Diplomarbeit, 1995
120 Seiten, Note: 1,0
1 Globalisierung als weltwirtschaftliches Phänomen
1.1 Einführung
1.2 Drei Phasen der Internationalisierung von Unternehmensaktivitäten
1.3 Ursachen der Globalisierung
1.4 Phänome der Globalisierung
1.5 Indikatoren für den Globalisierungsgrad einer Volkswirtschaft
2 Motive und Modelle der Globalisierung
2.1 Globalisierungsmotive der Unternehmen
2.2 Dimensionen der Globalisierung
2.3 Netzwerkvorteile der Globalisierung
2.4 Unterschiede zwischen multinationalen und globalen Unternehmen
3 Globale Unternehmensstrategien und industriepolitische Konsequenzen
3.1 Ausländische Direktinvestitionen
3.2 Fusionen und Akquisitionen
3.3 Global Switching und Global Focusing
3.4 Vertragliche Kooperationsvereinbarungen
3.5 Strategische Allianzen
3.5.1 Allianzen ohne Kapitalbeteiligungen
3.5.2 Allianzen mit Kapitalbeteiligungen
3.5.3 Die Verteilung der strategischen Allianzen zwischen den Triaderegionen
3.6 Die Bedeutung des unternehmensinternen Handels
3.7 Indikatoren für den Globalisierungsgrad eines Unternehmens
4 Rahmenbedingungen der europäischen Industriepolitik im Kontext der Globalisierung
4.1 Zur Abgrenzung der Industriepolitik
4.2 Zum Begriff der Wettbewerbsfähigkeit
4.2.1 Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen
4.2.2 Wettbewerbsfähigkeit der Nationen
4.3 Das Verhältnis von globalen Unternehmen und Staaten
4.4 Die Wirkungsunsicherheit industriepolitischer Maßnahmen
4.5 Fördermaßnahmen im Kontext der Globalisierung
4.6 Der Diffusions-Ansatz
5 Die Rolle globaler Unternehmensstrategien in den industriepolitischen Konzepten der Europäischen Union
5.1 Die Mitteilung der Kommission von 1990: „Die europäische Industriepolitik für die 90er Jahre“
5.2 Das Weißbuch von 1993: „Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung“
5.3 Die Mitteilung der Kommission von 1994: „Eine Politik der industriellen Wettbewerbsfähigkeit für die Europäische Union“
5.3.1 Reform der geographischen Sichtweise der europäischen Industriepolitik
5.3.2 Industriepolitisches Management strategischer Allianzen
5.3.3 Industriepolitische Unterstützung beim ausländischen Markteintritt
5.3.4 Ergebnis
5.4 Exkurs: Die europäische Industriepolitik aus der Managementperspektive
6 Der Einfluß globaler Unternehmensstrategien auf industriepolitische Projekte und Entscheidungen
6.1 Unternehmensstrategien und Anti-Dumping-Politik in der Mikroelektronik
6.2 Unternehmensstrategien und die Förderprogramme ESPRIT und JESSI
6.3 Unternehmensstrategien und die EU-Industriepolitik in der Automobilbranche
Schlußfolgerungen
Die Arbeit untersucht, inwiefern globale Unternehmensstrategien die zentralen Determinanten für eine effektive europäische Industriepolitik darstellen. Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen der zunehmenden Autonomie global agierender Unternehmen und den regulatorischen Ambitionen der Europäischen Union zu analysieren, um daraus neue Ansätze für eine managementorientierte Industriepolitik abzuleiten.
1.1 Einführung
Die europäische industriepolitische Debatte gewann Anfang der neunziger Jahre an In tensität, als von verschiedenen Seiten eine Abnahme der Wettbewerbsfähigkeit der eu ropäischen Unternehmen im Bereich der Hoch- und Schlüsseltechnologien gegenüber ihren US-amerikanischen und japanischen Konkurrenten festgestellt wurde (Seitz, 1990, Weidenfeld/Turek, 1993). In diesen Beiträgen wurden Unternehmen den wettstreiten den Wirtschaftsregionen Europa, USA und Japan geographisch zugeordnet. Sie führten stellvertretend für ihre Herkunftsländer den „globalen Technologiewettlauf“ aus (Grew lich, 1992). Die Rolle und das Eigeninteresse der globalen Unternehmen in diesem Ren nen blieb weitgehend unberücksichtigt. Ihr Verhalten hat jedoch zu einer Vernetzung der Weltwirtschaft geführt, in der Grenzen zunehmend an Bedeutung verlieren.
Globalisierung gilt bislang als ein geflügeltes Wort mit einem schwachen theoretischen Fundament, wie die vorangestellten Definitionen illustrieren. Nur wenige Fragen im Zusammenhang mit dem Globalisierungsphänomen sind hinreichend beantwortet. Auf die Frage „Wer globalisiert sich?“ lautet die eindeutige Antwort: „Die Unternehmen“. Auf die Frage „Wie globalisieren sich Unternehmen?“ gilt die Antwort: „Mit Hilfe glo baler Unternehmensstrategien“. Die systematische Ordnung der entsprechenden Strate gien ist eine Voraussetzung zum genaueren Verständnis des Globalisierungsphänomens und zur Ableitung industriepolitischer Konsequenzen für Europa. Sie soll im folgenden geleistet werden. Hinter der Fragestellung der Arbeit verbirgt sich die Annahme, daß globale Unternehmensstrategien die zentralen Ansatzpunkte für eine effektive europäi sche Industriepolitik sind oder sein müßten.
1 Globalisierung als weltwirtschaftliches Phänomen: Einleitender Überblick über die Phasen und Ursachen der Globalisierung sowie deren theoretische Einordnung.
2 Motive und Modelle der Globalisierung: Untersuchung der Motive für globale Unternehmensaktivitäten und der konzeptionellen Unterschiede zwischen multinationalen und globalen Firmen.
3 Globale Unternehmensstrategien und industriepolitische Konsequenzen: Detaillierte Darstellung verschiedener globaler Strategien wie Direktinvestitionen und Allianzen und deren Rückwirkungen auf die Industriepolitik.
4 Rahmenbedingungen der europäischen Industriepolitik im Kontext der Globalisierung: Analyse der veränderten politischen Rahmenbedingungen und des Begriffs der Wettbewerbsfähigkeit.
5 Die Rolle globaler Unternehmensstrategien in den industriepolitischen Konzepten der Europäischen Union: Kritische Kommentierung der industriepolitischen Dokumente der EU-Kommission hinsichtlich ihrer Berücksichtigung globaler Strategien.
6 Der Einfluß globaler Unternehmensstrategien auf industriepolitische Projekte und Entscheidungen: Fallstudien in der Mikroelektronik und Automobilindustrie zur Verdeutlichung der Interdependenz zwischen Unternehmen und Politik.
Globalisierung, Industriepolitik, Europäische Union, Unternehmensstrategien, Wettbewerbsfähigkeit, Strategische Allianzen, Direktinvestitionen, Netzwerkorganisation, Technologietransfer, Standortwahl, Global Switching, Mikroelektronik, Automobilbranche, Triade, Marktintegration.
Die Arbeit analysiert den Einfluss globaler Unternehmensstrategien auf die Ausgestaltung der europäischen Industriepolitik und beleuchtet die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen großen globalen Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern.
Die Themen umfassen die Globalisierung als Phänomen, verschiedene Unternehmensstrategien wie Allianzen und internationale Arbeitsteilung sowie die industriepolitischen Reaktionen der EU-Kommission.
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Interaktionen zwischen globalen Konzernen und der Industriepolitik zu schaffen und aufzuzeigen, dass ein "gleichberechtigter Dialog" statt einer isolierten staatlichen Steuerung für den wirtschaftlichen Erfolg Europas notwendig ist.
Es wird eine strukturelle und analytische Untersuchung vorgenommen, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie spezifischen Fallstudien aus der Mikroelektronik- und Automobilindustrie basiert.
Der Hauptteil erörtert die Konzepte globaler Unternehmen, vergleicht diese mit traditionellen multinationalen Modellen und analysiert, wie die EU auf diese neuen Strategien in ihren industriepolitischen Dokumenten reagiert.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie "Global Switching", "Triade", "strategische Allianzen", "Technoglobalismus" und "standortbezogene Wertschöpfungsstrukturen" geprägt.
Der Autor kritisiert, dass die Konzepte oft ein veraltetes, geographisch-nationales Verständnis von Industriepolitik verfolgen und die Realität grenzüberschreitender, dezentraler Netzwerkorganisationen der Unternehmen nicht ausreichend erfassen.
Unternehmen reagieren hochflexibel, indem sie ihre Aktivitäten mittels Strategien wie "Global Switching" verlagern, um Handelshemmnisse zu umgehen, oder sich durch komplexe Allianzen der staatlichen Kontrolle entziehen.
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