Examensarbeit, 2004
66 Seiten, Note: 1,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Die Bedeutung des Lesens und der Lesemotivation
2.1 Zum Begriff der Lesemotivation
2.2 Funktionen des Lesens
2.3 Förderung der Lesemotivation als Aufgabe des Deutschunterrichts
3. Das Lesetagebuch als handlungs- und produktionsorientierte Methode
3.1 Zum Begriff „Lesetagebuch“
3.2 Einsatzmöglichkeiten des Lesetagebuchs
3.3 Vorteile des Lesetagebuchs
4. Lesen in meiner Lerngruppe
5. Konzept zur Förderung der Lesemotivation mit Hilfe des „Lesetagebuchs“
5.1 Legitimation der Methode „Lesetagebuch“
5.2 Schwerpunktsetzung
5.3 Zielsetzung
5.4 Planung des Konzepts
5.5 Durchführung und Reflexion des Konzeptes
5.6 Erforderliche Lehrerfunktionen
6. Evaluation
7. Ausblick
Die vorliegende Hausarbeit untersucht, wie durch den Einsatz des Lesetagebuchs als handlungs- und produktionsorientierte Methode die Lesemotivation von Schülern einer 6. Klasse an einer Hauptschule gefördert werden kann, um somit langfristig auch deren Lesekompetenz zu verbessern.
3. Das Lesetagebuch als handlungs- und produktionsorientierte Methode
Die literarische Erziehung in der Schule hat sich im Laufe der Zeit stetig verändert. Schon Dahrendorf erkennt 1967, dass die Kinder „klar das Lesen in der Schule von ihrem Privatlesen [trennen]. Im Hause wird gelesen, was den persönlichen Wünschen und Interessen entspricht, in der Schule, was einem aufgezwungen wird.“ In den 70er Jahren wird dann versucht, derartige „Literaturbarrieren“ abzubauen, indem vor allem privater Lesestoff in den Unterricht eingeführt wird. Seit dieser Zeit wird weniger die textorientierte und zunehmend die lese- und rezeptionsorientierte Didaktik propagiert, die das Interesse und die Bedürfnisse des jugendlichen Lesers in den Mittelpunkt stellt. In der zweiten Hälfte der 70er Jahre entwickelt sich ein Trend zum handlungs- und produktionsorientierten Unterricht. „Der handlungs- und produktionsorientierte Ansatz ist dem Anliegen entsprungen, die schulische Lektüre mit der privaten zu verknüpfen und so die Lust am Lesen in der Schule zu fördern.“ Der Lesevorgang wird dabei als „mehrperspektivisch-situationsbezogener Prozess“ verstanden, bei dem der Leser nicht nur rezeptiv-kognitiv verschiedene Aussagen aus dem Text entnimmt oder übernimmt, sondern sein eigenes Wissen, seine Erfahrungen, Einstellungen, Wertungen, Gefühle und Ängste mit einfließen lässt. Diese Einschätzung ergibt sich vorrangig aus der Rezeptionsästhetik, die herausgearbeitet hat, dass „der Sinn eines Textes immer vom Leser mitgeschaffen wird“.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die problematische Situation der Lesemotivation bei Jugendlichen, insbesondere vor dem Hintergrund der PISA-Studie.
2. Die Bedeutung des Lesens und der Lesemotivation: Hier werden theoretische Grundlagen zu Lesemotivation und den Funktionen des Lesens erörtert sowie die Bedeutung der Leseförderung im Deutschunterricht herausgestellt.
3. Das Lesetagebuch als handlungs- und produktionsorientierte Methode: Dieses Kapitel definiert das Lesetagebuch, beschreibt dessen Einsatzmöglichkeiten und hebt dessen methodische Vorteile hervor.
4. Lesen in meiner Lerngruppe: Die Lerngruppe der Klasse 6b wird hinsichtlich ihrer sozialen Struktur, Leistungsheterogenität und Lesevorlieben analysiert.
5. Konzept zur Förderung der Lesemotivation mit Hilfe des „Lesetagebuchs“: Der Autor stellt sein schulpraktisches Konzept vor, das von der Legitimation über die Planung bis hin zu den benötigten Lehrerfunktionen reicht.
6. Evaluation: Die Wirksamkeit des Konzepts wird anhand einer erneuten Schülerbefragung überprüft und interpretiert.
7. Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert die Ergebnisse und skizziert weitere Möglichkeiten zur langfristigen Leseförderung über die Unterrichtsreihe hinaus.
Lesemotivation, Lesetagebuch, Lesekompetenz, Hauptschule, Deutschunterricht, handlungsorientierter Unterricht, produktionsorientierter Unterricht, Jugendbuch, Binnendifferenzierung, Lesesozialisation, Leseförderung, Heinrichs Geheimnis, Schülermafia, Selbstständigkeit, Rezeptionsästhetik
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie man die Leseunlust bei Hauptschülern durch ein spezielles Unterrichtskonzept reduzieren und die Lesemotivation steigern kann.
Die Arbeit verknüpft theoretische Erkenntnisse über die Lesemotivation mit der praktischen Erprobung des Lesetagebuchs als Methode im Deutschunterricht.
Das Ziel ist es, durch die individuelle, selbstständige Arbeit mit einem Lesetagebuch eine Steigerung der Lesemotivation bei einer spezifischen 6. Klasse zu erreichen.
Es handelt sich um ein schulpraktisches Projekt, dessen Erfolg mittels einer anonymen Schülerbefragung zur Bestandsaufnahme und zur abschließenden Evaluation gemessen wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Lesetagebuchs, die Analyse der spezifischen Lerngruppe und die detaillierte Darstellung sowie Reflexion des erstellten Unterrichtskonzepts.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Lesemotivation, handlungs- und produktionsorientierter Unterricht, Binnendifferenzierung und Lesetagebuch.
Das Buch wurde gewählt, da es realistische Themen wie Gewalt und Erpressung behandelt, die für die Lebenswelt der Schüler von hoher Relevanz sind.
Der Lehrer nimmt eine beratende und begleitende Rolle ein, die freies, selbstständiges Arbeiten der Schüler ermöglicht, aber bei Bedarf durch Hilfen und Anregungen gestützt wird.
Ja, laut Evaluation gaben nach Abschluss der Reihe signifikant mehr Schüler an, gerne zu lesen, und die allgemeine Motivation, ein Lesetagebuch zu führen, war sehr hoch.
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