Fachbuch, 2007
100 Seiten
1. Kirche, Glaube und Gesellschaft
1.1 Geschwisterliche Kirche
1.2 Gewissensbildung
2. Sozialethik
2.1 Der Zölibat im Vergleich zur Gesellschaftsanalyse Erich Fromms: Haben oder Sein
3. Jesus und die Kirche
3.1 Jesus und sein Standpunkt zur Reinheit
4. Zölibat und theologische Ethik
4.1 Der Zölibat als Eckstein des katholischen Glaubens
4.2 „Professio fidei“
4.3 Frohbotschaft oder Drohbotschaft ?
4.4 Kultische Reinheit
5. Geschichtliche Entwicklung
5.1 Katholische Hierarchie und katholisches Glaubensverständnis
6. Zölibat und Recht
6.1 Das katholische Kirchengesetz
6.2 Die wichtigsten für den Zölibat relevanten Gesetze des Codex Iuris Canonici von 1983
6.3 Das Konkubinat
6.3.1 Straffolgen:
6.4 Dispens
6.5 Unterhaltsanspruch
6.6 Nothilfe
6.7 Menschenwürde und persönliche Freiheitsrechte
7. Aspekte der Fortentwicklung bzw. der Veränderung
8. Psychologie
8.1 Enthaltsamkeit in der Psychoanalyse
8.2 Der Zölibat und die Formen der Angst
8.3 Zölibat und Schizoidie
8.4 Lebensgeschichtlicher Hintergrund
8.5 Zusammenfassung
9. Einbruch der Liebe ins Priesterleben
9.1 -Psychologische Überlegungen-
9.2 Beispiele
9.2.1 Suchtgefahr
9.2.2 Gewissenlos
9.3 Ein Priester im Amt berichtet
9.3.1 Erlebnisbeschreibung mit dem Schwerpunkt des Verbleibens im Amt und der damit verbundenen Konsequenzen
10. Frauen und der Zölibat
10.1 Brief der Geliebten (Floria) an Aurel Augustinus
10.2 Problemdarstellung und Analyse der mit Priestern liierten Frauen
10.2.1 Probleme und Einsichten
10.3 Die Frauen
10.3.1 Darstellung der Beziehungen aus der Sicht der Frauen:
10.4 Stagnierte Beziehungen
10.5 Aufschrei
10.6 Heimliche Beziehungen
10.6.1 Selbstwertgefühle
10.6.2 Stumm vor Schmerz
10.6.3 Über den Kopf gewachsen
11. Analyse der Problematik bezüglich des Ausscheidens aus dem Amt und deren Auswirkungen auf das Verhalten gegenüber Frauen als Grunderkenntnis für die Folgen
11.1 Zur wirtschaftlichen Lage nach dem Ausscheiden
12. Der Zölibat in den Humanwissenschaften
13. Zölibat , die Er - Lösung vom Menschsein?
14. Kann der Zölibat abgeschafft werden?
15. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Zölibats in der katholischen Kirche sowie dessen sozialpsychologische und theologische Folgen. Die Autorin analysiert, inwieweit das Priesterbild durch den Pflichtzölibat geprägt ist, wie dieser zur Aufrechterhaltung hierarchischer Strukturen beiträgt und welche psychischen Auswirkungen diese Lebensform auf Priester sowie deren Partnerinnen hat.
8.3 Zölibat und Schizoidie
Die schizoiden Persönlichkeiten (nach Riemann)125 haben als grundlegendes Problem Angst vor der Hingabe.
Extrem ist der Impuls zur Selbstbewahrung und Ich-Abgrenzung.
Ihrem Bestreben so unabhängig, so autark wie möglich zu werden, niemand verpflichtet zu sein, auf niemanden angewiesen, niemanden zu brauchen, kommt der Beruf des Priesters entgegen, der Verpflichtung nur der Institution und dem eigenen Glaubensbild gegenüber kennt. Ansonsten sind durch den Zölibat die Auswirkungen der Schizoidie wie Distanziertheit zu den Mitmenschen und das Bedürfnis nach Abstand geheiligt.
Bei Distanzüberschreitung empfindet der Schizoide Bedrohung seines Lebensraumes, schroffe Abwehr. Auch das ist für nicht wenige Priester ‘normal‚.
Gegen unvermeidliche Nähe hat der Priester Schutzhaltungen bzw. Schutzwälle aufzubauen (s. Zölibatsgesetz), hinter denen er sich gegen die Nähe abschirmen kann. Der Zölibat wird also zum Alibi.
Kirche, Glaube und Gesellschaft: Dieses Kapitel thematisiert die Entkirchlichung und den Werteverlust in einer säkularisierten Welt, wobei Dogmatismus und Zentralismus als Hauptgründe für die aktuelle Kirchenkrise identifiziert werden.
Sozialethik: Hier wird der Zölibat im Kontext der Gesellschaftsanalyse von Erich Fromm betrachtet, wobei das „Haben-Prinzip“ der Kirche kritisch dem „Seins-Prinzip“ gegenübergestellt wird.
Jesus und die Kirche: Dieses Kapitel stellt die historische Lehre Jesu, die frei von klerikaler Hierarchie war, dem späteren kirchlichen Priesterbild und dem Konzept der Reinheit gegenüber.
Zölibat und theologische Ethik: Die Autorin untersucht den Zölibat unter ethischen Aspekten und argumentiert, dass er als eine Form von „Sünde“ gegen das Leben betrachtet werden kann, da er lebensverneinende Züge trägt.
Geschichtliche Entwicklung: Dieser Abschnitt zeichnet die Entwicklung des Priesteramtes von den Anfängen der christlichen Gemeinschaft bis zur Etablierung des Zölibats im Zuge kirchenpolitischer Machtinteressen nach.
Zölibat und Recht: Hier werden die kirchenrechtlichen Grundlagen (CIC) des Zölibats, inklusive Straffolgen, Dispensregelungen und der Unterhaltsanspruch, detailliert analysiert.
Psychologie: Ein zentraler Teil der Arbeit, in dem die Auswirkungen von Enthaltsamkeit und Angststrukturen auf die Psyche von Priestern untersucht werden, unter Rückgriff auf tiefenpsychologische Theorien wie die von Fritz Riemann.
Frauen und der Zölibat: Dieses Kapitel widmet sich den oft verschwiegenen Erfahrungen von Frauen, die Beziehungen zu Priestern unterhalten, und analysiert die psychische Dynamik dieser Partnerschaften.
Zölibat, katholische Kirche, Priester, Sozialpsychologie, Pflichtzölibat, Machtmissbrauch, Tiefenpsychologie, Schizoidie, Menschenrechte, Klerikalismus, Liebesverbot, kirchliche Hierarchie, Priesterfrau, Seelsorge, Kirchenrecht.
Das Buch analysiert den Pflichtzölibat innerhalb der katholischen Kirche und beleuchtet dessen historische, theologische und vor allem psychologische Hintergründe sowie die daraus resultierenden negativen Konsequenzen für Priester und betroffene Frauen.
Die Autorin behandelt primär die Machtstrukturen der Kirche, die Rolle der Sexualmoral, die tieferen psychischen Strukturen von Priestern unter dem Druck des Zölibats und die rechtlichen sowie persönlichen Hürden beim Ausscheiden aus dem Klerikerstand.
Das Ziel ist die Bewusstmachung der leidvollen Auswirkungen, die durch das starre Festhalten am Zölibat entstehen, und die Aufdeckung der Diskrepanz zwischen der ursprünglichen Lehre Jesu und der heutigen klerikalen Praxis.
Die Autorin kombiniert theologische Analysen mit Erkenntnissen aus der Tiefenpsychologie (insbesondere der Charakterlehre nach Fritz Riemann) und bezieht zahlreiche Erfahrungsberichte von Priestern und Frauen in ihre Untersuchung ein.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der tiefenpsychologischen Betrachtung der schizoiden Strukturen, die durch den Priesterberuf gefördert werden, sowie der rechtlichen Verankerung des Zölibats im Kirchenrecht (CIC), die ein Ausbrechen aus diesem System massiv erschwert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Priesterkirche, Zölibatszwang, existenzielle Angst, Entmündigung der Gläubigen und die Forderung nach einer geschwisterlichen Kirche maßgeblich charakterisiert.
Das Kirchenrecht wird als Instrument der Machtausübung interpretiert, das nicht bloß den Zölibat regelt, sondern diesen konstituiert und bei Verstößen mit existenziell bedrohlichen Sanktionen belegt, was die betroffenen Personen in eine massive psychische Notlage bringt.
Die Berichte machen deutlich, dass viele Frauen in den Beziehungen zu Priestern unter einer extremen Isolation und dem Druck leiden, ihre Liebe geheim halten zu müssen, wobei sie oft selbst als "Störfaktor" des kirchlichen Systems behandelt werden.
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