Diplomarbeit, 2006
105 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Zielformulierung, Methodik und Vorgehensweise
2 Ökosystemare Betrachtung des Wassers
2.1 Eigenschaften des Wassers
2.2 Messbarkeit der Ausbildung von Kreisprozessen
2.3 Zoonösenkernstruktur
2.4 Zusammenfassung
3 Analyse der Wasserinfrastruktursysteme und des Betrachtungsraums
3.1 Wasserinfrastruktursysteme
3.1.1 Die Wasserinfrastruktur heute
3.1.1.1 Verlust von Nähr- und Mineralstoffen
3.1.1.2 Vermischung von Kreisläufen
3.1.1.3 Energieverbrauch
3.1.1.4 Risikomanagement
3.1.1.5 Naturwissenschaft, Politik, Verwaltung und Rechtsanwendung
3.2 Zusammenfassung
3.3 Betrachtungsraum
3.3.1 Siedlungs- und Landschaftsgeschichte
3.3.2 Klima und Niederschlag
3.3.3 Umgang mit Schmutzwasser in Brandenburg und Zaatzke
3.3.3.1 Neuorientierung der Abwasserpolitik in Brandenburg
3.4 Zusammenfassung
4 Impulse
4.1 Umorientierung der Gesellschaft durch innovative Technologien
4.2 Der ganzheitliche Systemansatz
4.3 Ressourcenmanagement
4.4 Konzepte ökologischer Innovation
4.5 Zusammenfassung
5 Der haushaltszentrierte Ansatz
5.1 Funktionale Ebenen der Gesellschaft
5.1.1 Die Haushaltsebene
5.2 Haushalt - Bestand
5.2.1 Wasserversorgung
5.2.2 Energieversorgung
5.3 Haushaltszentriertes und integriertes Wassermanagement
5.3.1 Die Wasserwaschmaschine
5.3.1.1 Qualitäts- und Kostenkontrolle
5.3.1.2 Nutzwertanalyse
5.3.2 Nutzwasserverwertung im Wohnhaus
5.3.3 Nutzwasserverwertung auf dem Grundstück
5.3.3.1 Pflanzenbau
5.3.3.2 Aquakultur
5.3.3.3 Glashausmodul
5.3.3.4 Gebäudeklimatisierung
5.3.3.5 Baubotanik
5.3.4 Rohstofftransformation
5.3.4.1 Kompostierung
5.3.5 Entwurfsdarstellung
5.3.6 Umsetzbarkeit des haushaltszentrierten Ansatzes
5.3.7 Projektplanung
5.4 Zusammenfassung
6 Organisation
6.1 Genossenschaften
6.1.1 Prinzip
6.1.2 Netzwerkknotenpunkt
7 Zusammenfassende Schlußfolgerungen
Die Diplomarbeit zielt auf die Entwicklung eines konzeptionellen, haushaltszentrierten Ansatzes ab, um die stoffliche und energetische Effizienz von Gebäuden und Grundstücken durch geschlossene Wasser- und Stoffkreisläufe zu steigern und somit die Belastung der Umwelt durch zentralisierte Abwasserstrukturen zu minimieren.
3.1 Wasserinfrastruktursysteme
Das Ziel der Analyse der heutigen Wasserinfrastruktursysteme ist es, sie hinsichtlich des Umgangs mit Schmutzwasser zu hinterfragen. Es gilt festzustellen, inwieweit diese Strukturen in der Lage sind, zukünftige Entwicklungen in sich aufzunehmen und ob sie zur Aufrechterhaltung der stofflichen Integrität unserer Landschaft beitragen und für einen gesunden Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur sorgen können.
Die Vergegenwärtigung der historisch gewachsenen Wasserinfrastrukturen der Schmutzwasserbehandlung soll uns helfen, unsere Gegenwart als ein zeitgebundenes und beeinflussbares Durchgangsstadium in die Zukunft zu begreifen. Aufgrund sich ändernder globaler, regionaler und lokaler Rahmenbedingungen wird es zunehmend fraglich, Trinkwasser weiterhin als Transportmittel für alle möglichen Arten von Abfällen zu missbrauchen.
Damals, vor dem Aufbau des industriegesellschaftlichen Wasserinfrastruktursystems, orientierten sich Ingenieure und Kommunalpolitiker häufig an den alten Römern: Sie wollten die Städte und Gemeinden ähnlich reichlich mit gutem Wasser versorgen wie diese und auch das Abwasser in Kanälen hinaus in die Flüsse leiten. Doch nach dem Ende der römischen Besatzung verfielen die Fernwasserleitungen, die wenige Städte wie Köln oder Mainz mit Wasser aus dem fernen Gebirge versorgten. Auch Abwasserkanäle wurden nicht mehr erweitert und verfielen ebenfalls. Die römische Wasserinfrastruktur erodierte unter anderem, weil sie nicht zur späteren Gesellschaft und Wirtschaftsweise passte.
1 Einleitung: Die Einleitung etabliert die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels im Umgang mit Wasser- und Stoffkreisläufen, um eine nachhaltige gesellschaftliche Existenzgrundlage zu sichern.
2 Ökosystemare Betrachtung des Wassers: Dieses Kapitel erläutert das "Energie-Transport-Reaktionsmodell" und die grundlegende Rolle des Wassers als energiedissipatives Medium in natürlichen Systemen.
3 Analyse der Wasserinfrastruktursysteme und des Betrachtungsraums: Hier werden die Defizite heutiger zentraler Abwassersysteme kritisch untersucht und landschaftsspezifische Gegebenheiten in Brandenburg analysiert.
4 Impulse: Dieses Kapitel behandelt notwendige Innovationen in Technik und Gesellschaft, um den Übergang zu einem zukunftsfähigen Wassermanagement zu ermöglichen.
5 Der haushaltszentrierte Ansatz: Im Zentrum steht die grundstücksbezogene Schmutzwasseraufbereitung mittels Membrantechnik, die als Schlüssel zur lokalen Kreislaufschließung dient.
6 Organisation: Dieses Kapitel beschreibt genossenschaftliche Organisationsformen als notwendige Netzwerkknotenpunkte für die erfolgreiche Umsetzung dezentraler Wasserstrategien.
7 Zusammenfassende Schlußfolgerungen: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass nur eine interdisziplinäre Integration von Technik, Politik und Bürgerbeteiligung eine nachhaltige Zukunft ermöglichen kann.
Wasserinfrastruktur, Schmutzwasser, Nutzwasser, Kreislaufwirtschaft, Membranbioreaktor, Haushaltszentrierter Ansatz, Nachhaltigkeit, Stoffstrommanagement, Dezentralisierung, Genossenschaft, Ökosystem, Energiedissipation, Siedlungswasserwirtschaft, Ressourcenmanagement, Abwasserpolitik.
Die Arbeit untersucht, wie wir von der aktuellen linearen Abwasserbeseitigung zu einem nachhaltigen, dezentralen Kreislaufsystem gelangen können, das Wasser als wertvolle Ressource schätzt.
Die zentralen Themen umfassen die ökosystemare Betrachtung von Wasser, die Analyse moderner Infrastruktursysteme, innovative Anbaumethoden auf dem Grundstück und neue organisatorische Organisationsmodelle.
Das Ziel ist die Entwicklung eines konzeptionellen, haushaltszentrierten Ansatzes, um die stoffliche und energetische Effizienz von Gebäuden und Grundstücken durch kurzgeschlossene Wasser- und Stoffkreisläufe signifikant zu steigern.
Die Arbeit basiert auf einer umfangreichen Literaturrecherche sowie persönlichen Experteninterviews und verknüpft technisches Know-how mit ökosystemaren Prinzipien.
Der Hauptteil analysiert die Schwächen zentraler Wasserinfrastrukturen, diskutiert neue technologische Impulse wie Membranbioreaktoren und beschreibt detailliert die praktische Implementierung auf einem Modellgrundstück in Zaatzke.
Zentrale Begriffe sind Nutzwasserkreislauf, Membranbioreaktor, dezentrale Abwasserentsorgung, stoffliche Effizienz und genossenschaftliche Organisation.
Die klassische Schwemmkanalisation vermischt verschiedenste Abwasserströme zu einem hochkomplexen Gemisch, wodurch Nährstoffe und Energie verloren gehen und die Landschaft durch Entwässerung geschädigt wird.
Das Glashausmodul wird funktional in den Wasserkreislauf des Hauses integriert und dient nicht nur als Biomasseproduzent, sondern auch zur Energiegewinnung, Gebäudeklimatisierung und Nutzwasserverwertung.
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