Bachelorarbeit, 2007
39 Seiten, Note: 1,8
1 EINLEITUNG
2 WAS IST TEXT?
2.1 Textdefinition nach Heinemann/Viehweger
2.2 Textdefinition nach Püschel
2.3 Textualitätskriterien nach de Beaugrande und Dressler
3 WAS IST HYPERTEXT?
3.1 Die geschichtliche Entwicklung von Hypertext
3.2 Hypertextmerkmale nach Flender/Christmann und Storrer
4 TEXTHAFTIGKEIT VON HYPERTEXT
4.1 Erfüllung der Textualitätskriterien durch einen Roman
4.2 Erfüllung der Textualitätskriterien durch einen Internetauftritt
5 FAZIT
6 LITERATUR
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Zusammenhänge zwischen traditionellen Texten und modernen Hypertexten. Ziel ist es, anhand der Textualitätskriterien von de Beaugrande und Dressler zu analysieren, inwiefern sich diese beiden Objektformen unterscheiden und wie viel "Text" tatsächlich in einem Hypertext steckt.
4.2 Erfüllung der Textualitätskriterien durch einen Internetauftritt
Als aktuelles Beispiel für eine Internetseite soll in dieser Arbeit ein Blog analysiert werden. Der Blog „Anmut und Demut“ von Benjamin Birkenhake besteht seit September 2001. Birkenhake hat an der Universität Bielefeld Literaturwissenschaft, Texttechnologie und Philosophie studiert und ist momentan Netzentwickler für „Die Zeit“. Die Gestaltung und Strukturierung des Blogs hat sich im Laufe der Zeit geändert, doch die Inhalte der Posts sind gleich geblieben. Insgesamt hat Birkenhakes Blog derzeit 4736 Einträge. In seinem Vorwort schreibt Birkenhake: „Es geht hier um mein Leben.“ Im Gegensatz zum Roman verfolgt Birkenhake mit seinem Blog keinen kommerziellen Nutzen, sondern ausschließlich zu seinem privaten Vergnügen.
Wie beim Roman sollen auch hier die vier kohäsiven Mittel Rekurrenz, Substitution, Pro-Formen und Konnektive untersucht werden. Als Beispiel soll ein Post (Abb. 1) dienen, bei dem ein Video eingeklinkt ist. Nach dem Video, was zum Abspielen durch einen Klick aktiviert werden muss, folgt dieser Text: „Ich weiß nicht wer der Typ ist, noch weiß ich mit Sicherheit, ob er es darauf angelegt genau diese Szene zu inszenieren. Ich weiß nur, wie es aussieht und es sieht nicht so aus wie eine Demokratie, es sieht nicht so aus wie ein liberaler Rechtsstaat, es sieht nicht so aus, wie ein Land, in dem es einen offenen und öffentlichen Diskurs gibt. Es sieht aus wie Uniform gegen Zivilform. Es sieht aus, wie ein Staat, der eine Waffe entwickelt mit dem Ziel, ‚Menschen, einzeln oder in Massen, über möglichst große Entfernung hinweg möglichst große Schmerzen zuzufügen und sie dadurch stoppen, vertreiben und jagen zu können.’“
1 EINLEITUNG: Die Autorin legt die Forschungsfrage dar, wie viel Text im Hypertext steckt, und erläutert den methodischen Ansatz, bestehend aus Definitionen und einer Vergleichsanalyse.
2 WAS IST TEXT?: Es werden verschiedene wissenschaftliche Ansätze zur Definition von Text vorgestellt, darunter die dynamischen Konzepte von Heinemann/Viehweger und Püschel sowie die Kriterien der Textualität von de Beaugrande und Dressler.
3 WAS IST HYPERTEXT?: Dieser Abschnitt widmet sich der historischen Entwicklung von Hypertext durch Pioniere wie Bush, Engelbart, Nelson und Berners-Lee sowie der Bestimmung prototypischer Merkmale.
4 TEXTHAFTIGKEIT VON HYPERTEXT: Die Autorin untersucht empirisch die Erfüllung der Textualitätskriterien anhand eines Romans von Katharina Hacker und eines Blogs von Benjamin Birkenhake.
5 FAZIT: Das Fazit stellt fest, dass Internetseiten die Kriterien der Textualität durch moderne technische Möglichkeiten oft sehr effizient erfüllen, was zu einer Umkehrung der Ausgangsfrage führt.
6 LITERATUR: Auflistung der im Werk zitierten Quellen und Sekundärliteratur.
Textlinguistik, Hypertext, Texthaftigkeit, Kohäsion, Kohärenz, de Beaugrande, Dressler, Internetauftritt, Blog, Internet-Technologie, Textdefinition, Kommunikation, Hypertextmerkmale, Intertextualität, Informativität.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der linguistischen Untersuchung der Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen traditionellen Buchtexten und digitalen Hypertexten.
Die Arbeit umfasst die Textlinguistik, die historische Entwicklung von Hypertext-Systemen sowie die Anwendung von Textualitätskriterien auf digitale Medien.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage: "Wie viel Text steckt wirklich im Hypertext?"
Es wird eine vergleichende Analyse durchgeführt, die auf den sieben Textualitätskriterien von de Beaugrande und Dressler basiert.
Der Hauptteil analysiert einen Roman als Beispiel für einen klassischen Text und einen Weblog als Beispiel für einen Hypertext anhand der Kriterien Kohäsion, Kohärenz, Intentionalität, Akzeptabilität, Informativität, Situationalität und Intertextualität.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Texthaftigkeit, Kohäsion, Kohärenz und den medienübergreifenden Vergleich zwischen Print- und Digitalformaten.
Der Blog dient als aktuelles, privates Beispiel, an dem sich zeigen lässt, wie Strukturierung, Navigation und Interaktivität die Textualität in einem Hypertext beeinflussen.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Hypertexte aufgrund ihrer technischen Möglichkeiten (Links, Kontextualisierungshilfen) die Kriterien der Textualität teils effizienter erfüllen als gedruckte Texte, weshalb man auch fragen könnte: "Wie viel Hypertext steckt im Text?"
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