Examensarbeit, 2007
116 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Der Untersuchungsgegenstand
1.2 Forschungsstand
2 Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Erläuterungen zum Fachjargon
2.1.1 Wissenschaftliche Definition des Begriffs „Fachjargon“
2.1.2 Gebrauch und Verwendungsweise des Begriffes (Fach-)Jargon in wissenschaftlichen Untersuchungen
2.1.3 Vorläufiges eigenes Verständnis des Begriffes „Fachjargon“
2.2 Fachsprache
2.2.1 Definition von Fachsprache
2.2.2 Fußballsprache und Fachsprache
2.2.3 Fußballsprache als Fach- oder Sondersprache?
2.3 Sportsprache
2.3.1 Sportsprache als Oberbegriff einzelner Fachsprachen mit sondersprachlichem Charakter
2.3.2 Dreiteilung der Sportsprache
2.4 Fußballsprache
2.4.1 Fußballsprache als Ergebnis eines komplexen und andauernden Prozesses
2.4.2 Die Wechselwirkungen der drei Bereiche in der Fußballsprache
2.4.3 Die Reportsprache
2.4.3.1 Die Funktionalität der Reportsprache
2.4.3.2 Art der Vermittlung
2.4.3.3 Einflüsse auf die Reportsprache
2.4.4 Einflüsse auf die Fußballsprache
2.4.4.1 Einflüsse von Fachsprachen auf die Fußballsprache
2.4.4.1.1 Fachsprache des Kriegswesens: Kriegsmetaphorik der Fußballsprache
2.4.4.1.2 Die Fachsprache der Arbeit und Technik und das Leistungsprinzip der Gesellschaft
2.4.4.1.3 Theater, Musik, Spiel und Profit: Die Fachsprachen des Schaugewerbes, des Spiels und der Wirtschaft in der Fußballsprache
2.4.4.1.4 Fachsprache der allgemeinen Sportsprache und anderer Sportarten
2.4.4.2 Der Einfluss der Gemeinsprache auf die Fußballsprache
2.5 Fußballdirektkommentar im Fernsehen
2.5.1 Entwicklungen des Fußballdirektkommentars
2.5.2 Die Aufgaben der Fußballkommentatoren
2.5.3 Die Kommunikationssituation des Fußballdirektkommentars
2.5.4 Kritik an der Sportberichterstattung
2.6 Endgültiges eigenes Verständnis des Begriffes „Fußballfachjargon“
3 Hypothesen
4 Methode
4.1 Untersuchungsobjekte
4.2 Erhebungs- und Auswertungsmethoden
4.3 Material
4.4 Untersuchungsdurchführung
5 Ergebnisse
5.1 Kategorie 1: Fachjargon
5.2 Kategorie 2: Sachverhalte
5.3 Kategorie 3: Sprachliche Verfahren
5.4 Kategorie 4: Domäne
5.4.1 Mikroanalyse Domäne-Sachverhalt
5.5 Kategorie 5: Funktion
5.6 Kategorie 6: Zeitpunkt der Verwendung
5.7 Kategorie 7: Erklärung
5.8 Kategorie 8: Bezug
6 Hypothesenüberprüfung und Diskussion
7 Zusammenfassung
Diese Arbeit untersucht die Verwendung, Entwicklung und Veränderung des Fachjargons in den Fußballdirektkommentaren ausgewählter Weltmeisterschaftsendspiele der deutschen Nationalmannschaft zwischen 1966 und 2006, um festzustellen, inwieweit dieser Bestandteil der Fußballsprache ist und wie er in der Live-Kommentierung funktional eingesetzt wird.
2.4.1 Fußballsprache als Ergebnis eines komplexen und andauernden Prozesses
Die Fachsprache des Fußballs ist nicht wie zum Beispiel die Fachsprache des Turnens von einer Person, nämlich Jahn, normativ gesetzt worden, sondern ist geprägt von Ausdrücken und Begriffen, die aus einer komplexen und bisweilen schwer durchschaubaren Entwicklung hervorgegangen sind. Zwar hat Konrad Koch 1903 versucht, die vorwiegend englischen Fachausdrücke des Fußballs „einzudeutschen“, wobei er aber eine andere Ausgangsposition als Jahn hatte, da er die Begriffe nicht „normativ setzten, sondern lediglich zur Diskussion stellen konnte“ (Dankert 1969, 11). Der Einfluss von Koch auf die Entwicklung der deutschen Fußballsprache darf auch deshalb nicht zu hoch bewertet werden, da sich nur wenige seiner deutschen Kunstausdrücke wirklich durchgesetzt haben, so z.B. „Mittelstürmer“, „Ecke“, „Eckball“, „Stürmer“, „Freistoß“, „Tor“, „Halbzeit“, „Abseits“, „Strafstoß“, „Schiedsrichter“, „Aus“ (vgl. Dankert 1969, 12). Entgegen den Befürchtungen Kochs ist der Einfluss des Englischen auf die deutsche Fußballsprache bis heute recht gering geblieben.
Zwar fallen die Entlehnungen aus dem Englischen (z.B. „Forechecking“, „Top-Scorer“, „Kick and Rush“) besonders auf, allerdings ist dieses nur der Fall, da ihr Anteil am Gesamtwortschatz des Fußballs kaum mehr als ein Prozent beträgt (vgl. Burkhardt 2006, 7). Dankert (1969, 16-21) legt nun drei Entwicklungsphasen der Fußballsprache fest, wobei die letzte bis heute noch nicht abgeschlossen ist.
1 Einleitung: Einführung in das Thema, den Untersuchungsgegenstand sowie den aktuellen Forschungsstand zum Fachjargon in Fußballfernsehkommentaren.
2 Theoretischer Bezugsrahmen: Definition und Erläuterung der Fachbegriffe wie Fachjargon, Fachsprache, Sportsprache und Fußballsprache sowie deren Interdependenz.
3 Hypothesen: Formulierung von vier zentralen Hypothesen zur Entwicklung und Verwendung des Fachjargons, abgeleitet aus dem theoretischen Rahmen.
4 Methode: Darstellung des methodischen Vorgehens, insbesondere der Inhaltsanalyse des ausgewählten Untersuchungsmaterials.
5 Ergebnisse: Ausführliche quantitative und qualitative Auswertung der erhobenen Daten, kategorisiert in Fachjargon, Sachverhalte, sprachliche Verfahren, Domänen, Funktionen, Zeitpunkt, Erklärung und Bezug.
6 Hypothesenüberprüfung und Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen im Kontext der aufgestellten Hypothesen und theoretischen Annahmen.
7 Zusammenfassung: Abschließendes Resümee der zentralen Ergebnisse der Untersuchung.
Fußball, Fußballsprache, Fußballfachjargon, Fußballdirektkommentar, Fernsehkommentar, Sportjournalismus, Sprachwissenschaft, Inhaltsanalyse, Metaphorik, Fachsprache, Sondersprache, Diachronische Sprachanalyse, Medienkommunikation, Leistungsprinzip
Die Arbeit untersucht, wie sich der sogenannte Fußballfachjargon in den Direktkommentaren von Fußballweltmeisterschafts-Endspielen mit deutscher Beteiligung im Zeitraum von 1966 bis 2006 verändert und entwickelt hat.
Zentral sind die Abgrenzung von Fachsprache und Sondersprache, die Rolle der Sportberichterstattung in den Medien sowie die funktionale Bedeutung von Fachbegriffen für Information, Meinungsbildung und Unterhaltung.
Ziel ist es, die Verwendung und Entwicklung des Fußballfachjargons linguistisch zu systematisieren und zu prüfen, ob sich Tendenzen wie eine zunehmende Unterhaltungsdominanz oder Veränderungen in der Metaphorik statistisch nachweisen lassen.
Der Autor verwendet die Methode der Inhaltsanalyse (sowohl quantitativ als auch qualitativ), um die Sprache der TV-Kommentatoren anhand von acht definierten Kategorien zu untersuchen.
Der Hauptteil befasst sich nach einer theoretischen Fundierung mit der methodischen Vorgehensweise und anschließend mit der detaillierten Auswertung der Analysedaten, etwa zur Verwendung von Metaphern oder der Herkunft der verwendeten Fachjargon-Domänen.
Die Untersuchung ist geprägt durch Begriffe wie Fußballsprache, Fachjargon, Fernsehdirektkommentar, Sportjournalismus, Inhaltsanalyse und diachronische Sprachanalyse.
Die Analyse zeigt, dass militärische Metaphern (z.B. "attackieren", "Abwehrschlacht") weiterhin feste Bestandteile der Fußballberichterstattung sind, wenngleich ihre Verwendung prozentual zwischenzeitlich schwankte.
Ja, die Arbeit belegt einen Trend zur Steigerung der Unterhaltungsdominanz, wobei der Fachjargon heute verstärkt genutzt wird, um Emotionen und Unterhaltungseffekte im modernen Fernsehsport zu erzeugen.
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