Diplomarbeit, 2007
144 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Geschlechterforschung
2.1 Biologische und soziale Unterscheidung von Geschlecht
2.2 Sozialisation
2.2.1 Geschlechtsspezifische Sozialisation in der Gesellschaft
2.2.2 Sozialisation durch das Fernsehen
2.3 (Körper-)sprache
2.3.1 Doing Gender
2.3.2 Medial inszenierte Körpersprache
2.4 Geschlechterrollen und stereotype Zuschreibungen
2.4.1 Stereotype
2.4.2 Beispiele für weibliche Stereotype in Film und Fernsehen
2.5 Zusammenfassung
3 Forschungsstand: Weibliche Figuren in Film und Fernsehen
3.1 Küchenhoff: Die Darstellung der Frau
3.2 Tuchman: Verbannung der Frau in die symbolische Nichtexistenz
3.3 Leinfellner: Das Bild der Frau im TV
3.4 Weiderer: Das Frauen- und Männerbild im Deutschen Fernsehen
3.5 Baranowski: Medienanalyse der deutschen Daily Soaps
3.6 Zusammenfassung
4 Telenovelas in den Ursprungsländern und in Deutschland
4.1 Geschichte der Telenovela
4.2 Telenovelas in Abgrenzung zu Daily Soaps
4.3 Inhalte und Strukturen der Telenovela
4.3.1 Aufbau
4.3.2 Stilmittel
4.3.3 Inhalte
4.4 Telenovelas im internationalen Vergleich
4.4.1 Die südamerikanische Telenovela
4.4.2 Die deutsche Telenovela
4.5 Wirtschaftliche Aspekte der Telenovela
4.6 Telenovelas und ihr weibliches Publikum
4.6.1 Telenovelas und Soaps als typische Frauengenres?
4.6.2 Frauenbilder in der Telenovela
4.7 Die Telenovela in der Kritik
4.8 Zusammenfassung
5 Untersuchungsgegenstand: Die deutsche Telenovela Verliebt in Berlin
5.1 Die Handlung der 1. Staffel
5.2 Produktion und Vermarktung
5.2.1 Produktion
5.2.2 Vermarktung
5.3 Die ZuschauerInnen
5.4 Die Figuren
5.5 Zusammenfassung
6 Untersuchungskriterien
6.1 Formale und inhaltliche Kategorien
6.1.1 Formale Kategorien
6.1.2 Inhaltliche Kategorien
6.1.3 Figurenvariablen
6.2 Statische Merkmale der Figuren
6.3 Qualitative Untersuchung
7 Forschungsfragen
8 Untersuchungsmethoden
8.1 Design der quantitativen Inhaltsanalyse
8.1.1 Auswahl der Telenovela Verliebt in Berlin
8.1.2 Auswahl der Stichprobe
8.1.3 Pre-Test
8.1.4 Codierung
8.1.5 Reliabilität und Validität
8.2 Methode der qualitativen Medienanalyse
9 Die Darstellung von Frauen und Männern in Verliebt in Berlin
9.1 Vorstellen des Datensatzes
9.2 Figurenauftritte
9.3 Handlungsorte
9.4 Soziodemographische Daten
9.4.1 Alter
9.4.2 Familienstand
9.4.3 Soziales Umfeld
9.4.4 Erwerbstätigkeit
9.5 Aussehen
9.5.1 Haare
9.5.2 Körperbau
9.5.3 Styling
9.5.4 Kleidung
9.5.5 Erotik
9.6 Gesprächsthemen und Aktivitäten
9.6.1 Themen
9.6.2 Aktivitäten
9.7 Gefühle
9.8 (Körper)-sprache
9.8.1 Mimik
9.8.2 Gestik
9.8.3 Sprachformulierung
9.9 Verhalten
9.9.1 Verhalten beim Auftreten
9.9.2 Handlungskompetenz
9.10 Konflikte
Beantwortung der Forschungsfragen
9.12 Zusammenfassung
10 Untersuchung der Hauptfigur Lisa Plenske
10.1 Lisas Charakterwandel
10.2 Lisas Netzwerk
10.2.1 Familie und Freunde – unterstützende Netzwerkkultur
10.2.2 Feinde – entgegenwirkende Netzwerkkultur
10.3 Kerima Moda als Parabel auf die oberflächliche Gesellschaft
10.4 Lisas Wirkung auf die ZuschauerInnen
11 Fazit und Resümee
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit der Repräsentation von Geschlechterrollen in der deutschen Telenovela "Verliebt in Berlin". Ziel ist es, unter Anwendung quantitativer Inhaltsanalysen sowie einer qualitativen Analyse der Hauptfigur Lisa Plenske herauszuarbeiten, inwiefern die Sendung tradierte Frauen- und Männerbilder reproduziert, durchbricht oder neue Stereotype konstruiert, und welche soziologische Bedeutung dies für das Sozialisationspotenzial der Serie hat.
9.5.2 Körperbau
Typisch für Soap- und Telenovela-Figuren ist sowohl das makellose Gesicht, welches sympathisch wirkt und andere in seinen Bann ziehen kann, als auch eine perfekte Figur, bei der die Proportionen den Richtlinien der aktuellen Modemagazine entsprechen.
Die Figuren in dieser Telenovela sind fast alle schlank bis sehr schlank. Auf die Darstellung von Fehlverhalten bei der Ernährung wurde verzichtet, sodass weder unter- noch übergewichtige Personen auftauchen. Die Folge ist eine stringente Inszenierung von Schlankheit. Analog zu den Haarfrisuren werden beim Körperbau Abweichungen von der Telenovela-Realität benutzt, um einen bestimmten Hauptcharakter hervorzuheben. Nicht nur Lisa Plenskes Gesicht ist durch Brille und Zahnspange besonders unattraktiv, auch ihr Körper ist für den Fernseh-Maßstäben entsprechend einigermaßen unästhetisch. Für den Großteil der Sendezeit wird sie in einen „Fat-Suit“ (vgl. Schader 2007, S.41) gesteckt, der die Schauspielerin mit Kleidergröße 36 in die erfundene Figur Lisa mit einer Kleidergröße 38 bis 40 verwandelt. Nach und nach legt sie ihr künstliches Fettpolster ab, so dass die Akteurin bei der Finalfolge in ihrer „eigenen Haut“ vor dem Traualtar steht. Der Körperbau der anderen Telenovela-Figuren ist normal schlank. Ausnahmen46 stellen die Catering-Chefin Agnes und Richard Seidel dar, die beide rundliche Formen haben, aber keinesfalls als „fett“ gelten würden.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Telenovela "Verliebt in Berlin" ein, beleuchtet den Erfolg der Serie und legt das soziologische Forschungsinteresse am Frauenbild sowie das methodische Vorgehen fest.
2 Geschlechterforschung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Geschlecht, Sozialisation und Stereotype und erläutert die mediale Inszenierung von Männlichkeit und Weiblichkeit.
3 Forschungsstand: Weibliche Figuren in Film und Fernsehen: Hier werden relevante Studien zur Darstellung von Frauen in Medien analysiert, die den Hintergrund für die eigene empirische Untersuchung bilden.
4 Telenovelas in den Ursprungsländern und in Deutschland: Es wird die Genese des Genres Telenovela, deren inhaltliche Struktur und die Besonderheiten der deutschen Telenovela als adaptiertes Sendeformat beschrieben.
5 Untersuchungsgegenstand: Die deutsche Telenovela Verliebt in Berlin: Das Kapitel stellt die Serie "Verliebt in Berlin" vor, behandelt die Handlung, die Produktionsumstände und das Profil der ZuschauerInnen.
6 Untersuchungskriterien: Das Kategoriensystem für die Inhaltsanalyse wird vorgestellt, das formale und inhaltliche Kriterien zur Analyse der Figuren und Sequenzen umfasst.
7 Forschungsfragen: In diesem Kapitel werden die leitenden Fragestellungen formuliert, die zur Klärung der Darstellung von Frauen und Männern beitragen sollen.
8 Untersuchungsmethoden: Hier werden das Design der Inhaltsanalyse, die Stichprobenauswahl sowie die qualitative Medienanalyse detailliert beschrieben und begründet.
9 Die Darstellung von Frauen und Männern in Verliebt in Berlin: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der quantitativen Untersuchung, unterteilt in Sequenz- und Figurenanalysen.
10 Untersuchung der Hauptfigur Lisa Plenske: Ein fokussierter Blick auf die Protagonistin Lisa Plenske, ihren Charakterwandel und ihre Rolle als Identifikationsmodell.
11 Fazit und Resümee: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, interpretiert und in einen größeren gesellschaftlichen Kontext der medialen Stereotypisierung gestellt.
Telenovela, Verliebt in Berlin, Geschlechterforschung, Frauenbild, Medienanalyse, Stereotype, Sozialisation, Lisa Plenske, Gender, Fernsehforschung, Inhaltsanalyse, Rollenbilder, Medienwirkung, Identifikation
Die Arbeit untersucht das Frauen- und Männerbild in der deutschen Telenovela "Verliebt in Berlin" unter soziologischen Gesichtspunkten.
Schwerpunkte sind die Geschlechterforschung, die Medienanalyse, das Genre der Telenovela und die Konstruktion von Rollenbildern durch stereotype Darstellung.
Die Hauptforschungsfrage lautet: „Wie werden Frauen und Männer in der deutschen Telenovela Verliebt in Berlin dargestellt?“
Es wurde ein methodischer Mix aus einer quantitativen Inhaltsanalyse der Telenovela-Sequenzen und einer qualitativen hermeneutischen Analyse der Hauptfigur Lisa Plenske angewandt.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die Beschreibung des Untersuchungsgegenstands, die Darlegung des Kategoriensystems sowie die detaillierte Präsentation und Interpretation der empirischen Ergebnisse.
Telenovela, Geschlechterforschung, Medienanalyse, Frauenbild, Stereotype und Gender sind die prägenden Begriffe.
Lisa Plenske fungiert als zentrale Hauptfigur, an deren Charakterentwicklung und medialer Inszenierung der Wandel vom "hässlichen Entchen" zum Erfolgstyp exemplarisch analysiert wird.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass trotz beruflicher Teilhabe weiterhin traditionelle Geschlechterrollen und stereotype Muster bestehen bleiben, die Frauen gegenüber Männern tendenziell schwächer oder unsicherer inszenieren.
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