Sammelband, 2008
130 Seiten
Einleitung
Freikörperkultur und Nackterziehung
Globalisierung, Postmoderne und Orientierungsprobleme der Sexualpädagogik
Abweichendes Verhalten aus Sicht der Sexualwissenschaft
Zum Verhältnis von Sexualverhalten, sexuellen Funktionsstörungen und Persönlichkeitstypus
Ethische und moralische Aspekte der Sexualpädagogik in der pluralistischen Gesellschaft
Veränderte Kindheit – Konsequenzen für die Sexualpädagogik
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen und gegenwärtigen Grundlagen der Sexualpädagogik, beleuchtet den Einfluss gesellschaftlicher Transformationen wie Globalisierung und Postmoderne auf das individuelle Sexualverhalten und analysiert die Zusammenhänge zwischen Persönlichkeitsstrukturen, abweichendem Verhalten und ethischen Orientierungspunkten in einer pluralistischen Gesellschaft.
Die Ursprünge der Freikörperkulturbewegung
Die Freikörperkultur-Bewegung entstand im deutschsprachigen Raum vor mehr als 100 Jahren. Sie entstand nicht als isoliertes Einzelphänomen, sondern im Kontext der Lebensreformbewegung. Die damalige Lebensreformbewegung strebte eine Erneuerung der gesamten Lebensführung auf den Gebieten der Ernährung ( Vegetarismus ), der Kleidung, der Wohnung, der Gesundheits- und Körperpflege ( Ablehnung von Alkohol-, Rauschmittel- und Tabakkonsum ) an. In Anlehnung an naturheilkundliche ( z.B. Pfarrer Kneipp ) und naturphilosophische Konzepte ( z.B. ROUSSEAU ) wird der nackte Körper als natürlichster Ausdruck der Körperlichkeit wiederentdeckt und dem unbekleideten Baden in Licht, Luft und Sonne eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben.
Die Verfechter der vor dem Ersten Weltkrieg als Nacktkultur bezeichneten Freikörperkultur werten Nacktheit zur sittlichen und „natürlichen“ Lebensweise auf. Damit kehren sie die Vorwürfe der Anhänger des prüden Puritanismus, sich gegen Sittlichkeit und Moral zu versündigen, auf provokative Weise ins Offensive um. Nacktheit wird als Mittel der Befreiung von einer prüden, Verklemmungen und Neurosen erzeugenden Zwangsmoral einer krankhaften Gesellschaft propagiert. Nacktkultur versteht sich als ein gesellschaftspolitisches und kulturreformerisches Konzept, das Gesellschaftsveränderung durch Lebensreform von der Basis der Subjekte aus anstrebt. Bestandteile der Nacktkultur als Weltanschauung sind die freiwillige Selbstverpflichtung zu einer naturgemäßen Lebensweise mittels Vegetarismus, Rauschmittel- und Genussmittel-Abstinenz, Bescheidenheit in Kleidung und Lebensführung,
Einleitung: Dieses Kapitel skizziert den historischen Wandel der Sexualität von einem natürlichen Bestandteil des Lebens hin zu einem problematisierten, unterdrückten Gegenstand.
Freikörperkultur und Nackterziehung: Der Abschnitt beleuchtet den Ursprung der Freikörperkultur als Teil der Lebensreformbewegung und ihre gesellschaftspolitischen sowie erzieherischen Ziele.
Globalisierung, Postmoderne und Orientierungsprobleme der Sexualpädagogik: Hier wird diskutiert, wie sich globale Strömungen auf individuelles Verhalten auswirken und welche neuen Anforderungen sich daraus für die Orientierung der Sexualpädagogik ergeben.
Abweichendes Verhalten aus Sicht der Sexualwissenschaft: Dieses Kapitel analysiert die These, dass ein Großteil abweichenden Verhaltens durch triebunterdrückende Sexualmoral und Repression entsteht.
Zum Verhältnis von Sexualverhalten, sexuellen Funktionsstörungen und Persönlichkeitstypus: Die Analyse konzentriert sich auf die enge Verknüpfung von individueller Charakterstruktur und sexuellen Ausprägungen bzw. Störungen.
Ethische und moralische Aspekte der Sexualpädagogik in der pluralistischen Gesellschaft: Das Kapitel untersucht die philosophischen Grundlagen von Ethik und Moral und die Notwendigkeit eines ethischen Minimalkonsenses.
Veränderte Kindheit – Konsequenzen für die Sexualpädagogik: Dieser Teil betrachtet, wie sich Unsicherheiten in der heutigen Gesellschaft auf Kindheit und die daraus resultierenden Anforderungen an eine moderne Sexualpädagogik auswirken.
Sexualpädagogik, Sexualmoral, Sexualwissenschaft, Freikörperkultur, Globalisierung, Postmoderne, Sexualunterdrückung, Charakterforschung, Ethik, Menschenrechte, sexuelle Selbstbestimmung, psychoanalytische Charaktertypen, Lebensreform, Sozialisation, sexuelle Gesundheit.
Die Arbeit untersucht die historischen und theoretischen Grundlagen der Sexualpädagogik und analysiert, wie sich gesellschaftliche Strukturen und individuelle Charaktertypen auf die Sexualität und deren pädagogische Vermittlung auswirken.
Zentrale Themen sind die Geschichte der Sexualerziehung, der Zusammenhang von gesellschaftlicher Repression und abweichendem Verhalten, die Auswirkungen der Postmoderne auf das sexuelle Ich sowie die ethische Fundierung sexueller Rechte.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sexualpädagogik in einer postmodernen, pluralistischen Gesellschaft Orientierung bieten kann, ohne dabei in eurozentrische oder fundamentalistische Muster zu verfallen.
Der Autor stützt sich vorwiegend auf kultur- und sexualwissenschaftliche Analysen, psychoanalytische Ansätze zur Charakterforschung sowie soziologische Studien zur Moderne und Globalisierung.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu historischen Reformbewegungen (Nacktkultur), die Auswirkungen gesellschaftlicher Globalisierung, Ursachen für abweichendes Verhalten aus sexualökonomischer Sicht und eine differenzierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Charaktertypen und deren Einfluss auf das Liebesleben.
Die zentralen Begriffe umfassen Sexualpädagogik, sexuelle Menschenrechte, gesellschaftliche Repression, Charakterstruktur, Postmoderne und die Verbindung von Naturismus und Erziehung.
Der Autor beschreibt, dass Sexualerziehung historisch oft nicht als Aufklärung, sondern als Mittel zur Abschreckung, zur Kontrolle und zur Durchsetzung einer bürgerlichen Leistungs- und Zwangsmoral diente.
Sie dienen als universale ethische Orientierungshilfe für die moderne Sexualpädagogik, um ein gesundes und selbstbestimmtes Sexualleben auf der Grundlage von Freiheit, Würde und Gleichheit zu ermöglichen.
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