Diplomarbeit, 2008
76 Seiten
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen der Ethikfonds
2.1 Definition und Begriffsklärung
2.2 Überblick über die Entwicklung
2.2.1 Geschichtliche Entwicklung
2.2.2 Gegenwärtige Marktsituation
2.2.3 Markttrends
2.3 Fundierung moralischer Motive
2.3.1 Legitimation der Börsen als Plattform für ethisches Handeln
2.3.2 Legitimation der Berücksichtigung einer Ethikdimension
2.4 Aus moralischen Motiven abgeleitete Ethikkonzeptionen
2.4.1 Deontologische Ethikkonzeption
2.4.2 Teleologische Ethikkonzeption
3 Methoden, Problemstellungen und Implikationen der Umsetzung
3.1 Allgemeine Vorgehensweise
3.2 Darstellung der Asset Allocation ethischer Anlagestrategien
3.2.1 Vermeidungsstrategien
3.2.2 Auswahlstrategien
3.2.3 Aktivismusstrategien
3.3 Problemstellungen bei der Umsetzung
3.3.1 Performance und Ethik als Gegensatz
3.3.2 Verschärftes Prinzipal-Agent-Problem
3.3.3 Fehlende Transparenz
3.3.4 Problem der Validation
3.3.5 Varianz bei Bestimmung ethischer Unternehmen
3.4 Implikationen auf das Unternehmensverhalten
4 Performanceeffekt einer ethischen Wertpapierselektion
4.1 Einführung in die Performanceanalyse bei Ethikfonds
4.2 Hypothesenbildung und Begründung
4.3 Empirische Überprüfung
4.3.1 Vergleich von Matched Samples
4.3.2 Vergleich von Indizes
4.3.3 Vergleich von synthetisch gebildeten Portfolios
4.4 Zusammenführung und kritische Würdigung
5 Zusammenfassung, Schlussfolgerungen und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die Fundierung, Umsetzung und Performance von Ethikfonds, mit einem besonderen Fokus auf den deutschen Kapitalmarkt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie moralische Motive in Anlageentscheidungen integriert werden und welchen Einfluss diese auf das Risiko-Rendite-Profil sowie das Verhalten der Zielunternehmen haben.
3.2.1 Vermeidungsstrategien
Die Vermeidungsstrategie kann als die erste Strategie angesehen werden, welche bei Ethikfonds Anwendung gefunden hat und ist die in Deutschland dominierende Anlagestrategie.
Anhand verschiedener Kriterien werden bei einer Vermeidungsstrategie – dem Prozess des sog. Screenings – Unternehmen aus dem Anlageuniversum eines Fonds ausgeschlossen. Deshalb werden solche Kriterien auch als Negativ- oder Ausschlusskriterien bezeichnet, da ein Unternehmen, das eine oder mehrere dieser Eigenschaften aufweist als mögliches Investitionsobjekt wegfällt. Zusätzlich kann zwischen einer internen und einer externen Vermeidungsstrategie unterschieden werden. Die interne Vermeidungsstrategie zeichnet sich dadurch aus, dass anhand einer Negativliste, die vom Fondsmanagement aufgestellt wird, Unternehmen aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen werden. Eine strengere Variante geht soweit, dass auch Unternehmen ausgeschlossen werden, die indirekt durch ihre Zulieferer mit einem kritischen Bereich verbunden sind. Bei einer weiteren, weniger strengen Variante legen Ethikfonds Schwellenwerte für kritische Bereiche fest. Schwellenwert bedeutet hier, dass Unternehmen bis zu einem gewissen Prozentsatz in ethisch bedenklichen Bereichen tätig sein können, ohne aus dem Investmentuniversum ausgeschlossen zu werden. Ein Getränkeunternehmen bspw. welches max. 5% seines Umsatzes mit dem Verkauf von alkoholischen Getränken macht, wird nicht aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Ethikfonds ein und stellt den Gang der Untersuchung sowie die theoretische Problemstellung dar.
2 Grundlagen der Ethikfonds: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Ethikfonds, erläutert ihre historische Entwicklung und fundiert moralische Motive sowie Ethikkonzeptionen.
3 Methoden, Problemstellungen und Implikationen der Umsetzung: Hier werden die Vorgehensweise bei der Asset Allocation und die praktischen Herausforderungen sowie die Auswirkungen auf Unternehmen beleuchtet.
4 Performanceeffekt einer ethischen Wertpapierselektion: Dieses Kapitel widmet sich der empirischen Überprüfung, ob eine ethische Wertpapierselektion zu einer abnormalen Rendite führt.
5 Zusammenfassung, Schlussfolgerungen und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die zukünftige Bedeutung ethischer Geldanlagen.
Ethikfonds, Nachhaltige Geldanlagen, Wertpapierselektion, Performanceanalyse, Asset Allocation, Vermeidungsstrategien, Auswahlstrategien, Aktivismusstrategien, Moralisches Handeln, Finanzintermediäre, Risikomanagement, Kapitalmarktanomalien, Sozialverantwortung, Investmentfonds, Rendite-Risiko-Verhältnis.
Die Arbeit analysiert die theoretische Fundierung und die praktische Umsetzung von Ethikfonds sowie deren Einfluss auf die Performance von Geldanlagen.
Die zentralen Felder sind die Definition ethischer Anlagen, die verschiedenen Anlagestrategien (Ausschluss, Auswahl, Aktivismus) und die wissenschaftliche Performance-Messung.
Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen ethischen Motiven und der finanziellen Performance zu ergründen und die Rolle von Ethikfonds als Finanz- und Ethikintermediäre zu klären.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung empirischer Studien und Performance-Messungen basierend auf finanztheoretischen Modellen.
Der Hauptteil behandelt die methodische Strukturierung von Ethikfonds, Probleme bei der Umsetzung (z.B. Transparenz, Prinzipal-Agent-Konflikte) und empirische Überprüfungen der Performance.
Ethikfonds, nachhaltige Geldanlagen, Asset Allocation, Performanceanalyse und moralische Motive.
Die BAFin hat die Verwendung der Bezeichnung „ethisch“ untersagt, da der Begriff als zu subjektiv und individuell interpretierbar eingestuft wurde.
Beim Best-of-Class-Ansatz werden Unternehmen nicht pauschal nach Branchen ausgeschlossen, sondern innerhalb ihrer Branche anhand ethischer Kriterien in eine Rangfolge gebracht, was eine faire Diversifikation ermöglicht.
Der Einfluss erfolgt primär über indirekte Marktmechanismen (Kapitalkosten) und Signalwirkungen auf das Image, wobei eine direkte Einflussnahme (Aktivismus) schwieriger umzusetzen ist.
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