Diplomarbeit, 2007
95 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ohne Hyperaktivität
2.2 Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivität
2.3. Diagnostik von ADHS
2.4. Verlauf von ADHS in der Kindheit
2.4.1. Säuglingsalter
2.4.2. Kleinkindalter
2.4.3. Schulalter
2.5. Kindheit
2.5.1. Sozialisation in der Kindheit
2.5.2. Sozialisation in der Familie
2.5.3. Sozialisation im Kindergarten
2.5.4. Sozialisation in der Schule
2.6. Abweichendes Verhalten nach Lamnek
2.7. Zusammenfassung
3. Ätiologie
3.1 Biologische Faktoren
3.2.Organische Faktoren
3.3.Ökologische Faktoren:
3.4 Psychosoziale Faktoren
3.4.1 Ökonomisch-kulturelle Bedingungen
3.4.2 Die Bedingungen des sozialen Umfeldes
3.4.3 Psycho-emotionale Bedingungen
3.5. Zusammenfassung
4.Einleitende Interventionen für pädagogisches Handeln
4.1. Anamnese
4.2. Beratung
4.2.1. Beratung der Bezugspersonen des Kindes
4.2.2. Beratung der Eltern
4.2.3. Beratung der Erzieher/Lehrer
4.2.4. Beratung des Kindes
4.3. Das Hilfeplanverfahren in der sozialpädagogischen Familienhilfe
4.4. Zusammenfassung
5. Sozialpädagogische Familienhilfe
5.1. Ansätze der Sozialpädagogischen Familienhilfe
5.2. Handlungs- und Arbeitsprinzipien der SPFH
5.3. Lebensweltorientierung als Handlungsfeld pädagogischer Arbeit
5.4. Zusammenfassung
6. Weiterführende Interventionen
6.1. Systemische Familientherapie
6.1.1. Das System/ der systemischer Ansatz
6.1.2. Merkmale systemischer Familientherapie
6.1.3. Techniken der Familientherapie
6.1.4. Zusammenfassung systemische Familientherapie
6.2. Der Funktionsteilige Klassenraum nach Hewett
6.2.1. Das Entwicklungsstufenmodell und das Lerndreieck
6.2.2. Die Lernumgebung
6.2.3. Zusammenfassung von Hewett
6.3. Verstärkerplan
6.3.1. Tokens
6.3.2. Vorgehensweise
6.3.3. Zusammenfassung des Verstärkerpls
7. Sonstige Interventionsmöglichkeiten
7.1. Kognitive Verhaltenstherapie
7.1.1. Kognitive Therapie nach Beck
7.1.2. Problemlösetraining
7.1.3. Selbstinstruktion
7.2. Medikamentöse Behandlung
7.3. Zusammenfassung
8. Fazit
Diese Diplomarbeit untersucht das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS) bei Kindern und analysiert, welche pädagogischen Interventionsmöglichkeiten bestehen, um dem betroffenen Verhalten entgegenzuwirken. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie durch pädagogische Interventionen, ergänzt durch therapeutische Ansätze, eine Verbesserung der Lebenswelt und eine Verhaltenssteuerung des Kindes erreicht werden kann, ohne das Störungsbild rein medizinisch zu betrachten.
3.1 Biologische Faktoren
Anhand von Zwillingsforschungen konnte bisher festgestellt werden, dass bei eineiigen Zwillingen, die identische Erbanlagen haben, häufiger beide Kinder von ADHS betroffen sind, als bei zweieiigen Zwillingen, die unterschiedliche Erbanlagen haben. Des Weiteren zeigte es sich, dass ADHS vermehrt im familiären Rahmen auftritt und teilweise ebenfalls die Eltern von ADHS betroffen sind. Dies wird jedoch von Freiesleben und Schmole zurückgewiesen, denn ADHS ist ihrer Aussage nach lediglich eine anlagebedingte genetische Empfänglichkeit, so dass vielmehr „ein erhöhtes Risiko, das je nach Lebensumständen, Lebensführung und besonderen Umwelteinflüssen ausgelöst wird oder nicht. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist also auszuschließen, dass es ‚das Hyperaktivitätsgen’ gibt.“
Als eine weitere Ursache bei den biologischen Faktoren sind die neurobiologischen Veränderungen, welche bisherigen Studien zufolge durch eine Störung im Dopaminhaushalt zustande kommt, zu nennen. Dabei kommt es zu einer Verminderung des Botenstoffes Dopamin im Gehirn. Botenstoffe sind erforderlich, um den Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen zu regeln, da diese nicht miteinander verbunden sind und zwischen ihnen der so genannte synaptische Spalt liegt. Dopamin ist für die zielgerichtete Aufmerksamkeit, koordinierte Bewegung und emotionale Steuerung zuständig. Bei Kindern mit ADHS ist aus verschiedenen Gründen zu wenig vom Botenstoff Dopamin im Gehirn vorhanden. Dadurch können Reize ungefiltert auf das Kind einbrechen und nicht richtig verarbeitet werden. Die Folge daraus ist, dass es den Kindern schwer fällt ihre Aufmerksamkeit, ihre Gefühle und ihren Bewegungsdrang unter Kontrolle zu halten. Auf Grund dessen spricht man „von einer verminderten Fähigkeit zur Selbststeuerung.“
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Betrachtung von ADHS und formuliert die Ziele der Arbeit, die sich in die Schwerpunkte allgemeine Klärung, pädagogische Handlungsmöglichkeiten und nicht-pädagogische Interventionen gliedert.
2. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom in seinen verschiedenen Ausprägungen, erläutert die Diagnostik sowie den Verlauf im Kindesalter und beleuchtet die Sozialisation des Kindes in den wichtigsten Lebensbereichen.
3. Ätiologie: Hier wird die Ursachenforschung für ADHS als multifaktorielles Konstrukt dargestellt, wobei biologische, organische, ökologische und psychosoziale Faktoren kritisch hinterfragt werden.
4. Einleitende Interventionen für pädagogisches Handeln: Dieses Kapitel widmet sich der professionellen Fallarbeit, speziell der Anamnese, der Beratung verschiedener Bezugspersonen sowie dem Hilfeplanverfahren als Grundlage für pädagogische Maßnahmen.
5. Sozialpädagogische Familienhilfe: Die SPFH wird als eine der am häufigsten eingesetzten Hilfen zur Erziehung beschrieben, wobei deren Handlungsprinzipien und die Bedeutung der Lebensweltorientierung im Vordergrund stehen.
6. Weiterführende Interventionen: Es werden spezifische Interventionsmodelle wie die systemische Familientherapie, das Konzept des funktionsteiligen Klassenraums nach Hewett und der Einsatz von Verstärkerplänen vorgestellt.
7. Sonstige Interventionsmöglichkeiten: Dieses Kapitel behandelt ergänzende Methoden, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie nach Beck sowie die Rolle der medikamentösen Behandlung im multimodalen Behandlungskonzept.
8. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ADHS ein komplexes Phänomen ohne eine einzelne, eindeutige Ursache ist und plädiert für eine kritische Abwägung bei der Wahl von Interventionsmaßnahmen, wobei pädagogische Ansätze gegenüber rein medikamentösen zu bevorzugen sind.
ADHS, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, pädagogische Intervention, Sozialpädagogische Familienhilfe, Hilfeplanverfahren, Ätiologie, Systemische Familientherapie, Verhaltensstörung, Kindheit, Sozialisation, Verstärkerplan, Kognitive Verhaltenstherapie, Ritalin, Erziehungshilfe
Die Arbeit behandelt das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS) bei Kindern und untersucht schwerpunktmäßig pädagogische Handlungsansätze und Interventionsmöglichkeiten.
Die Arbeit deckt die Begriffsbestimmung, die Ursachenforschung (Ätiologie), pädagogische Interventionsmaßnahmen wie die Familienhilfe sowie ergänzende therapeutische Ansätze und medikamentöse Behandlung ab.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie pädagogische Interventionen zur Verhaltensänderung und besseren Bewältigung des Alltags bei Kindern mit ADHS beitragen können, wobei das Kind in seinem sozialen Umfeld betrachtet wird.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die verschiedene wissenschaftliche Modelle zur Ätiologie, Sozialisationstheorien sowie Konzepte der Sozialpädagogik und Verhaltenstherapie analysiert und vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu ADHS, die Vorstellung pädagogischer Interventionen (Anamnese, Beratung, SPFH, Hilfeplan) sowie weiterführende Methoden wie Familientherapie und verhaltenstherapeutische Ansätze.
Wichtige Begriffe sind ADHS, pädagogische Intervention, Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH), Ätiologie, Systemische Familientherapie und multimodale Behandlung.
Die SPFH wird als eine intensive, aufsuchende ambulante Hilfe beschrieben, die das gesamte familiäre System einbezieht und auf dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ basiert, um Erziehungsschwierigkeiten zu bewältigen.
Die medikamentöse Behandlung wird als weit verbreitete, aber kritisch zu betrachtende Methode beschrieben. Der Autor betont, dass sie nur unter Vorbehalt und im Rahmen eines multimodalen Konzepts eingesetzt werden sollte, da sie nur Symptome unterdrückt und keine grundlegende Verhaltensänderung erwirkt.
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