Diplomarbeit, 2008
108 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Spieltheoretische Grundlagen
3. Das Problem der Zeitinkonsistenz in der Geldpolitik
3.1 Das Zeitinkonsistenzproblem aus Sicht geldpolitischer Strategien
3.2 Das Konzept der Phillipskurve
3.3 Der Inflation Bias - Die Nash-Lösung im Ein-Perioden-Spiel
3.4 Reputation der geldpolitischen Akteure im wiederholten Spiel
3.4.1 Teilspielperfektes Gleichgewicht als Antwort eines endlichen Zeithorizontes
3.4.2 Die Triggerstrategie bei einem unendlichen Zeithorizont
3.5 Optimale Geldpolitik bei unvollständiger Information
3.5.1 Optimale Strategien bei makroökonomischen stochastischen Schocks
3.5.2 Geldpolitische Effekte bei unbekannter Inflationsaversion der Zentralbank
3.5.2.1 Das Separatinggleichgewicht
3.5.2.2 Das Poolinggleichgewicht
3.6 Zusammenfassende Schlussfolgerungen
3.7 Empirische Bedeutung
4. Zentralbankunabhängigkeit als Konsequenz der Zeitinkonsistenzproblematik
4.1 Dimensionen von Zentralbankunabhängigkeit
4.2 Ein konservativer Zentralbanker
4.3 Der Anreizvertrag für die Notenbank
4.4 Die Wechselkursanbindung mit Ausstiegsklausel
4.5 Einfluss der modelltheoretischen Analyse auf die Verfassung der Europäischen Zentralbank
4.6 Empirische Ergebnisse zur Zentralbankunabhängigkeit
5. Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht das Zeitinkonsistenzproblem wirtschaftspolitischer Maßnahmen im Kontext der Geldpolitik und analysiert, wie institutionelle Designs wie Zentralbankunabhängigkeit und Regelbindungen dazu beitragen können, die Glaubwürdigkeit der Notenbank zu erhöhen und einen "Inflation Bias" zu vermeiden.
1. Einleitung
In Vorbereitung auf die Europäische Währungsunion und dem Aufbau der Europäischen Zentralbank wurde ein besonderes Augenmerk auf die Unabhängigkeit und der damit verbundenen Glaubwürdigkeit der neuen Notenbank gelegt. Die Erfahrungen in der Vergangenheit haben gezeigt, dass von politischen Entscheidungsträgern abhängige Währungshüter, zu einem großen Teil, zu inflationärem Verhalten tendieren. In Zeiten schlechter Konjunkturlage versuchen Regierungen durch übertriebene Kritik des Öfteren Druck auf Zentralbanken auszuüben, um durch geldpolitische Maßnahmen Beschäftigungseffekte generieren zu können.
Der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung ist der negative Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation schon lange ein Begriff. Als oberste Präferenz haben Politiker nahezu aller Parteien, die an einer Wiederwahl interessiert sind, eine niedrige Arbeitslosigkeit. Schon Altkanzler Helmut Schmidt vertrat die Meinung: „5% Inflation sind besser als 5% Arbeitslosigkeit“. Könnte demnach eine Regierung die Währungshüter einer Volkswirtschaft beeinflussen, wäre die Gefahr einer unumstritten wohlfahrtsschädigenden Inflationssteigerung gegeben. Die Notenbanken können nämlich durch geldpolitische Instrumente wie Leitzinsniveau und Geldmenge die Inflation beeinflussen. Aufgrund dieser Problematik entbrannte in der Literatur eine rege Diskussion, wie optimalerweise das institutionelle Design der Geldpolitik aussehen sollte. Der Grad an Autonomie der Notenbanken spielt dabei eine ebenso entscheidende Rolle, wie die Implementierung zeitkonsistenter politischer Strategien.
1. Einleitung: Einführung in das Problem der Zentralbankunabhängigkeit und Zeitinkonsistenz im Kontext der Europäischen Währungsunion.
2. Spieltheoretische Grundlagen: Erläuterung der für das Verständnis der Arbeit notwendigen spieltheoretischen Konzepte und Methoden.
3. Das Problem der Zeitinkonsistenz in der Geldpolitik: Theoretische Analyse des Inflation Bias und der Rolle von Reputation sowie asymmetrischer Information.
4. Zentralbankunabhängigkeit als Konsequenz der Zeitinkonsistenzproblematik: Diskussion institutioneller Lösungsansätze für das Zeitinkonsistenzproblem und deren empirische Relevanz.
5. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Bewertung der theoretischen Ergebnisse und deren Bedeutung für die praktische Geldpolitik.
Zeitinkonsistenz, Geldpolitik, Zentralbankunabhängigkeit, Spieltheorie, Inflation Bias, Reputation, Rationale Erwartungen, Phillipskurve, Preisniveaustabilität, Signalspiele, Regelbindung, Diskretion, Wohlfahrtsfunktion, Europäische Zentralbank, Modell von Barro und Gordon.
Die Arbeit analysiert das Problem der Zeitinkonsistenz in der Geldpolitik, bei dem Anreize für Notenbanken bestehen, von angekündigten Inflationszielen abzuweichen, um kurzfristige Beschäftigungseffekte zu erzielen, was langfristig zu ineffizienten Inflationsraten führt.
Die zentralen Felder sind die spieltheoretische Modellierung geldpolitischer Interaktionen, die Bedeutung von Glaubwürdigkeit und Reputation sowie die institutionelle Ausgestaltung von Zentralbankunabhängigkeit.
Das primäre Ziel ist es, unter spieltheoretischen Gesichtspunkten aufzuzeigen, wie institutionelle Regelungen (wie Regelbindung oder die Delegation an konservative Zentralbanker) dazu beitragen können, die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik zu sichern.
Es werden spieltheoretische Modelle verwendet, insbesondere Modelle für statische und dynamische Spiele, sowie das Konzept perfekt bayesianischer Gleichgewichte bei unvollständiger Information.
Der Hauptteil gliedert sich in eine einperiodige Modellierung, die Analyse wiederholter Spiele mit Reputationsbildung, die Behandlung asymmetrischer Informationen und schließlich die praktische Anwendung dieser Theorie auf die institutionelle Verfassung der EZB.
Wichtige Begriffe sind Zeitinkonsistenz, Inflation Bias, Zentralbankunabhängigkeit, Rationale Erwartungen und Spieltheorie.
Die Triggerstrategie beschreibt einen Sanktionsmechanismus, bei dem die Öffentlichkeit ihr Vertrauen in die Notenbank entzieht und ihre Inflationserwartungen dauerhaft nach oben anpasst, sobald die Notenbank einmal von der Regel der Nullinflation abweicht.
Das Modell von Barro und Gordon bildet das theoretische Fundament der Arbeit, da es das geldpolitische Problem anschaulich als Spiel zwischen einer monetären Autorität und dem privaten Sektor interpretiert und die Ineffizienz diskretionärer Politik formal belegt.
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