Diplomarbeit, 2007
86 Seiten
1. EINLEITUNG
1.1. Problemstellung und Zielsetzung
1.2. Aufbau der Diplomarbeit
2. DIE ÖSTERREICHISCHE WOHNBAUGENOSSENSCHAFT
2.1. Geschichte der österreichischen Wohnbaugenossenschaft
2.2. Die Rechtsform der Wohnbaugenossenschaft
2.3. Eigenschaften der Wohnbaugenossenschaft
2.3.1 Wesensmerkmale der Wohnbaugenossenschaft
2.3.2 Zuordnung innerhalb der Genossenschaften
3. MOTIVE FÜR DIE INTEGRATION VON SERVICELEISTUNGEN
3.1. Externe Faktoren
3.2. Interne Faktoren
3.3. Mitgliederakzeptanz
4. MÖGLICHKEITEN DER INTEGRATION VON ALTENBETREUUNGSLEISTUNGEN IN ÖSTERREICHISCHE WOHNBAUGENOSSENSCHAFTEN
4.1. Gesetzliche Rahmenbedingungen
4.1.1 Wohnbegleitende Dienstleistungen im WGG
4.1.2 Die Seniorenwohnung im Mietrechtsgesetz
4.2. Bauliche Vorraussetzung für die Integration von Altenbetreuungsleistungen
4.2.1 Barrierefreies Wohnen
4.2.2 Adaptierung barrierefreier Wohnungen
4.2.3 Anpassbarer Wohnbau
4.2.4 Die seniorengerechte Wohnhausanlage
4.3. Formen der Altenbetreuung im Rahmen von Wohnbaugenossenschaften
4.3.1 Grundservicedienste
4.3.1.1 Haus-Service
4.3.1.2 Beratungsleistungen
4.3.1.3 Pflegehilfsmitteldepots
4.3.1.4 Nachbarschaftstreffs
4.3.2 Wahlservicedienste
4.3.2.1 Reparaturdienst
4.3.2.2 Besuchsdienst
4.3.2.3 Hauswirtschaftliche Dienstleistungen
4.3.2.4 Gästewohnungen
4.3.2.5 Teilstationäre Betreuungseinrichtungen
4.3.2.6 Kurzzeitpflege
4.3.3 Organisierte Heimpflege
4.3.4 Exkurs: „Generationen-Wohnen“
4.4. Auswahl von Betreuungsleistungen
4.5. Festlegung der Trägerschaft für Dienstleistungsangebote
4.5.1 Alleinangebot von Betreuungsleistungen
4.5.2 Kooperation mit Drittanbietern
4.5.3 Vermittlung
4.5.4 Übertragung der Leistungserstellung auf die Mitglieder
5. FINANZIERUNG DER BETREUUNGSLEISTUNGEN
5.1. Finanzierung von Grundservicediensten
5.2. Finanzierung von Wahlservicediensten
5.3. Finanzierung der Pflege und Krankenpflege
5.4. Innovative Finanzierungsformen
5.4.1 Zeittauschsystem
5.4.2 Seniorengemeinschaften
5.5. Preisfindung für das Betreuungsangebot
6. VERMARKTUNG DER BETREUUNGSLEISTUNGEN VON WOHNBAUGENOSSENSCHAFTEN
6.1. Marktbearbeitungsstrategie
6.2. Das Kundensegment der Senioren
6.3. Differenzierung innerhalb des Kundensegments der Senioren
6.4. Exkurs: Co-Branding
7. INTEGRATIONSHÜRDEN
8. PRAXISBEISPIELE
8.1. Integration einer Altenbetreuung in die Wohnbaugenossenschaft „Freie Scholle“
8.2. Betreubares Wohnen am Beispiel der „Oberwarter Siedlungsgenossenschaft“
8.3. Projekt „Wohnen für Generationen“ der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft „Neue Heimat“
9. FAZIT UND AUSBLICK
Diese Diplomarbeit untersucht, ob und wie österreichische Wohnbaugenossenschaften Altenbetreuungsleistungen in ihr Geschäftsmodell integrieren können, um den demographischen Wandel aktiv zu gestalten und ihren Mitgliedern ein möglichst langes, selbstbestimmtes Leben im eigenen Wohnumfeld zu ermöglichen.
4.3.4 Exkurs: „Generationen-Wohnen“
Viele Angehörige und Senioren sind gerne bereit, sich bei der Pflege ihrer Eltern und Großeltern zu beteiligen. Immerhin fallen in rund 15% der österreichischen Haushalte Hilfestellungen für ältere Menschen an, wobei Unterstützungen beim Kochen, Aufräumen und Einkaufen, gefolgt von Waschen, Bügeln und amtlichen Erledigungen am häufigsten anzutreffen sind.
Ziel des „Generationen-Wohnen“ ist es, die gegenseitige Hilfestellung durch ein integratives Zusammenleben der Generationen zu ermöglichen. Dabei sollen Familien gleichzeitig ihre Privatsphäre innerhalb des eigenen Haushalts bewahren, aber auch die Großeltern mitversorgen können, wo es nötig ist. Möglich ist hier die Errichtung individueller Wohnhäuser, die in unmittelbarer Nähe angesiedelt sind, oder die Mischung von Senioren-, Familien- und Mehr-Generationen-Wohnungen innerhalb der Wohnbauten.
In Mehr-Generationen-Wohnanlagen müssen dabei nicht vordergründig Generationen der selben Familie gemischt werden. Oft wird ein solches Projekt auch gerade für ältere, kinderlose Ehepaare und Familien ohne eigene Großeltern vermarktet. Durch das zur Verfügung stellen von geeigneten Räumlichkeiten und Freizeitanlagen für alle Altersklassen und die Gründung von Nachbarschaftsvereinen soll gegenseitige Hilfsbereitschaft gefördert und eine generationsübergreifende Symbiose geschaffen werden.
Dies erscheint vor allem vor dem Hintergrund sinnvoll, dass überwiegend Menschen mit gebrochenen oder fehlenden Bindungen Altenpflegeheime aufsuchen. Zudem sind etwa 40 Prozent der Heimbewohner kinderlos – ein Trend, der sich aufgrund des momentanen Geburtenrückganges noch verstärken wird. Senioren hingegen, welche über Partner, Freunde und eine gute Beziehung zu Verwandten verfügen, entscheiden sich eher für eine ambulante Pflegeform.
Indirekt werden bei generationenübergreifenden Projekten auch die körperlichen Symptome des Älterwerdens reduziert. So können alte Menschen wieder eine bessere physische Unabhängigkeit erlangen, wenn die soziale Umgebung Anreize und Gelegenheiten für das Erlernen und Anwenden neuer Strategien liefert. Auch die Gedächtnisleistung verbessert sich, wenn die oft monotonen und einschränkenden Lebensverhältnisse abwechslungsreicher gestaltet werden.
1. EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung durch den demographischen Wandel und das Ziel, Altenbetreuung in Genossenschaften zu integrieren.
2. DIE ÖSTERREICHISCHE WOHNBAUGENOSSENSCHAFT: Einblick in die Geschichte, Rechtsform und Wesensmerkmale der österreichischen Wohnbaugenossenschaften.
3. MOTIVE FÜR DIE INTEGRATION VON SERVICELEISTUNGEN: Erörterung der externen und internen Treiber für die Angebotserweiterung und die Bedeutung der Mitgliederakzeptanz.
4. MÖGLICHKEITEN DER INTEGRATION VON ALTENBETREUUNGSLEISTUNGEN IN ÖSTERREICHISCHE WOHNBAUGENOSSENSCHAFTEN: Analyse rechtlicher Rahmenbedingungen, baulicher Anforderungen und konkreter Formen der Betreuung.
5. FINANZIERUNG DER BETREUUNGSLEISTUNGEN: Untersuchung von Finanzierungsmodellen für verschiedene Servicearten sowie Strategien der Preisfindung.
6. VERMARKTUNG DER BETREUUNGSLEISTUNGEN VON WOHNBAUGENOSSENSCHAFTEN: Strategien zur Vermarktung unter Berücksichtigung verschiedener Senioren-Segmente und Co-Branding.
7. INTEGRATIONSHÜRDEN: Aufzeigen von Schwierigkeiten, wie dem „Schlüsselproblem“ oder mangelnder Zahlungsbereitschaft.
8. PRAXISBEISPIELE: Vorstellung realisierter Projekte wie der „Freien Scholle“, der „Oberwarter Siedlungsgenossenschaft“ und der „Neuen Heimat“.
9. FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassende Bewertung der Potenziale und künftige Perspektiven der Integration von Altenbetreuung.
Wohnbaugenossenschaft, Altenbetreuung, Senioren, Barrierefreies Wohnen, Gemeinnützigkeit, Wohnbauförderung, Generationen-Wohnen, Pflegedienst, Dienstleistungsmanagement, Sozialmarketing, Mietrechtsgesetz, Selbsthilfe, Wohnungsgenossenschaft, Altersstruktur, Lebensqualität
Die Arbeit untersucht, wie österreichische Wohnbaugenossenschaften Altenbetreuungsleistungen effektiv in ihr bestehendes Geschäftsmodell integrieren können, um den demographischen Herausforderungen zu begegnen.
Zentral sind die rechtlichen Rahmenbedingungen, die baulichen Anforderungen an altengerechtes Wohnen, Möglichkeiten der Finanzierung von Serviceleistungen sowie Ansätze für Marketing und Kundenbindung.
Das Hauptziel ist aufzuzeigen, wie durch eine strategische Integration von Betreuungsangeboten Senioren ein längeres, selbstbestimmtes Leben in ihren eigenen Wohnungen ermöglicht werden kann, ohne dabei die genossenschaftlichen Prinzipien zu verletzen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu rechtlichen und wirtschaftlichen Aspekten, einer Auswertung von Umfrageergebnissen und einer Untersuchung praktischer Fallbeispiele in Österreich und Deutschland.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Motiven (Markt/Mitglieder), die verschiedenen Betreuungsformen (Grund- und Wahlservices), Finanzierungsmodelle, Vermarktungsstrategien sowie die Analyse typischer Hürden bei der Umsetzung.
Wohnbaugenossenschaft, Altenbetreuung, Barrierefreiheit, Gemeinnützigkeit, Generationen-Wohnen, Selbsthilfe, Finanzierung, Senioren, Dienstleistungsmanagement.
Es beschreibt das grundlegende Misstrauen älterer Menschen, fremden Personen Zugang zu ihrer privaten Wohnung zu gewähren, was für die erfolgreiche Implementierung von Betreuungsdiensten eine zentrale psychologische Hürde darstellt.
Durch die Einführung des Wohnungstyps „Seniorenwohnung“ im Mietrechtsgesetz wurden Eintrittsrechte in Mietverträge neu geregelt, was es für gemeinnützige Bauträger attraktiver machte, gezielt in barrierefreie Projekte zu investieren.
Als deutsche Genossenschaft dient sie als Pionierbeispiel, da sie bereits seit den späten 80er Jahren Erfahrungen mit einem eigenen karitativen Verein und einer Stiftung sammelt, was als Modell für die schrittweise Integration in Österreich dient.
Da Wohnbaugenossenschaften keine Gewinnmaximierung anstreben, steht nicht der Profit im Vordergrund, sondern der Nutzen für das Mitglied; die Marketinginstrumente müssen daher auf soziale Ziele und Vertrauensaufbau ausgerichtet sein.
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