Diplomarbeit, 2007
73 Seiten, Note: 1,7
1 Problemstellung
2 Strukturierte Produkte
2.1. Definition und Überblick über strukturierte Produkte
2.2. Komplexitätszunahme strukturierter Produkte durch Financial Engeneering
3 Bilanzierung strukturierter Produkte
3.1. Fair-Value Option
3.2. Trennungsprüfung derivativer Finanzinstrumente vom Trägerinstrument
3.2.1. Abspaltungskriterien
3.2.2. Bilanzierung bei Trennung
3.2.3. Bilanzierungsbeispiel bei Trennung eines nicht-optionalen Derivats anhand eines Index-Zertifikats
3.2.4. Bilanzierungsbeispiel bei Trennung eines optionalen Derivats anhand einer Reverse Convertible (Aktienanleihe)
3.2.5. Trennung nicht-finanzielles Trägerinstrument vom eingebetteten Derivat
3.3. Bilanzierung ohne Trennung
3.3.1. Bilanzierung ohne Trennung eines Fremdwährungsderivats vom nicht-finanziellen Basisvertrag
3.3.2. Bilanzierung ohne Trennung eines Bausparvertrags
3.4. Neubewertungspflicht nach IFRIC 9
3.4.1 Mögliche Zeitpunkte der Neubeurteilung einer Abspaltungspflicht
3.4.2. Gründe für Neubeurteilung
3.4.3. Bilanzierung bei Neubeurteilung
4. Würdigung
4.1. Ziele und qualitative Anforderungen an einen IFRS-Abschluss
4.2. Grundsätzliche Beurteilung
5. Thesenförmige Zusammenfassung
Die Arbeit analysiert die bilanziellen Anforderungen für strukturierte Produkte nach IAS 39 und IFRIC 9, mit dem Ziel, die Komplexität der Trennungsprüfung zwischen Trägerinstrument und eingebettetem Derivat sowie die Auswirkungen auf den IFRS-Abschluss zu untersuchen.
3.2.3. Bilanzierungsbeispiel bei Trennung eines nicht-optionalen Derivats anhand eines Index-Zertifikats
Bei einem Index-Zertifikat mit fester Laufzeit besteht das Trägerinstrument aus einem Zertifikat, dessen Wertentwicklung meistens von einem Preis-Index wie z.B. dem SMI oder dem Dow Jones Euro Stoxx 50 abhängt, und aus dem vertraglich zugesicherten Recht (nicht-optionale Komponente), an der Wertentwicklung dieses Index i.d.R. 1:1 zu partizipieren und das Zertifikat zu einem bestimmten Feststellungstag einzulösen.
Folgender Sachverhalt soll eine Bilanzierung bei Trennung verdeutlichen: ein Investor erwirbt am 01/01/x0 ein neu emittiertes Indexzertifikat mit folgender Ausstattung:
- Laufzeit fünf Jahre
- Anschaffungskosten: 100 Mio. Euro
- Rückzahlung in Abhängigkeit des Wertes des Referenzindizes
- keine Verzinsung und Einordnung des Wertpapiers in die Wertkategorie available for sale.
Der Wert des Basisvertrags (100 Mio. Euro) ist die Differenz aus den 1) Anschaffungskosten des strukturierten Produkts (100Mio. Euro) und 2) dem Fair-Value des eingebetteten nicht-optionalen Derivats (0 Mio. Euro).
1 Problemstellung: Einführung in die Thematik der strukturierten Produkte und die daraus resultierende bilanzielle Problematik der Identifikation eingebetteter Derivate.
2 Strukturierte Produkte: Definition der Produkte sowie Analyse der Komplexitätszunahme durch Financial Engineering.
3 Bilanzierung strukturierter Produkte: Detaillierte Darstellung der Fair-Value Option sowie der Trennungsprüfung zwischen Derivat und Trägerinstrument.
4. Würdigung: Kritische Auseinandersetzung mit der Intention der IFRS-Rechnungslegung und den Bilanzierungsvorschriften.
5. Thesenförmige Zusammenfassung: Kompakte Darstellung der zentralen Erkenntnisse und Ergebnisse der Arbeit.
Strukturierte Produkte, IAS 39, IFRIC 9, Eingebettete Derivate, Trennungsprüfung, Fair-Value Option, Trägerinstrument, Finanzinstrumente, Bilanzierung, Risikofaktoren, Neubeurteilung, IFRS, Finanzmathematik, Financial Engineering, Cash-Flow.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der ökonomischen Analyse und der bilanziellen Behandlung von strukturierten Produkten unter Berücksichtigung der Standards IAS 39 und IFRIC 9.
Die zentralen Felder sind die Definition strukturierter Produkte, die komplexen Anforderungen an die Trennungsprüfung zwischen Basis- und Derivatkomponente sowie die Auswirkungen dieser Regelungen auf den IFRS-Abschluss.
Ziel ist es zu untersuchen, wie Emittenten und Investoren mit den komplexen Anforderungen an die Bilanzierung strukturierter Produkte umgehen können und welche Konsequenzen sich aus der Trennung bzw. der einheitlichen Bilanzierung ergeben.
Es wird eine systematische Analyse der entsprechenden IFRS/IAS-Standards durchgeführt, ergänzt durch anschauliche Fallbeispiele und Berechnungen, um die theoretischen Regelungen in der Praxis zu verdeutlichen.
Der Hauptteil widmet sich der Fair-Value Option, dem detaillierten Prozess der Trennungsprüfung, der Bilanzierung mit und ohne Trennung sowie der spezifischen Neubewertungspflicht nach IFRIC 9.
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe strukturierte Produkte, eingebettete Derivate, IAS 39, Trennungsprüfung und Fair-Value Bilanzierung charakterisieren.
Die Schwierigkeit beruht darauf, dass das Basisinstrument ein Derivat enthalten kann, welches nicht immer offensichtlich ist, und oft eine intuitive Einschätzung erfordert, besonders bei nicht marktgängigen oder komplexen Produkten.
IFRIC 9 liefert klare Vorgaben, wie mit strukturierten Produkten an späteren Berichtszeitpunkten zu verfahren ist, insbesondere bei der notwendigen Neubeurteilung einer Abspaltungspflicht bei wesentlichen Vertragsänderungen.
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