Examensarbeit, 2007
124 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung
2. Kostenexternalisierung - Gegenstandsbestimmung
2.1. Kostenexternalisierung – eine Definition
2.1.1. Soziale Dimension
2.1.2. Ökologische Dimension
2.1.3. Entstehung eines weltweiten Dual-Systems
2.1.4. Bedeutung der Kostenexternalisierung für die Ökonomie
2.2. Begünstigende Determinanten: Globalismus und Informationalismus
2.3. Auswirkungen auf die Produktionsfaktoren
3. Der Produktionsfaktor Arbeit
3.1. Die Bedeutung von (Erwerbs-) Arbeit
3.2. Das Normalarbeitsverhältnis
3.2.1. Bewertung und Kritik
3.2.2. Erosion
3.3. Atypische Beschäftigung
3.3.1. Flexibilisierung
3.3.2. Subjektivierung
3.4. Indirekte Steuerungskonzepte
4. Der Produktionsfaktor Boden: Energieproduktion
4.1. Ökonomische Bewertung des Produktionsfaktors Boden
4.2. Energieproduktion
4.2.1. Politische Dimension
4.2.2. Technologische Dimension
4.3. Kostenexternalisierung im Kontext der Energieproduktion
4.3.1. Quantifizierung und Bewertung von externen Kosten
4.3.2. Kritik an der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung
5. Der Produktionsfaktor Kapital: Die Versprechen des Shareholder-Value
5.1. Das Shareholder-value-Modell
5.1.1. Warum Shareholder-Value?
5.1.2. Definition und Konzeption
5.1.3. Folgen der Shareholder-Value-Orientierung
5.2. Auswirkungen auf die Stakeholder
5.2.1. Kritische Bewertung des Shareholder-Value-Modells
6. Résumé
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Kostenexternalisierung im Kontext der drei klassischen Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital. Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, inwieweit Kostenexternalisierung ein inhärentes Merkmal des heutigen Produktionsprozesses ist und welche langfristigen volkswirtschaftlichen Folgen sowie Auswirkungen auf verschiedene gesellschaftliche Akteure sich daraus ergeben.
2.1. Kostenexternalisierung – eine Definition
Bei der Produktion oder dem Verbrauch von Waren oder Dienstleistungen entstehen zwei Arten von Kosten: Einerseits Kosten, die direkt mit der Produktion oder dem Verbrauch verbunden sind (beispielsweise betriebliche Aufwendungen), und andererseits Kosten, die zwar entstehen, für die aber vom Verursacher kein Ausgleich vorgenommen wird. In der Betriebs- bzw. Volkswirtschaftslehre werden die letzteren Kosten als externe Effekte bezeichnet. Diese können negativer oder positiver Natur sein: Negativ, wenn Kosten vom Verursacher nicht mitgetragen werden und positiv, wenn Betroffene durch externe Effekte Kosten einsparen können.
Im Folgenden werden die Begriffe externe Effekte und Kostenexternalisierung vom Prinzip her synonym verwandt, letztlich wird aber dem Begriff der Kostenexternalisierung der Vorzug gegeben, da dieser – neben der negativen Betonung - eine durchaus aktive Konnotation hat, im Gegensatz zu dem eher passiv konnotierten externen Effekten. In den späteren Kapiteln dieser Arbeit wird gezeigt, dass Kostenexternalisierung durchaus als bewusstes, aktives Modell genutzt wird – es erscheint daher nicht angebracht, in den hier exemplarisch dargelegten Fällen von eher passiven Effekten zu sprechen.
Eine erste Gegenstandsbestimmung der Kostenexternalisierung fand bereits Anfang des 20. Jahrhunderts statt: Der englische Ökonom Pigou stellte fest, dass durch den Funkenflug von Dampflokomotiven angrenzende Getreidefelder häufig in Brand gesetzt wurden. Allerdings wurden die Besitzer der Felder für diesen Verlust nicht entschädigt, im Preis für ein Bahnticket waren diese Kosten also nicht enthalten, sondern verblieben bei den Betroffenen. Pigou entwickelte für diese Problematik den Begriff der externen Effekte, welcher als „Differenz zwischen privatem und sozialem Nutzen“ in die Ökonomie eingeführt wurde. Der Schaden (in diesem Falle also beispielsweise Ernteausfälle der Landwirtschaft) wurde also nicht in der Kostenrechnung des Verursachers (der Eisenbahngesellschaft) einkalkuliert.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Produktionsfaktoren ein und formuliert die zentrale Fragestellung nach der Inhärenz von Kostenexternalisierung im kapitalistischen Wirtschaftssystem.
2. Kostenexternalisierung - Gegenstandsbestimmung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Kostenexternalisierung, grenzt ihn von externen Effekten ab und analysiert die sozialen und ökologischen Dimensionen unter dem Einfluss von Globalisierung.
3. Der Produktionsfaktor Arbeit: Das Kapitel befasst sich mit dem Wandel der Arbeitswelt, der Erosion des Normalarbeitsverhältnisses sowie neuen Phänomenen wie atypischer Beschäftigung und deren Auswirkungen auf den Arbeitnehmer.
4. Der Produktionsfaktor Boden: Energieproduktion: Hier wird die ökologische Nutzung der Natur untersucht, wobei am Beispiel der Energieproduktion die Externalisierung von Umweltkosten und die Problematik der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung verdeutlicht werden.
5. Der Produktionsfaktor Kapital: Die Versprechen des Shareholder-Value: Das Kapitel analysiert das Shareholder-Value-Konzept als Managementmaxime und beleuchtet dessen kurzfristige Orientierung sowie die Folgen für verschiedene Stakeholder.
6. Résumé: Das Resümee fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit einer nachhaltigeren, an langfristigen Zielen ausgerichteten Ökonomie.
Kostenexternalisierung, Produktionsfaktoren, Arbeit, Boden, Kapital, Globalisierung, Informationalismus, Shareholder-Value, Marktversagen, Nachhaltigkeit, Normalarbeitsverhältnis, Atypische Beschäftigung, Energieproduktion, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, Sozialprodukt.
Die Arbeit untersucht das ökonomische Prinzip der Kostenexternalisierung, bei dem Kosten wirtschaftlichen Handelns nicht vom Verursacher, sondern von Dritten oder der Allgemeinheit getragen werden, und analysiert dies anhand der Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Wandel der Arbeitswelt (Erosion des Normalarbeitsverhältnisses), der ökologischen Belastung durch die Energieproduktion sowie der kritischen Auseinandersetzung mit der Shareholder-Value-Maxime im Management.
Es soll geklärt werden, inwieweit Kostenexternalisierung ein inhärentes Merkmal des heutigen Produktionsprozesses ist und welche Folgen dies für die Beteiligten und das Wirtschaftssystem als Ganzes hat.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf einer umfassenden Literaturrecherche basiert und diese mit exemplarischen Daten (wie Erwerbsquoten oder externalisierten Kosten pro kWh Strom) verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Blöcke, die jeweils einen der Produktionsfaktoren analysieren: Arbeit (Flexibilisierung/Erosion), Boden (ökologische Kosten/Energie) und Kapital (Shareholder-Value-Strategien).
Zu den Kernbegriffen zählen Kostenexternalisierung, Shareholder-Value, Normalarbeitsverhältnis, Globalisierung, Informationalismus und Marktversagen.
Laut der Arbeit führt diese Orientierung zu einer kurzfristigen Gewinnmaximierung, die häufig durch Maßnahmen wie Downsizing oder Outsourcing zulasten der Arbeitnehmer geht und deren Bindung und Motivation an das Unternehmen schwächt.
Das Sozialprodukt erfasst wirtschaftliches Wachstum, ohne negative Folgen wie Umweltzerstörung oder die soziale Kosten von Krankheiten zu berücksichtigen, und kann somit durch die Kompensation solcher Schäden sogar künstlich ansteigen.
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