Magisterarbeit, 2001
83 Seiten, Note: 2,3
TEIL A: THOMAS MANN UND DIE AMERIKANISCHE LITERATUR
1. EINLEITUNG
1.1 Die Literatur der USA: Für Thomas Mann nur eine Fußnote der Weltliteratur?
1.2 Schwerpunkte und Aufbau der Arbeit
2. EDGAR ALLAN POE
3. THOMAS MANN UND DIE AMERIKANISCHE LITERATUR DES 20. JAHRHUNDERTS
3.1 Upton Sinclair und Sinclair Lewis
3.2 Hemingway und die junge Generation
4. THOMAS MANNS REZEPTION ÄLTERER US-LITERATUR
4.1 American Renaissance
4.2 Ralph Waldo Emerson
5. RESÜMEE TEIL A
TEIL B: THOMAS MANN UND WALT WHITMAN
1. EINLEITUNG
1.1 Interessenhorizont
1.2 Der Mythos Walt Whitman
1.3 Die deutschsprachige Whitmanrezeption ( 1900-1933 )
2. VON DEUTSCHER REPUBLIK
2.1 Für Dich O Demokratie
2.2 Demokratie und Humanität
2.3 Whitmans Werk in „Von Deutscher Republik“
2.3.1 DEMOKRATISCHE AUSBLICKE
2.3.1.1 Whitman und Novalis
2.3.1.2 Whitman und Goethe
2.3.1.3 Whitman und Nieztsche
2.3.2 DIE LYRIK WALT WHITMANS IN „VON DEUTSCHER REPUBLIK“
2.3.2.1 Homoerotik und Staat
2.3.2.2 Die Überwindung des Todes
2.4 AUSSTRAHLUNGEN IN DEN ZAUBERBERG
3. THOMAS MANNS WEG ZU WALT WHITMAN
3.1 Vor dem Wendepunkt
3.2 Erste Zeugnisse
3.3 Hans Reisiger
4. THOMAS MANNS WHITMANREZEPTION 1925-1955
4.1 Deutschland und Amerika
4.2 Amerikareisen und Exil
4.3 Die letzten Jahre
5. RESÜMEE TEIL B
6. ZUSAMMENFASSUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Thomas Mann zur amerikanischen Literatur, mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem tiefgreifenden Einfluss von Walt Whitman auf Manns politisches und ästhetisches Denken sowie seine Auseinandersetzung mit der eigenen (homo-)sexuellen Identität.
2. EDGAR ALLAN POE
Die erste Spur, die ein amerikanischer Autor im Werk Thomas Manns hinterlassen hat, ist zugleich eine der offensichtlichsten. Im elften Teil der Buddenbrooks schildert Mann einen Schultag im Leben des kleinen Hanno und seines Freundes Kai Graf von Mölln, der die Unterrichtsstunden damit verbringt, heimlich Edgar Allan Poes Der Fall des Hauses Usher zu lesen.3
Der wahnsinnige und todgeweihte Roderick Usher wird von Thomas Mann als Identifikationsfigur für Hanno und Kai in den Roman integriert. Die morbide Atmosphäre von Poes Kurzgeschichte charakterisiert wie Kai und Hanno ihre Umwelt erleben, die nur an der Oberfläche als geordneter Schulalltag erscheint, hinter dem sich für die beiden Jungen aber die grotesken Erscheinungen des persönlichen und gesellschaftlichen Verfalls auftun.
Der Amerikanist Heinz Galinsky hat darauf hingewiesen, wie subtil Thomas Mann Aspekte aus Poes Kurzgeschichte in das Schulkapitel verwoben hat. Außerdem macht Galinsky darauf aufmerksam, wie augenfällig sich die Parallele zwischen dem Untertitel des Buddenbrook-Romans Verfall einer Familie und dem Titel der Poeschen Kurzgeschichte Der Fall des Hauses von Usher ausnimmt:4
„Mann´s skill in interweaving the Usher story with his narrative of a morning of young Lübeckers in high school excels in letting Kai´s absorption in ‚The Fall of the House of Usher“ reverberate in spontaneous outbursts. (...) Passing by an old teacher in the school yard, Kai has a special greeting for him: ‚Guten Morgen, du Leiche.‘ Kai´s excuse for the feigned abscence of sa classmate runs ‚Leider dem Wahnsinn verfallen.‘ In this way the field of death metaphors is rounded out. At the same time the motif of Usher´s madness is transferred to a setting of schoolboyish humor.“5
1. EINLEITUNG: Die Einleitung thematisiert Manns anfängliche Distanz zur amerikanischen Literatur und skizziert die methodische Ausrichtung der Arbeit.
2. EDGAR ALLAN POE: Dieses Kapitel analysiert den frühen und prägenden Einfluss von Poes Kurzgeschichten auf Thomas Mann, besonders sichtbar in den "Buddenbrooks".
3. THOMAS MANN UND DIE AMERIKANISCHE LITERATUR DES 20. JAHRHUNDERTS: Hier wird Manns Rezeption zeitgenössischer US-Autoren wie Sinclair und Hemingway im Kontext der Weimarer Republik und des Exils beleuchtet.
4. THOMAS MANNS REZEPTION ÄLTERER US-LITERATUR: Das Kapitel behandelt Manns Verhältnis zu Autoren der "American Renaissance" wie Emerson und Melville sowie seine selektive Rezeption dieser Epoche.
5. RESÜMEE TEIL A: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zum ersten Teil der Untersuchung über Manns Literaturrezeption.
1. EINLEITUNG (TEIL B): Hinführung zur intensiven Auseinandersetzung mit Walt Whitman, die für Manns politische und moralische Entwicklung zentral war.
2. VON DEUTSCHER REPUBLIK: Analyse des Vortrags "Von deutscher Republik" als wichtigste Quelle für Manns Whitman-Rezeption und sein Ringen um eine demokratische Haltung.
3. THOMAS MANNS WEG ZU WALT WHITMAN: Nachzeichnung des Prozesses, wie Thomas Mann durch Vermittlung von Hans Reisiger zu einer positiven Einschätzung Whitmans gelangte.
4. THOMAS MANNS WHITMANREZEPTION 1925-1955: Darstellung der Entwicklung von Manns Whitman-Bild während seiner Amerikareisen, im Exil und in den letzten Lebensjahren.
5. RESÜMEE TEIL B: Zusammenfassung der Bedeutung Whitmans für Thomas Manns demokratisches und persönliches Selbstverständnis.
6. ZUSAMMENFASSUNG: Abschließender Überblick über die Kernergebnisse der gesamten Arbeit bezüglich des amerikanischen Einflusses auf Thomas Mann.
Thomas Mann, Walt Whitman, Edgar Allan Poe, Amerikanische Literatur, Demokratie, Humanität, Homoerotik, American Renaissance, Hans Reisiger, Exilliteratur, politische Identität, literarische Rezeption, Weimarer Republik, Zauberberg, Kulturkritik
Die Arbeit untersucht das literarische und politische Verhältnis von Thomas Mann zur amerikanischen Literatur, mit Fokus auf dem starken Einfluss einzelner Autoren auf sein Denken.
Zentrale Themen sind die Rezeption amerikanischer Autoren, die Entwicklung von Manns Demokratieverständnis, die Verknüpfung von Ästhetik und Politik sowie die Rolle der Homoerotik.
Ziel ist der Nachweis, dass amerikanische Literatur, insbesondere das Werk Walt Whitmans, einen maßgeblichen und direkten Einfluss auf Thomas Manns politische und künstlerische Entwicklung ausübte.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Tagebucheinträge, Briefwechsel, Reden und Essays von Thomas Mann mit literaturgeschichtlichen Kontexten verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Analyse von Manns Sicht auf US-Autoren und eine detaillierte Untersuchung des Einflusses von Walt Whitman auf Manns Werk und Ideale.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Thomas Mann, Walt Whitman, Demokratie, Humanität, Homoerotik, American Renaissance und politische Identität.
Whitman dient Mann als "Kronzeuge", um eine demokratische Utopie zu formulieren, die über rein formale Politik hinausgeht und das "Menschenherz" und eine "neue Humanität" in den Mittelpunkt stellt.
Reisiger fungierte als zentraler Vermittler der Whitman-Texte und beeinflusste maßgeblich Manns Interesse an Whitman sowie dessen Auseinandersetzung mit homoerotischen Themen.
Während Poe vor allem psychologisch und ästhetisch als verwandte Künstlerfigur rezipiert wird, dient Whitman primär als politisches und philosophisches Vorbild für eine neue demokratische Haltung.
Im Exil wandelt sich die Rezeption von einer eher philosophisch-privaten Reflexion hin zu einer öffentlichen Verteidigung der Demokratie gegen faschistische Ideologien.
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