Magisterarbeit, 2007
97 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die Figur der Fee
2.1 Herkunft, Entwicklung und Darstellung der Feenfigur in der Artusliteratur
2.1.1 Keltische Mythen
2.1.2 Der Lai Lanval der Marie de France
2.1.3 Die Vita Merlini des Geoffrey von Monmouth und ihre Nachfolger
2.1.4 Die höfische Fee Florie
2.1.5 Joram, der König des Feenlandes
2.1.6 Die Feenliebe
2.1.7 Die Feenjugend
2.2. Vorbilder, Darstellung und Interpretation der Feenfiguren in Oberon
2.2.1 Die Figuren des Oberons und der Titania in The Canterbury Tales
2.2.2 Die Figuren des Oberons und der Titania in A Midsummer Night's Dream
2.2.3 Der mächtige Feenkönig in Oberon
2.2.4 Titania, die gefühlvolle Feenkönigin
2.2.5 Allmacht und Allwissen
2.2.6 Die Auslagerung der Feenliebe
2.2.7 Oberon und Titania als Zeitkritik in der Aufklärung
2.3. Die Feenfiguren in Drachenfeuer
2.3.1 Die Rückkehr zu den keltischen Mythen
2.3.2 Die Feenvölker Erinns
2.3.2.1 Die mächtigen Sidhe
2.3.2.2 Das Volk der Halbelfen, die Tuatha De Danann
2.3.2.3 Andere Feenvölker und Phantasiegestalten in Erinn
2.3.3 Die „menschlichen“ Feenvölker Erinns
2.3.4 Oberon, zwischen Feentitel und Götterfigur
2.3.5 Oberon als verdeckter Pädagoge des Friedens
3. Feenreich ist nicht gleich Feenreich: Darstellung und Vergleich
3.1 Der „locus amoenus“
3.2 Das Feenreich, ein „hortus conclusus“
3.2.1 Die Reise in Jorams Reich
3.2.2 Das Betreten von Oberons und Titanias Reichen
3.2.3 Die Wege in die Reiche des Romans Drachenfeuer
3.3 Die Entrückung
3.4 Die Besonderheiten der verschiedenen Feenreiche
3.4.1 Jorams höfisiertes, rationalisiertes Feenreich
3.4.2 Die stimmungsabhängigen Reiche von Oberon und Titania
3.4.3 Die Feenwelt in Drachenfeuer
4. Resumé
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wandlung der Feenfigur und ihrer Heimatreiche in der deutschen Literatur über drei Jahrhunderte hinweg. Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse der Werke „Wigalois“, „Oberon“ und „Drachenfeuer“ die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Feendarstellungen herauszuarbeiten, ihren Ursprung in keltischen Mythen zu erforschen und Einflüsse der jeweiligen Entstehungszeit sowie literarische Funktionen aufzudecken.
2.1.4 Die höfische Fee Florie
Die Fee Florie in Wigalois ist schwer als Fee zu erkennen, da ihr viele typische Eigenschaften einer Fee fehlen. Dies beginnt mit ihrem Aussehen. Vor allem in der irischen Mythologie sind kostbare Materialien, z.B. in der Kleidung, ein Feenattribut. Auch Florie ist kostbar gekleidet, doch dieses steht ihr als Nichte des Königs zu. Sie und ihre Kleidung werden in über 210 Versen von Wirnt beschrieben und gepriesen (V. 742 – 952). Hierbei ist fraglich, ob die Kostbarkeit ihrer Kleidung sie als Fee auszeichnen soll oder für eine typische edle Jungfrau von hoher Geburt steht.
Einerseits schmückt ihren Gürtel ein Diamant, der durch seinen Glanz Trübsinn und Leid von ihr fernhält (V. 792 - 800). Dieses Fernbleiben bzw. Nichtvorhandensein von Leid, bedingt durch Edelsteine, ist ein typisches Merkmal eines Feenreiches. Auch trägt Florie einen grünen Diamanten (V. 774), dessen Farbe für Wachsen, Leben und Erneuerung steht, ein weiteres Attribut der Feenwelt. Doch andererseits betont Wirnt mehrfach ihren Anstand (V. 954, 955) und die Erfüllung des höfischen Anspruchs der Kleidung (V. 801 ff.). Auch fehlt bei der Beschreibung die erotische Komponente der Fee. Ist die Fee im Lanval bei der ersten Begegnung mit dem Ritter fast nackt, wird der Körper Flories nur kurz beschrieben. Wirnt vermutet, er sei angenehm, lieblich und ohne Fehler. Doch steht er in seiner Makellosigkeit vor allem für Flories Tugend (V. 934 ff.). Dennoch ist es ihre Schönheit (V. 950 – 952), durch die Gawein sich sofort in sie verliebt und eine typische Feenliebe beginnt.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Schwierigkeiten einer eindeutigen Feendefinition und stellt die für die Analyse ausgewählten Werke Wigalois, Oberon und Drachenfeuer vor.
2. Die Figur der Fee: Dieses Kapitel analysiert die mythologische Herkunft, die literarische Entwicklung der Fee von der Artusliteratur über Wielands Aufklärungsepos bis hin zu Hohlbeins Fantasyroman sowie die Charakteristika einzelner Feengestalten.
3. Feenreich ist nicht gleich Feenreich: Darstellung und Vergleich: Hier werden die Heimatreiche der Feen als literarische Orte untersucht, wobei insbesondere die Konzepte des „locus amoenus“, des „hortus conclusus“ und des Motivs der Entrückung im Vergleich analysiert werden.
4. Resumé: Das Resumé fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Entwicklung der Feenfigur nicht linear verläuft, sondern stark von den jeweiligen Absichten der Autoren und dem zeitgenössischen Kontext geprägt ist.
Fee, Feenreich, Artusliteratur, Wigalois, Oberon, Drachenfeuer, keltische Mythologie, locus amoenus, hortus conclusus, Entrückung, Feenliebe, Aufklärung, Phantastik, Rittertum, Literaturanalyse
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung der Figur der Fee und ihrer Reiche in drei ausgewählten deutschsprachigen Werken über einen Zeitraum von 700 Jahren.
Die Analyse konzentriert sich auf „Wigalois“ (1260), „Oberon“ (1780) und den modernen Roman „Drachenfeuer“ (1988).
Es soll untersucht werden, wie sich die Darstellung der Feenfigur gewandelt hat, welche Funktionen sie in den verschiedenen Epochen übernimmt und ob es eine kontinuierliche Entwicklung oder spezifische quellenorientierte Darstellungsweisen gibt.
Die Autorin nutzt eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl auf keltische Mythen als auch auf die spezifischen Kontexte der Entstehungszeiten der Werke zurückgreift.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Figuren- und Motivanalyse sowie eine Untersuchung der räumlichen Gestaltung der Feenreiche als „locus amoenus“ oder „hortus conclusus“.
Zu den zentralen Begriffen zählen Fee, Feenreich, keltische Mythologie, Rationalisierung, Höfisierung sowie die spezifischen literarischen Motive des locus amoenus und der Entrückung.
Während die Fee Florie in „Wigalois“ stark rationalisiert und in eine höfische Welt integriert ist, zeigt die Figur des Oberon in „Drachenfeuer“ göttliche Züge, die direkt auf die keltische Mythologie und die Figur des Gottes Dagda zurückgeführt werden.
Die Autorin arbeitet heraus, dass die klassische Feenliebe in den untersuchten Werken zunehmend an Bedeutung verliert oder durch andere Konzepte – wie gesellschaftliche Ideale der Aufklärung – ersetzt bzw. umgedeutet wird.
Nein, die Arbeit zeigt auf, dass Feenfiguren trotz ihrer magischen Fähigkeiten in diesen Werken niemals vollkommen allmächtig sind und sich – insbesondere in neueren Werken – einem übergeordneten Schicksal beugen müssen.
Die Zeitlosigkeit ist ein zentrales Merkmal keltisch geprägter Feenreiche, wird jedoch in den untersuchten Werken unterschiedlich angewendet – von der einfachen Anderswelt-Vorstellung bis hin zur gezielten Nutzung als pädagogisches oder kritisches Element.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

