Magisterarbeit, 2007
106 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1. Einführende Betrachtungen
1.1. Der Weg in die Abhängigkeit: Kunstmusik in Amerika von den Anfängen bis zum Bürgerkrieg
1.2. Amerikanische Volksmusik
1.3. Europäisch geschulte Technik ohne Innovation: Kunstmusik in Amerika in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
1.4. Die Entstehung des Jazz
1.5. New York in den 1920ern
1.6. Musical Americanism – die Suche nach einer nationalen Musikästhetik
1.7. Musikalische Strömungen zwischen den Weltkriegen
1.7.1. Europäische Emigranten und Amerikanische Moderne
1.7.2. Die kunstmusikalische Rezeption des Jazz in Europa zu Lebzeiten Gershwins
2. George Gershwin – musikalischer Werdegang
3. Werke
3.1. Rhapsodie: Rhapsody in Blue
3.1.1. Gattungsbezüge
3.1.2. Form
3.1.3. Thematisch-motivische Arbeit
3.1.3.1. Die vier Themen
3.1.3.2. Grundmotiv, Sequenzbildung, klassisch-romantische und jazzige Elemente
3.2. Klavierkonzert: Concerto in F
3.2.1. Ausgangssituation und Entstehung
3.2.2. Gattungsgeschichtlicher Abriss und mögliche Vorbilder
3.2.3. Form
3.2.4. Thematisch-motivische Arbeit
3.2.4.1. Der erste Satz- grundlegende motivische Arbeit und die Themen A und B
3.2.4.2. Der zweite Satz – Thema C und D und das Blues-Band
3.2.4.3. Der dritte Satz – Thema E, Hilfsgedanke mit Fugato, Rückblicke
3.2.5. Europäisch-traditionelle Elemente
3.3. Sinfonische Dichtung: An American in Paris
3.3.1. Voraussetzungen und die Gattungsidee nach Liszt
3.3.2. Die Sinfonische Dichtung um die Jahrhundertwende in Europa
3.3.3. An American in Paris: Form
3.3.4. “In the manner of Debussy and the Six”?
3.3.5. Besondere Stellung der Komposition
3.3.6. Analyse
3.3.6.1. Erster Teil - Paris
3.3.6.2. Zweiter Teil – Amerika
3.3.6.3. Dritter Teil – Resümee
4. Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von George Gershwins sinfonischem und konzertantem Schaffen zur europäischen Musiktradition und zur Identität des "Musical Americanism". Dabei wird analysiert, wie Gershwin jazzbasierte Elemente in klassisch-romantische Gattungsformen integriert und ob er dabei einen eigenständigen Personalstil entwickelt oder lediglich eklektizistische Ansätze verfolgt.
3.3.3. An American in Paris: Form
Das Thema der sinfonische Dichtung An American in Paris ist ein biografisches. Wie bereits der Titel angibt, handelt es sich um den Aufenthalt eines Amerikaners in Paris; genauer: um George Gershwin während seiner zwei Parisreisen 1926 und 1928. Gershwin erklärt selbst den engen Zusammenhang zwischen seinen Impressionen der europäischen Metropole und dem Stück, ebenso distanziert er sich jedoch auch von einer tiefer gehenden Programmatik: „ […] I’ve not endeavoured to present any definite scenes in this music […] The rhapsody is programmatic only in a general impressionistic way, so that the individual listener can read into the music such episodes as his imagination pictures for him.”112 Ganz Liszts Idee entsprechend wird die Form durch den Inhalt bestimmt. Der bereits im Titel ausgedrückte Dualismus Amerika-Paris ist Grundlage des der Komposition zugrunde liegenden schlichten Formkonzepts: Der erste Teil ist Paris gewidmet („The opening part will be developed in typical French style, in the manner of Debussy and the Six […]“113 - auf den scheinbaren Widerspruch dieser Inspirationsquellen soll später noch eingegangen werden), ein zweiter, etwa gleich langer Teil, ist dann Amerika gewidmet, während die letzten etwa 100 Takte ein codaähnliches Resümee bilden. Die beiden Hauptteile stehen sich dabei wie eigenständige Sätze gegenüber – sie teilen weder Charakter, noch Tonart oder Themen. Um beide Teile trotz ihrer Eigenständigkeit für das sinfonische Gesamtkonzept offen zu halten geht Gershwin zweierlei Wege: der Paristeil ist zwar harmonisch, jedoch nicht thematisch abgeschlossen, beim Amerikateil ist es umgekehrt. Darüber hinaus wird Zusammenhalt auch durch die besondere Rolle der Solovioline gewährleistet, die wie ein Führer jeden neuen Formabschnitt einleitet.
1. Einführende Betrachtungen: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung der Kunstmusik in den USA von den Anfängen bis zur Mitte der 1920er Jahre, einschließlich der Entstehung des Jazz und des Konzepts des "Musical Americanism".
2. George Gershwin – musikalischer Werdegang: Hier wird die Biografie Gershwins skizziert, wobei der Schwerpunkt auf seiner Ausbildung und seinem ambivalenten Verhältnis zwischen populärer Unterhaltungsmusik und dem Streben nach Anerkennung als klassischer Komponist liegt.
3. Werke: Dieser Hauptteil widmet sich der detaillierten musikalischen Analyse von Rhapsody in Blue, Concerto in F und An American in Paris hinsichtlich ihrer formalen, thematischen und stilistischen Charakteristika.
4. Ergebnisse: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und bewertet Gershwins Kompositionsstil, seine Stellung zwischen den Welten von Jazz und Klassik sowie die Beständigkeit seines Werks.
George Gershwin, Rhapsody in Blue, Concerto in F, An American in Paris, Musical Americanism, Jazz, Kunstmusik, Europäische Musiktradition, Musikgeschichte USA, Sinfonische Dichtung, Klavierkonzert, Stilistik, Formanalyse, Moderne.
Die Arbeit untersucht das sinfonische und konzertante Werk von George Gershwin und analysiert, wie er traditionelle europäische Musikformen mit Elementen des Jazz und einer amerikanischen Identität verbindet.
Zentrale Themen sind die Entwicklung der amerikanischen Kunstmusik, die Rolle des Jazz in der klassischen Musik des 20. Jahrhunderts und das Konzept des "Musical Americanism".
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Gershwin durch die bewusste Verwendung klassischer Strukturen und musikalischer Idiome versucht hat, eine eigenständige amerikanische Kunstmusiksprache zu etablieren.
Die Arbeit verwendet primär eine musikalische Analyse der drei zentralen Werke, ergänzt durch die Auswertung biographischer Quellen und zeitgenössischer musiktheoretischer Debatten.
Der Hauptteil behandelt ausführlich die formale Anlage, die thematisch-motivische Arbeit und die Integration von Jazz-Elementen in Rhapsody in Blue, Concerto in F und An American in Paris.
Wichtige Begriffe sind Gershwin, Jazz, Musical Americanism, klassisch-romantische Tradition und moderne Musiksprache.
Die Unterscheidung verdeutlicht Gershwins Versuch, unterschiedliche kulturelle Impressionen musikalisch abzubilden, wobei er spezifische Idiome für die europäische Metropole und die amerikanische Heimat wählt.
Die Arbeit zeichnet Gershwin als einen Komponisten, der trotz fehlender formaler klassischer Ausbildung einen unverkennbaren Personalstil schuf, der bis heute sowohl populär als auch fachwissenschaftlich hoch geschätzt wird.
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