Diplomarbeit, 2005
107 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
1.1 Einleitung und Erkenntnisziel
1.2 Überblick über die Arbeit
2 anerkannte Psychotherapien in Deutschland
2.1 psychotherapeutische Konzepte
2.2 Psychotherapien in Deutschland
2.2.1 psychodynamische Therapien
2.2.2 Verhaltenstherapien
2.3 Einordnung der Individualpsychologie
2.3.1 Biographische Daten Alfred Adlers und der Begründung seiner Theorie
2.3.2 Einordnung
2.4 Einordnung der Logotherapie
2.4.1 Biographische Daten Viktor E. Frankls und der Begründung der Logotherapie
2.4.2 Einordnung
3 Die Psychotherapie von Alfred Adler
3.1 Definition der Individualpsychologie
3.2 Menschenbild
3.3 Indikationsbereich
3.3.1 Ursachen psychischer Störungen
3.3.2 Individualpsychologische Definition psychischer Störungen
3.3.3 Struktur und Methoden
3.4 Das psychotherapeutische Gespräch
3.5 Zusammenfassung und kritische Bewertung
4 Die Psychotherapie von Viktor E. Frankl
4.1 Logotherapie oder Existenzanalyse
4.2 Logotherapie und Existenzanalyse
4.3 Menschenbild
4.3.1 Person
4.3.2 Wille zum Sinn
4.3.3 Gewissen
4.3.4 Werte
4.3.5 Resümee
4.4 Indikationsbereich
4.4.1 Die fünf Indikationsbereiche der Logotherapie
4.4.2 Existenzanalytische Definition noogener Störungen
4.4.3 Struktur und angewandte Methoden
4.5 Das psychotherapeutische Gespräch
4.6 Zusammenfassung und kritische Bewertung
5 Die Thematisierung von Sinn …
5.1 … in der Theorie Alfred Adlers
5.2 … im individualtherapeutischen Gespräch nach Adler
5.3 … in der Theorie Viktor E. Frankls
5.4 … im logotherapeutischen Gespräch nach Frankl
6 Ein Vergleich der theoretischen Inhalte der Individualpsychologie und Existenzanalyse und Logotherapie
7 Anwendung in der Religionspädagogik
7.1 Religion und Psychotherapie
7.2 Gott als Ziel der Vollkommenheit – die Beziehung der Individualpsychologie zur Religion
7.3 „Existentielle Frustration ist spirituelle Not“ - Die Beziehung der Logotherapie zur Religion
7.4 Anregungen für ein religionspädagogisches Gespräch mit einem sinnsuchenden Menschen
7.4.1 Formale Anregungen
7.4.2 Inhaltliche Anregungen
7.5 Ein Seminarwochenende mit Konfirmanden zum Sinn des Lebens
7.5.1 Die Suche nach einem Slogan
7.5.2 Ziele
7.5.3 „FRAG NACH DEM DARUM!“
7.5.4 Das Philosophierzimmer und die Sinn-Galerie – Vorstellung zweier Methoden, entwickelt in Orientierung an den Theorien von Adler und Frankl
8 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht, wie Sinnfragen im therapeutischen Kontext bei Alfred Adler und Viktor E. Frankl behandelt werden, und prüft, inwiefern diese Ansätze für die religionspädagogische Praxis mit sinnsuchenden Menschen nutzbar gemacht werden können.
Die Psychotherapie von Viktor E. Frankl
Bisher wurden Existenzanalyse und Logotherapie begrifflich nicht eindeutig differenziert. Frankl selbst bezeichnet sie sogar als äquivalente Begriffe (vgl. Frankl 1986, S. 61). Ebenso gibt er an, dass die Existenzanalyse der philosophische Überbau der Logotherapie sei. Er versteht die Existenzanalyse als eine anthropologische Forschungsrichtung, die Logotherapie als eine psychotherapeutische Behandlungsmethode (vgl. Frankl 1982, S. 83).
Den Begriff „Existenz“ leitete Frankl von der zeitgenössischen Existenzphilosophie ab, da sie für ihn am ehesten umschreibt, was er als menschliches Sein versteht (vgl. Frankl 2004, S. 12). Frankl will die Existenz „[…] auf ihre Konstitutiva hin [analysieren, um ...] die anthropologischen Erkenntnisse in den ärztlichen Aufgabenbereich zu übertragen […]“ (Böschemeyer 1977, S. 117). Als Konstitutiva der Existenz postuliert Frankl die Freiheit und das Verantwortlichsein. Die Existenzanalyse ist demzufolge eine „[…] Analyse auf Verantwortlichsein hin [...]“ (Frankl 2004, S. 12). Sie ist somit nicht nur theoretischer Überbau der Logotherapie. Indem die Konstitutiva der Existenz dem Patienten bewusst gemacht werden und seine Sinnmöglichkeiten erkennen lässt, ist die Existenzanalyse der einsichtsorientierte Teil der Logotherapie (vgl. Riedel 2002, S.35).
„Logos“ bezeichnet nicht nur das Geistige, sondern in Bezug auf die Logotherapie vor allem Sinn (vgl. Frankl 1986, S. 71 und 2004 S. 62). Logotherapie ist angewandte Existenzanalyse und wird daher von Frankl auch als „sinnzentrierte Psychotherapie“ (Frankl 1988, S. 28) bezeichnet.
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die existenzielle Not in einer säkularisierten Gesellschaft und begründet die Relevanz der Sinnfrage für die Religionspädagogik.
2 anerkannte Psychotherapien in Deutschland: Dieses Kapitel ordnet die Ansätze von Adler und Frankl in den Kontext der in Deutschland anerkannten psychotherapeutischen Verfahren ein.
3 Die Psychotherapie von Alfred Adler: Darstellung des individualpsychologischen Menschenbildes sowie der Indikationsbereiche und Methoden der therapeutischen Praxis.
4 Die Psychotherapie von Viktor E. Frankl: Analyse der Existenzanalyse und Logotherapie, ihres spezifischen Menschenbildes (mit Fokus auf Noetik) und der zugehörigen Therapiemethoden.
5 Die Thematisierung von Sinn …: Vertiefung der jeweiligen Sinn-Konzepte innerhalb der Theorie und der therapeutischen Gesprächspraxis bei Adler und Frankl.
6 Ein Vergleich der theoretischen Inhalte der Individualpsychologie und Existenzanalyse und Logotherapie: Ein systematischer Vergleich zeigt die grundlegenden Gemeinsamkeiten in der Zielsetzung der Sinnfindung auf.
7 Anwendung in der Religionspädagogik: Übertragung der psychotherapeutischen Erkenntnisse auf die religionspädagogische Praxis sowie konkrete methodische Anregungen für die Konfirmandenarbeit.
8 Zusammenfassung: Abschließende Würdigung der Übertragbarkeit der Theorien von Adler und Frankl in den bildungspraktischen Kontext.
Sinn des Lebens, Individualpsychologie, Logotherapie, Existenzanalyse, Alfred Adler, Viktor E. Frankl, Gemeinschaftsgefühl, Religionspädagogik, Sinnfindung, seelsorgerliches Gespräch, noogene Neurose, Verantwortlichkeit, Konfirmandenarbeit, Sinnlosigkeit, Psychotherapie
Die Arbeit untersucht den Umgang mit Sinnfragen im psychotherapeutischen Gespräch und deren Übertragbarkeit auf die Arbeit von Religionspädagogen in Schule und Gemeinde.
Die zentralen Themen umfassen die Individualpsychologie von Alfred Adler, die Logotherapie und Existenzanalyse von Viktor E. Frankl sowie die Schnittstellen zur praktischen Religionspädagogik.
Das Ziel ist es herauszufinden, ob und wie Religionspädagogen die Theorien von Adler und Frankl nutzen können, um Menschen bei der Sinnsuche zu begleiten, insbesondere auch jene, die sich von kirchlichen Traditionen distanziert haben.
Die Arbeit basiert auf einer historischen Recherche und der Analyse der zentralen Werke von Adler und Frankl sowie ergänzender psychologischer Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Darstellung der beiden psychologischen Richtungen, einen Vergleich ihrer Sinn-Begriffe und die Ausarbeitung konkreter Anwendungsmöglichkeiten in der religionspädagogischen Seelsorge und Bildungsarbeit.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sinnfindung, Gemeinschaftsgefühl, Willen zum Sinn, noogene Neurose und Eigenverantwortung bestimmt.
Während Adler den Sinn im sozialen Bezug und der Vervollkommnung der Menschheit durch Gemeinschaft sieht, betont Frankl die transzendente Ebene („Über-Sinn“) und die persönliche Berufung des Einzelnen zur Sinnerfüllung.
Die Konfirmandenarbeit dient als praktisches Anwendungsfeld, in dem Methoden entwickelt wurden, um Jugendliche zur Reflexion über ihre Lebensgestaltung und zur Suche nach einem persönlichen „DARUM“ (Sinn) anzuregen.
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