merkmale
1.3.2 Rahmenbedingungen und Herausforderungen
2. Paradigmenwechsel in der Rolle des Patienten
2.1 Modelle für die Beziehung Patient - Leistungserbringer
2.2 Besondere Aspekte der Beziehung zwischen Patient und Krankenhaus
2.3 Patientenzufriedenheit und -bindung im Krankenhaus
2.3.1 Begriffsklärung „Patientenzufriedenheit“
2.3.2 Determinanten der Patientenzufriedenheit im Krankenhaus
2.3.3 Zusammenhang zwischen Patientenzufriedenheit und -bindung
2.3.4 Bedeutung von Patientenbindung für das Krankenhaus
2.3.5 Auswirkungen von Patientenzufriedenheit auf das Krankenhaus
2.4 Kritische Betrachtung „Patient“ versus „Kunde“
3. Grundlagen des Customer Relationship Managements (CRM)
3.1 Auslöser für die Entwicklung des CRM-Ansatzes
3.2 Begriffsabgrenzung von CRM
3.3 Ziele und Inhalte des CRM
3.4 Konzepte des CRM-Ansatzes
3.4.1 Kundenbeziehungs - Lebenszyklus
3.4.2 Kundenertragswert
3.4.3 Ertragswertsteigerung und Kundenportfolio-Management
3.5 Überblick der Instrumente des CRM
4. Vom Customer Relationship Management zum Patient Relationship Management (PRM) für Krankenhäuser
4.1 Auslöser für die Entstehung des PRM-Ansatzes
4.2 Definition und Ziele von PRM
4.3 Die Besonderheiten von Gesundheitsdienstleistungen und ihre Implikationen für das PRM
4.4 Vorgehensweise des PRM
4.4.1 Analysephase
4.4.2 Zielformulierung und Strategieentwicklung
4.4.3 Umsetzung auf Grundlage des Patientenbeziehungs - Lebenszyklus
4.4.3.1 Patientenakquisition
4.4.3.2 Patientenbindung
4.4.3.3 Patientenrückgewinnung
4.4.4 Kontrollphase
4.5 Voraussetzungen für ein erfolgreiches PRM
5. Zentrale Erkenntnisse der Arbeit
5.1 Grundsätzliche Übertragbarkeit von CRM auf den Krankenhaussektor
5.2 Kritische Würdigung des PRM-Ansatzes für Krankenhäuser
5.2.1 Möglichkeiten von PRM
5.2.2 Grenzen von PRM
6. Zusammenfassung und Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht, inwiefern der aus der Privatwirtschaft stammende Ansatz des Customer Relationship Management (CRM) auf den Krankenhaussektor übertragbar ist, um den wachsenden Herausforderungen wie Wettbewerbsdruck, Kostendruck und dem Rollenwandel des Patienten zum Kunden zu begegnen. Dabei wird ein modifiziertes Modell, das Patient Relationship Management (PRM), analysiert und dessen Möglichkeiten sowie Grenzen für Krankenhäuser aufgezeigt.
2.3.1 Begriffsklärung „Patientenzufriedenheit“
Die „Patientenzufriedenheit“ wird in der Mehrzahl der Literatur der Krankenhausbetriebslehre aus dem Begriff der Kundenzufriedenheit abgeleitet, wobei diese „das Ergebnis individueller Abgleichprozesse zwischen den Erwartungen des Kunden an die Leistung und der tatsächlich erhaltenen Leistung, wie sie der Kunde wahrnimmt“, darstellt.
In der Theorie werden mehrere Erklärungsmodelle der Kundenzufriedenheit unterschieden, während gleichwohl das Confirmation/Disconfirmation-Paradigma (C/D-Paradigma) die häufigste Verwendung findet. Das C/D-Paradigma dient als grundlegendes Konzept der Erzeugung von Kundenzufriedenheit bzw. –unzufriedenheit und kann auch auf die Patientenzufriedenheit bzw. -unzufriedenheit angewendet werden. Zentrale Aussage dieses Modells ist, dass Kunden(un)zufriedenheit als Resultat aus dem Abgleich einer während einer Leistungsinanspruchnahme gemachten Erfahrung mit einem vorhandenen Vergleichsstandard des Kunden (Soll-Ist-Vergleich) entsteht. Übertragen auf den Patienten im Krankenhaus bedeutet dies, dass er dann zufrieden ist, wenn er die erbrachte Ist-Leistung des Krankenhauses genauso gut oder positiver wahrnimmt als die von ihm erwartete Soll-Leistung. Liegt dagegen die empfundene Ist-Leistung unter der erwarteten Soll-Leistung, ist der Patient unzufrieden.
Typischerweise liegt zwischen Zufriedenheit und Unzufriedenheit ein Bereich in dem Patienten indifferent reagieren. Die Ist-Leistung entspricht in diesem Fall zu einem Großteil den Erwartungen, jedoch haben negative Abweichungen vom erwarteten Standard der Leistungserbringung tendenziell einen größeren Einfluss auf die Patientenzufriedenheit als positive Abweichungen. Toleranzbereiche und Schwellenwerte sind dabei von subjektiven Erwartungen und der Wahrnehmung des jeweiligen Patienten abhängig. Patientenzufriedenheit ist prinzipiell subjektiv und von individuellen Eigenschaften der jeweiligen Person, z.B. Alter, Bildungsstand, sozialem Status und Krankheitsbild, abhängig. So belegen Studien, dass sich Patienten mittleren Alters mit hoher Bildung deutlich kritischer verhalten als Gleichaltrige eines niedrigeren Bildungsstandes. Die Erwartungen des Patienten werden u.a. auch durch eigene Erfahrungen, durch den Erfahrungsaustausch mit anderen Personen und durch Vergleiche mit Alternativen beeinflusst.
1. Einleitung: Beleuchtung der aktuellen Situation der Krankenhäuser unter Berücksichtigung von Kosten- und Wettbewerbsdruck sowie der Notwendigkeit einer strategischen Neuausrichtung.
2. Paradigmenwechsel in der Rolle des Patienten: Untersuchung des Wandels des Patientenbildes hin zu einem mündigen Kunden sowie Analyse der Bedeutung von Patientenzufriedenheit und -bindung.
3. Grundlagen des Customer Relationship Managements (CRM): Darstellung der theoretischen Konzepte, Ziele und Instrumente des klassischen CRM-Ansatzes.
4. Vom Customer Relationship Management zum Patient Relationship Management (PRM) für Krankenhäuser: Ableitung eines auf Krankenhäuser zugeschnittenen Managementansatzes inklusive einer phasengerechten Vorgehensweise.
5. Zentrale Erkenntnisse der Arbeit: Kritische Würdigung der Übertragbarkeit des CRM auf den Kliniksektor und Bewertung der Chancen und Grenzen des PRM.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der wichtigsten Forschungsergebnisse und Ausblick auf künftigen Forschungsbedarf.
Patient Relationship Management, PRM, Customer Relationship Management, CRM, Krankenhausmanagement, Patientenzufriedenheit, Patientenbindung, Patientenorientierung, Wettbewerbsfähigkeit, Gesundheitswesen, Dienstleistungsmanagement, Patientenakquisition, Patientenrückgewinnung, Gesundheitsreform, Fallpauschalen.
Die Arbeit untersucht, inwiefern Managementkonzepte aus der Privatwirtschaft, spezifisch das Customer Relationship Management (CRM), auf Krankenhäuser übertragen werden können, um auf den Strukturwandel im Gesundheitswesen zu reagieren.
Zentrale Themen sind der Wandel der Rolle des Patienten vom passiven Behandlungsobjekt zum mündigen Kunden, die Bedeutung von Patientenzufriedenheit und -bindung sowie die Entwicklung eines spezifischen Patienten Relationship Managements (PRM).
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob der privatwirtschaftliche CRM-Ansatz auf den Krankenhaussektor übertragbar ist und welche spezifischen Möglichkeiten und Grenzen sich dabei ergeben.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden theoretischen Literaturanalyse und wird durch Expertengespräche mit Vertretern aus Verwaltung, Pflege und Ärzteschaft praxisorientiert ergänzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des CRM, die Analyse der Krankenhaus-Rahmenbedingungen, die Ableitung des PRM-Ansatzes sowie eine detaillierte Vorgehensweise zur Implementierung dieser Strategie in Klinikprozesse.
Die Arbeit fokussiert sich primär auf Begriffe wie PRM, Patientenbindung, Patientenorientierung, Wettbewerbsfähigkeit im Krankenhaus und Strategisches Management.
Die Übertragung ist schwierig, da Krankenhäuser neben ökonomischen Zielen auch ethische, soziale und medizinische Versorgungsaufträge erfüllen müssen, die eine Gewinnmaximierung als reines Unternehmensziel ausschließen.
PRM muss je nach Patientengruppe (z.B. Notfallpatienten vs. planbare Behandlungen, oder spezifische Klassen wie Kinder und Demente) individuell angepasst werden, da die Entscheidungsfreiheit und Informationsasymmetrie der Patienten stark variieren.
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