Magisterarbeit, 2007
145 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Bedeutung der Massenmedien für die Demokratie
2.1 Von der „direkten“ zur „medialen“ Kommunikation
2.2 Funktionen von Massenmedien
2.2.1 Herstellung von Öffentlichkeit
2.2.2 Informationsfunktion
2.2.3 Kontroll- und Kritikfunktion
2.2.4 Meinungs- und Willensbildungsfunktion
2.3 Dysfunktionale Medieneffekte
2.3.1 Kapazitätsgrenzen und mangelnde Objektivität
2.3.2 Agenda Setting
2.3.3 Inszenierte Politik
2.3.4 Formen von Medienkonzentration
2.3.4.1 Horizontale Konzentration
2.3.4.2 Vertikale Konzentration
2.3.4.3 Crossmediale Konzentration
2.3.4.4 Folgen von Konzentrationsprozessen
2.5 Zusammenfassung
3 Konzentrationskontrolle im dualen Rundfunksystem
3.1 Historisch-verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen
3.2 Die Entwicklung zum dualen System
3.3 Die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
3.3.1 Grundversorgung
3.3.2 Bestands- und Entwicklungsgarantie
3.3.3 Entwicklung zum Funktionsauftrag
3.3.4 Sicherung der Meinungsvielfalt durch Binnenpluralismus
3.3.5 Kontrolle
3.4 Konzentrationskontrolle im privaten Rundfunk
3.4.1 Die Rolle der Landesmedienanstalten
3.4.2 Das außenpluralistische Zuschaueranteilsmodell
3.4.3 Bundeseinheitliche Kontrolle durch KEK und KDLM
4 Die gescheiterte Fusion zwischen der ProSiebenSat.1 Media AG und der Axel Springer AG
4.1 Die Axel Springer AG
4.2 Die ProSiebenSat.1 Media AG
4.3 Chronologie der gescheiterten Übernahme
5 Probleme der publizistischen Konzentrationskontrolle im Medienbereich am Beispiel der gescheiterten Fusion zwischen der ProSiebenSat.1 Media AG und der Axel Springer AG
5.1 „Vorherrschende Meinungsmacht“ als Vermutungstatbestand
5.1.1 Wortlaut des § 26 Rundfunkstaatsvertrag
5.1.2 Systematik des § 26 Rundfunkstaatsvertrag
5.1.3 Entstehungsgeschichte des § 26 Rundfunkstaatsvetrag
5.1.4 Sinn und Zweck des § 26 Rundfunkstaatsvertrag
5.1.5 Beurteilung
5.2 Einbeziehung „medienrelevanter verwandter Märkte“
5.2.1 Die Grundsätze der KEK
5.2.1.1 Bestimmung der Märkte
5.2.1.2 Suggestivkraft
5.2.1.3 Breitenwirkung
5.2.1.4 Aktualität
5.2.2 Abgrenzung und Gewichtung im Anwendungsfall
5.2.2.1 Tageszeitungen
5.2.2.2 Programmzeitschriften
5.2.2.3 Publikumszeitschriften
5.2.2.4 Anzeigenblätter
5.2.2.5 Online-Aktivitäten
5.2.2.6 Hörfunk
5.2.2.7 Ergebnis der Beurteilung durch die KEK
5.2.3 Gutachten zur Beurteilung der Grundsätze der KEK
5.2.3.1 Kritikpunkte des Gutachtens
5.2.3.2 Vergleich mit der Bertelsmann-Gruppe
5.2.4 Die „n-tv-Entscheidung“ der KEK
5.2.5 Probleme und Konsequenzen
5.2.5.1 Abgrenzung der Märkte
5.2.5.2 Äquivalenz und Meinungsrelevanz der Märkte
5.2.6 Schlussfolgerungen
5.3 Zusammenfassung
6 Die ökonomische Konzentrationskontrolle im Medienbereich am Beispiel der gescheiterten Fusion zwischen der ProSiebenSat.1 Media AG und der Axel Springer AG
6.1 Die Fusionskontrolle bei elektronischen Medien
6.2 Die Untersagung der Fusion
6.2.1 Fernsehwerbemarkt
6.2.2 Lesermarkt für Straßenverkaufszeitungen
6.2.3 Bundesweiter Anzeigenmarkt für Zeitungen
6.2.4 Kritik
6.3 Zusammenfassung
7 Reformvorschläge
7.1 Die „konkurrierende Konzentrationskontrolle“
7.2 Stärkung der Unabhängigkeit der KEK
7.3 Der Zehnte Rundfunkänderungsstaatsvertrag
8 Fazit
9 Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht anhand der gescheiterten Fusion zwischen der Axel Springer AG und der ProSiebenSat.1 Media AG die Problematiken der Konzentrationskontrolle im Medienbereich durch crossmediale Verflechtungen und prüft, inwiefern die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen ausreichen, um die Meinungsvielfalt zu sichern.
2.3.4 Formen von Medienkonzentration
Die zuvor beschriebenen dysfunktionalen Medieneffekte können durch Konzentrationen im Medienbereich verstärkt werden, denn Medienunternehmen die erwerbswirtschaftlich handeln, stehen im ökonomischen Wettbewerb miteinander. Ziel der Unternehmen im ökonomischen Wettbewerb ist es, die eigenen Marktanteile zu steigern, um die Einnahmen und Gewinne zu maximieren. Konzentrationen im Medienbereich haben daher in erster Linie betriebswirtschaftliche Ursachen. Sowohl in der ökonomischen als auch in der publizistischen Konzentrationsforschung wird zwischen verschiedenen Formen von Konzentrationen unterschieden.
2.3.4.1 Horizontale Konzentration
Die Höhe der Produktionskosten für Informationen, die über Massenkommunikationsmittel zur Verfügung gestellt werden, ist unabhängig davon, wie viele Rezipienten erreicht werden. Daher ist es für Medienunternehmen wirtschaftlich sinnvoll, die Stückkosten (Programmkosten pro Zuschauer) durch eine Steigerung der Reichweite zu senken. Die dadurch entstehende Verdichtung von Angebotsverhältnissen auf derselben Wirtschaftsstufe wird als horizontale Konzentration bezeichnet. Beispiel: Der Kauf eines Zeitungsverlages durch einen anderen. Im Ergebnis sinkt die Zahl der Anbieter und der Marktanteil des Käufers steigt.
1 Einleitung: Einführung in die Problematik der Medienkonzentration durch Technikkongruenz und Vorstellung der zentralen Forschungsfragen anhand des Fusionsbeispiels.
2 Bedeutung der Massenmedien für die Demokratie: Analyse der gesellschaftspolitischen Funktionen von Medien und der Risiken durch Konzentration auf demokratische Prozesse.
3 Konzentrationskontrolle im dualen Rundfunksystem: Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der Aufsichtsstrukturen von öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk in Deutschland.
4 Die gescheiterten Fusion zwischen der ProSiebenSat.1 Media AG und der Axel Springer AG: Vorstellung der beteiligten Unternehmen und Chronologie der Ereignisse der Übernahmebemühungen.
5 Probleme der publizistischen Konzentrationskontrolle im Medienbereich am Beispiel der gescheiterten Fusion zwischen der ProSiebenSat.1 Media AG und der Axel Springer AG: Detaillierte Untersuchung der KEK-Methodik zur Erfassung crossmedialer Verflechtungen und deren Kritik.
6 Die ökonomische Konzentrationskontrolle im Medienbereich am Beispiel der gescheiterten Fusion zwischen der ProSiebenSat.1 Media AG und der Axel Springer AG: Analyse der fusionskontrollrechtlichen Aspekte durch das Bundeskartellamt und die Auswirkungen auf den Wettbewerb.
7 Reformvorschläge: Diskussion über die Notwendigkeit einer konkurrierenden Konzentrationskontrolle und Vorschläge zur Stärkung der Unabhängigkeit der KEK.
8 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen zur Eignung der derzeitigen Konzentrationskontrolle.
Medienkonzentration, Meinungsvielfalt, KEK, Rundfunkstaatsvertrag, Bundeskartellamt, Crossmediale Verflechtung, Demokratie, ProSiebenSat.1, Axel Springer, Medienrecht, Wettbewerbskontrolle, Massenmedien, Konzentrationskontrolle, Fernsehwerbemarkt, Agenda Setting.
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die sich bei der Kontrolle von Medienkonzentration durch crossmediale Verflechtungen ergeben, illustriert am Fall der gescheiterten Fusion zwischen Axel Springer AG und ProSiebenSat.1 Media AG.
Die Arbeit behandelt die Bedeutung von Massenmedien für die Demokratie, das duale Rundfunksystem in Deutschland sowie die publizistische und ökonomische Konzentrationskontrolle.
Es wird untersucht, ob die bestehenden rechtlichen Bestimmungen ausreichen, um durch crossmediale Verflechtungen entstehende Gefahren für die Meinungsvielfalt zu erfassen und zu kontrollieren.
Die Arbeit nutzt eine rechts- und politikwissenschaftliche Analyse der bestehenden Bestimmungen (RStV, GWB) sowie eine Fallstudie der Fusion, ergänzt um die Auswertung von Gutachten und Pressemitteilungen der beteiligten Gremien.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des dualen Systems, die Untersuchung der KEK-Entscheidung bezüglich „vorherrschender Meinungsmacht“ und die fusionskontrollrechtliche Prüfung durch das Bundeskartellamt.
Zentrale Begriffe sind Medienkonzentration, KEK, Rundfunkstaatsvertrag, Meinungsvielfalt, Crossmediale Verflechtung und Bundeskartellamt.
Der Autor sieht die KEK als wichtiges, aber in ihrer Unabhängigkeit verbesserungswürdiges Gremium an, das bei komplexen Fällen auf wissenschaftliche Expertise aus der Medienwirkungsforschung angewiesen ist.
Es wird bemängelt, dass beide Gremien zwar ähnliche Ziele verfolgen, aber aufgrund unterschiedlicher Zuständigkeiten und Methoden (internes vs. externes Wachstum) in Einzelfällen zu ineffizienten und widersprüchlichen Ergebnissen kommen.
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