Diplomarbeit, 2007
126 Seiten, Note: 1,0
1.0 Einleitung
2.0 Zum Begriff des Politischen und des Dramas
2.1 Zum Begriff des Dramas
2.2 Zum Verhältnis von Drama und Theater
2.3 Zum Begriff des Politischen
2.3.1 Das politische Theater – im engeren Sinne
2.3.2 Das politische Theater – im weiteren Sinne
2.3.3 Das politische Theater – eine dritte Definition im Hinblick auf Brechts Konzeptionen
3.0 Das politische Theater nach Bertolt Brecht
3.1 Eingreifendes Denken und politische Beeinflussung
3.2 Abriss über die Entwicklung des epischen Theaters
3.3 Das epische Theater
3.3.1 Der Weg zum epischen Theater
3.3.2 Der Begriff „Episch“ bei Brecht
3.3.3 Verfremdung und V-Effekt
3.3.3.1 V-Effekte in Dramenbau und Sprache
3.3.3.2 V-Effekte in der Inszenierung
3.3.3.3 V-Effekte in der Spielweise
3.3.4 Das Publikum bei Brecht
3.4 Kritik am politischen Theater nach Brecht
4.0 Politische Dramen B. Brechts
4.1 „Die Maßnahme“
4.1.1 Die Lehrstücktheorie
4.1.1.1 Verschiedene Auffassungen des Lehrstückbegriffs
4.1.1.2 Eingrenzung des Lehrstückbegriffs bei Brecht
4.1.1.3 Die Basisregeln des Lehrstücks und die daraus resultierenden Konsequenzen
4.1.1.4 Das Lehrziel
4.1.2 „Die Maßnahme“ als Lehrstück
4.1.2.1 Formanalyse
4.1.2.2 V-Effekte
4.1.3 „Die Maßnahme“ als politisches Drama
4.1.3.1 Mittel im Klassenkampf
4.1.3.2 Rezipientenkreis
4.1.3.3 Kritiken
4.1.4 Die Lehre vom Einverständnis
4.1.4.1 Die Einheit von Gefühl und Verstand
4.1.4.1.1 Das Mitleid
4.1.4.1.2 Das Gerechtigkeitsgefühl
4.1.4.1.3 Die Ehre
4.1.4.1.4 Das Elend
4.1.4.2 Auslöschung und Individualität
4.1.4.3 Der Kontrollchor und die Agitatoren
4.2 „Mutter Courage und ihre Kinder“
4.2.1 Mutter Courage
4.2.1.1 Krieg und Geschäft
4.2.1.2 Händlerin und Mutter
4.2.2 Die Kinder und die Tugenden
4.2.2.1 Krieg und Selbstlosigkeit: Kattrin
4.2.2.2 Krieg und Heldentum: Eilif
4.2.2.3 Krieg und Redlichkeit: Schweizerkas
4.2.3 Die Randfiguren
4.2.3.1 Der Feldprediger
4.2.3.2 Der Koch
4.2.3.3 Yvette
4.2.4 „Mutter Courage“ als episches Theater
4.2.5 Die Unbelehrbarkeit der Courage
4.3 „Furcht und Elend des Dritten Reiches“
4.3.1 Epsiche Elemente in „Furcht und Elend des Dritten Reiches“
4.3.2 Das Thema des Verrats
4.3.2.1 „Das Kreidekreuz“
4.3.2.2 „Der Spitzel“
4.3.3 Die Thematik des Widerstands: „Volksbefragung“
4.3.4 Die Anpassung
4.3.4.1 „Die jüdische Frau“
4.3.4.2 „Rechtsfindung“
4.3.5 Gewalt und Terror: „Winterhilfe“
5.0 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das politische Theater Bertolt Brechts, um zu ergründen, mit welchen Zielen und durch welche dramaturgischen Mittel Brecht gesellschaftliche Veränderungen durch seine Stücke erreichen wollte. Die Arbeit analysiert dabei, wie Brecht Begriffe wie „Politik“ und „Drama“ für sich definierte und wie er diese theoretischen Grundlagen in seinen Werken, insbesondere „Die Maßnahme“, „Mutter Courage und ihre Kinder“ und „Furcht und Elend des Dritten Reiches“, in die Praxis umsetzte.
3.3.3.1 V-Effekte in Dramenbau und Sprache
Das epische Theater verzichtet bewusst auf einen spannungsgeladenen Dramenaufbau, um dem jeweiligen Stück die Illusionswirkung zu nehmen. Meist handelt es sich im Gegensatz zum typischen Drama, das in fünf Akte und mehrere Szenen aufgeteilt ist, um lose und episodisch zusammengefügte Auftritte. Damit verliert sich der dynamisch ansteigende Fluss zu einem Höhepunkt. Während sich im konventionell gebauten Drama der Sinn des Stücks aus dem Zusammenhang erschließt, kann im epischen Theater jede Szene für sich alleine stehen. Der Gesamteindruck entspricht so einer Montage verschiedener einzelner Auftritte, wie sie im Varieté oder in einem Zirkus zu sehen sind, und ergibt damit einen V-Effekt. Der Zuschauer erhält den Eindruck, dass es sich bei dem dargestellten Bühnengeschehen um eine Aneinanderreihung von Bildern handelt. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit nur einzelne Szenen aufzuführen, wobei jede von ihnen einen eigenen Sinn innehat. Mithilfe der Montagetechnik bleibt die Struktur des Dramas nach Brecht für die Darstellung von Widersprüchen offen.
Ähnliche Funktionen übernehmen sowohl Prolog als auch Epilog des Stücks. Beide beinhalten als V-Effekt die Möglichkeit, dem Theaterbesucher nochmals bewusst zu machen, dass das folgende oder bereits erfolgte Bühnengeschehen ein Theaterstück ist und es sich nicht um eine Abbildung der Wirklichkeit handelt. Zusätzlich kann Ersteres eingesetzt werden, um die jeweilige Gattung zu begründen, um den Inhalt des Geschehens als ein wissenschaftliches Experiment zu kennzeichnen oder um den Autor vorzustellen. Der Epilog ist im Stande, das Ende des Stücks zu kommentieren oder den Zuschauer dazu aufzufordern, das im Theater Gelernte in der Wirklichkeit in die Tat umzusetzen.
Einen weiteren V-Effekt stellt der auktoriale Erzähler als episches Mittel dar. Dieser macht anhand seiner Sprache, seiner Haltung oder als Sänger deutlich, dass es sich bei ihm um einen Erzähler beziehungsweise einen Berichterstatter handelt, der das Publikum durch das Drama führt. Damit ist es möglich, ein logisches Zeitgefüge aufzuheben, da er den Handlungsstrang nach seinem Belieben aufbauen kann.
1.0 Einleitung: Die Einleitung legt den Grundstein für die Analyse von Brechts Theaterstücken als politische Instrumente, die gesellschaftliche Veränderungen anstreben.
2.0 Zum Begriff des Politischen und des Dramas: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Termini Drama und Politik im Kontext von Brechts Theaterverständnis.
3.0 Das politische Theater nach Bertolt Brecht: Es wird die Entstehung und Entwicklung des epischen Theaters sowie Brechts Konzeption des „eingreifenden Denkens“ dargestellt.
4.0 Politische Dramen B. Brechts: In diesem Hauptteil erfolgt die Anwendung der zuvor erarbeiteten Theorie auf die drei ausgewählten Stücke „Die Maßnahme“, „Mutter Courage und ihre Kinder“ und „Furcht und Elend des Dritten Reiches“.
5.0 Fazit: Das Fazit resümiert die Untersuchungsergebnisse und reflektiert über die anhaltende Aktualität und Bedeutung von Brechts Dramen für das politische Denken.
Bertolt Brecht, episches Theater, Politisches Drama, Verfremdungseffekt, V-Effekt, Die Maßnahme, Mutter Courage, Furcht und Elend des Dritten Reiches, Lehrstück, Marxismus, Klassenkampf, Theaterpraxis, Historisierung, Gesellschaftskritik, Identifizierung.
Die Arbeit untersucht das politische Theater Bertolt Brechts und analysiert, wie er seine Theatertheorien, insbesondere das epische Theater und das Lehrstück, konzipierte, um gesellschaftliche Verhältnisse kritisch zu beleuchten und den Zuschauer zu politischem Handeln zu bewegen.
Zentrale Themen sind die Definitionsversuche von „Politik“ und „Drama“, die theoretischen Grundlagen des epischen Theaters (wie der V-Effekt), die spezifische Lehrstücktheorie sowie die praktische Umsetzung dieser Konzepte in drei ausgewählten Dramen.
Das Ziel ist es, die Ziele hinter Brechts politischen Dramen zu identifizieren und zu hinterfragen, mit welchen inhaltlichen und dramaturgischen Mitteln Brecht versucht hat, seine Absichten zur Weltveränderung auf der Bühne zu manifestieren.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, bei der theoretische Konzepte (Epik, Verfremdung) erarbeitet und anschließend auf konkrete dramatische Texte angewandt werden, um deren politische Aussagekraft zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des politischen Theaters nach Brecht und eine detaillierte textanalytische Untersuchung von „Die Maßnahme“, „Mutter Courage und ihre Kinder“ sowie „Furcht und Elend des Dritten Reiches“.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem das epische Theater, die Verfremdung (V-Effekt), das eingreifende Denken, die Lehrstücktheorie, der Klassenkampf und die Historisierung.
Für Brecht war die Identifikation des Zuschauers mit dem Helden im Illusionstheater ein Hindernis für ein kritisches Verständnis. Das epische Theater hingegen nutzt V-Effekte, um Distanz zu schaffen, damit der Zuschauer die Vorgänge auf der Bühne als veränderbar und analysierbar wahrnimmt.
„Die Maßnahme“ wird als authentisches Beispiel für Brechts Lehrstücktheorie analysiert. Die Autorin untersucht hierbei insbesondere die Lehre vom Einverständnis und die Rolle des Kontrollchors als Instrument der Reflexion.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Brechts Stücke zeitlos sind, da sie gesellschaftliche Grundprobleme aufgreifen, die auch heute noch relevant sind. Er dient als Impulsgeber für kritisches Denken, unabhängig von der expliziten marxistischen Weltanschauung.
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