Magisterarbeit, 2006
85 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
2 Krimi – ein Fernsehformat zwischen Unterhaltung und Anspruch
2.1 „Gesellschaftsauftrag“ im öffentlich-rechtlichen Fernsehen
2.2 Krimi-Elemente in Literatur und Film
2.3 Krimi im öffentlich-rechtlichen Fernsehen
3 Krimiserie Tatort
3.1 Die Entstehungsgeschichte
3.1.1 Zwei Krimiserien im Kontrast: Tatort versus Derrick
3.1.2 Die Genreentwicklung
3.2 Die Entwicklung der Kommissarfigur
3.3 Narration
3.3.1 Lokalkolorit im Tatort als Spiegelung der Gesellschaft
3.3.2 Realismus und Aktualität
3.3.3 Erzählweise im Tatort
4 Tatort-Folgen (ausgewählte Beispiele)
4.1 Reifezeugnis (1977)
4.1.1 Handlung
4.1.2 Hintergründe und Darstellungsweise
4.1.3 Charakterkonstruktion
4.2 Der Pott (1989)
4.2.1 Handlung
4.2.2 Hintergründe und Darstellungsweise
4.2.3 Charakterkonstruktion
4.3 Kinder der Gewalt (1999)
4.3.1 Handlung
4.3.2 Hintergründe und Darstellungsweise
4.3.3 Charakterkonstruktion
4.3.3.1 Hauptfiguren
4.3.3.2 Nebenfiguren
4.4 Filmische Darstellung der Städte
4.5 Zwischenfazit
5 Gesellschaftskritik
5.1 Artikulation und Manifestation der Gesellschaftskritik
5.2 Identifikation – Vermittlung der Gesellschaftskritik
5.3 Der Tatort klagt an – Fokus der Kritik
5.4 Aufklärung – Ziele der Kritik
6 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der Fernsehserie "Tatort" im Zeitraum von 1970 bis 2000 mit dem Ziel, die im Format enthaltene Gesellschaftskritik zu identifizieren und zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie gesellschaftspolitische Themen in die fiktionalen Kriminalerzählungen eingebettet und an das Publikum vermittelt werden.
3.3.1 Lokalkolorit im Tatort als Spiegelung der Gesellschaft
Prinzipiell zeigt der Tatort „Deutschland“ – sowohl hinsichtlich der Landschaft als auch hinsichtlich der Menschen. Die Serie zeichnet eine Landkarte Deutschlands, weil jede Episode lokale und regionale Charakteristika für ihre narrative Strategie nutzt. Tatort wird ebenfalls in Österreich und in der Schweiz produziert, jedoch bilden diese Folgen eine Ausnahme.
Ob Köln, Berlin, Stuttgart, Kiel oder die deutsche Provinz, die Regionalität ist das Schlüsselkonzept des Tatorts, weil sie „die Heimat“ vorstellt.
Die deutsche Provinz ist nicht einfach ein geographischer, sondern, spätestens seit dem 19. Jahrhundert, vor allem ein metaphysischer Raum: Heimat. So war es jedenfalls bis in die ersten Jahrzehnte der Bundesrepublik, vor allem im charakteristischsten Filmgenre jener Zeit, dem Heimatfilm, dessen früher Erfolg später in eine nachhaltige Abwehrreaktion umschlug. Wo der Neue Deutsche Film sich diesem Erbe nicht völlig verweigerte, näherte er sich ihm in einer Haltung vehementer Polemik, die vor allem das betonte, was von Beginn an kaum zu übersehen war: wie gnadenlos sich diese Heimat all jenen entzieht, die auch nur um ein Winziges von ihren Normen abweichen. Die Provinz ist zu Beginn der 1970er Jahre ein Kampffeld, auf dem die Auseinandersetzungen der Metropolen mit drastisch vereinfachten Frontverläufen und in modellhaft zugespitzten Konstellationen nachgestellt werden konnten.
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur Gesellschaftskritik im Tatort und Definition des methodischen Vorgehens anhand dreier Beispiel-Folgen.
2 Krimi – ein Fernsehformat zwischen Unterhaltung und Anspruch: Erläuterung des gesellschaftlichen Auftrags des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und der Entwicklung des Kriminalgenres.
3 Krimiserie Tatort: Analyse der Entstehungsgeschichte, der Wandlung der Ermittlerfiguren sowie der narrativen Struktur und Genreentwicklung der Serie.
4 Tatort-Folgen (ausgewählte Beispiele): Detaillierte Untersuchung der Folgen "Reifezeugnis", "Der Pott" und "Kinder der Gewalt" hinsichtlich ihrer Handlung, Hintergründe und Charakterkonstruktionen.
5 Gesellschaftskritik: Methodische Erarbeitung, wie Gesellschaftskritik im Tatort artikuliert, manifestiert und durch Identifikationsprozesse beim Zuschauer vermittelt wird.
6 Resümee: Zusammenführung der Ergebnisse, die den Tatort als Medium des sozialen Wandels und der kritischen Reflexion der deutschen Gesellschaft ausweisen.
Tatort, Gesellschaftskritik, Fernsehkrimi, Kommissarfigur, Identifikation, öffentlich-rechtlicher Rundfunk, deutsche Gesellschaft, Reifezeugnis, Der Pott, Kinder der Gewalt, Genreentwicklung, Kriminalerzählung, Sozialkritik, Medienanalyse, Fernsehformat.
Die Arbeit untersucht die Fernsehserie "Tatort" zwischen 1970 und 2000 als Medium, das nicht nur Unterhaltung bietet, sondern als gesellschaftskritische Instanz fungiert.
Die zentralen Themen sind der Bildungsauftrag des Fernsehens, die Entwicklung des Krimigenres sowie die Darstellung von gesellschaftlichen Konflikten durch lokale und individuelle Aspekte.
Das Ziel ist es, zu identifizieren, wie Gesellschaftskritik innerhalb der Struktur des "Tatort" artikuliert und durch welche narrativen Mechanismen sie an das Publikum transportiert wird.
Es wird eine qualitative Analyse durchgeführt, die die narrativen, strukturellen und figurativen Merkmale der Serie anhand ausgewählter Fallbeispiele (Tatort-Folgen) untersucht.
Der Hauptteil analysiert die historischen und strukturellen Hintergründe des "Tatort", die Evolution der Kommissarfiguren und widmet sich intensiv der inhaltlichen Auswertung konkreter Filmbeispiele.
Die Arbeit lässt sich primär mit Begriffen wie "Tatort", "Gesellschaftskritik", "Fernsehkrimi", "Identifikation" und "Medienanalyse" beschreiben.
Laut der Autorin zeichnet sich der "Tatort" durch eine stärkere regionale Verankerung, den Verzicht auf starre, rein moralisierende Vaterfiguren und eine deutlichere Tendenz zur Gesellschaftskritik aus.
Schimanski gilt als "Revolution" in der Serie, da er mit einer Biographie aus dem Arbeitermilieu eingeführt wurde und als Identifikationsfigur für einen unkonventionellen, emotionalen und sozial engagierten Ermittlertyp steht.
Die Schule dient, insbesondere in Folgen wie "Reifezeugnis" oder "Kinder der Gewalt", als zentrale Projektionsfläche für soziale Spannungen, Erziehungsprobleme und das Versagen gesellschaftlicher Institutionen.
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