Masterarbeit, 2007
116 Seiten, Note: 1,6
1 Einleitung
1.1 Erosion bestehender Geschäftsmodelle in der Musikindustrie
1.2 Abgrenzung zentraler Begriffe
1.3 Ziel und Gang der Untersuchung
2 Branchenstruktur und Wettbewerbskräfte in der Musikindustrie
2.1 Grundlagen der Branchenstrukturanalyse nach PORTER
2.2 Ursachen der Umwälzung in der Musikindustrie
2.2.1 Marktentwicklung und Rivalität unter bestehenden Wettbewerbern
2.2.2 Markteintrittsbarrieren und potentielle neue Konkurrenten
2.2.3 Verhandlungsmacht der Konsumenten
2.2.4 Verhandlungsmacht der Zulieferer
2.2.5 Bedrohung durch Substitute
2.2.6 Zusammenwirken der Triebkräfte des Wettbewerbs
2.3 Ableitung eines geeigneten Kompetenzprofils auf Anbieterseite
2.3.1 Das Konstrukt des Komparativen Konkurrenzvorteils
2.3.2 Generische Wettbewerbsdimensionen
2.3.3 Kompetenzanforderungen in der Effektivitätsdimension
2.3.4 Kompetenzanforderungen in der Effizienzdimension
2.4 Zusammenfassende Darstellung der Kompetenzanforderungen
3 Überprüfung zukünftiger Marktchancen in der Musikindustrie
3.1 Ableitung des Suchraums für relevante Marktteilnehmer
3.1.1 Traditionelle Wettbewerber
3.1.2 Neue Wettbewerber
3.1.3 Potentiell neue Wettbewerber
3.2 Analyse der Kompetenzen verschiedener Marktteilnehmer
3.2.1 Kompetenzen der Effektivitätsdimension
3.2.2 Kompetenzen der Effizienzdimension
3.3 Zwischenfazit
3.4 Implikationen für die Etablierung neuer Geschäftsmodelle
4 Zusammenfassung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die durch die Digitalisierung verursachten Strukturveränderungen in der Musikindustrie und analysiert, welche Kompetenzen Marktteilnehmer benötigen, um in diesem dynamischen Umfeld nachhaltige Geschäftsmodelle zu etablieren. Ziel ist es, durch eine Branchenstrukturanalyse und die Anwendung des Konzepts des Komparativen Konkurrenzvorteils (KKV) Erfolgspotenziale für verschiedene strategische Akteure abzuleiten.
1.1 Erosion bestehender Geschäftsmodelle in der Musikindustrie
Durch die Digitalisierung und die zunehmende Verbreitung des Internet ist die Musikindustrie in den letzten Jahren einschneidenden Veränderungen ausgesetzt worden. Online-Musikangebote und eine steigende Zahl von Breitbandanschlüssen erleichtern den Zugang zu Musik und haben einen Strukturwandel ausgelöst.
Der Großteil der 50 meistverkauften Musikalben aller Zeiten wurde in den 70er- und 80er-Jahren aufgenommen. Obwohl Hits und Megaseller die größte Aufmerksamkeit erhalten, stellen sie nicht mehr die wirtschaftliche Kraft dar, die sie einst waren. Die musikalischen Interessen der Verbraucher verteilen sich im Markt auf unzählige Nischen. Diese Nischen hat es immer gegeben, doch erst jetzt, da sie leichter und günstiger zu erreichen sind, entwickelt sich daraus eine kulturelle und wirtschaftliche Kraft. Der Nischenmarkt ersetzt nicht den traditionellen Markt mit seinen Hits, er teilt sich nur zum ersten Mal mit ihm die Aufmerksamkeit. In der Vergangenheit war es nötig, kostspielige Regalfläche in Musikgeschäften, den begrenzten Sendeplatz im Radio, die wenigen Übertragungsmöglichkeiten und die Aufmerksamkeit so effektiv wie möglich zu nutzen. Das Vertriebsmodell der großen Musiklabels, das im Gefolge der Radio-Hitmaschinerie entstand, basiert auf dem Geschäftsmodell, das auf Megahits angewiesen ist.
Mittlerweile hat das Internet die Funktion des Radios übernommen, um neue Musik zu entdecken. Unter den Musikhörern hat sich ein Wandel vollzogen; man orientiert sich nicht mehr am Massengeschmack und hört nur die Titel an der Spitze der Charts, sondern sucht sich seinen eigenen Stil und erkundet Musik fern des Einheitsbreis der Radiosender, wagt sich an relativ unbekannte Titel heran oder geht in der Zeit zurück und hört Oldies. Je mehr sich Musikhörer von ausgetretenen Pfaden entfernen, entdecken sie, dass ihr Geschmack gar nicht so massentauglich ist, wie sie immer dachten.
Die auf Hits basierende Wirtschaft ist das Produkt einer Zeit, in der nicht genügend Platz zur Verfügung stand, um jedem alles zu bieten.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die durch die Digitalisierung ausgelöste Krise der Musikindustrie ein, definiert zentrale Begriffe wie Musikindustrie und Geschäftsmodell und erläutert das Ziel sowie den Aufbau der Untersuchung.
2 Branchenstruktur und Wettbewerbskräfte in der Musikindustrie: Hier werden die Triebkräfte des Wettbewerbs nach Porter analysiert, um die Ursachen der Umwälzungen zu erklären und Kompetenzanforderungen für Anbieter in den Dimensionen Effektivität und Effizienz abzuleiten.
3 Überprüfung zukünftiger Marktchancen in der Musikindustrie: In diesem Hauptteil werden relevante Marktteilnehmer in strategische Gruppen eingeteilt und deren Kompetenzen sowie Marktchancen vor dem Hintergrund der zuvor erarbeiteten Anforderungen evaluiert.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Das letzte Kapitel resümiert die Ergebnisse der Arbeit und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung sowie die notwendigen Anpassungen der Geschäftsmodelle in der Musikindustrie.
Musikindustrie, Geschäftsmodelle, Digitalisierung, Branchenstrukturanalyse, Porter, Komparativer Konkurrenzvorteil, KKV, Effektivität, Effizienz, Kernkompetenzen, Wertschöpfungskette, Online-Musikdienste, Musik-Communities, Tonträgerindustrie, Internet
Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Veränderungen in der Musikindustrie, die durch die Digitalisierung hervorgerufen wurden, und analysiert die Erfolgspotenziale unterschiedlicher Marktteilnehmer bei der Etablierung neuer, digitaler Geschäftsmodelle.
Zentrale Themen sind die Branchenstrukturanalyse nach dem 5-Kräfte-Modell von Porter, die Definition und Messung von strategischen Kompetenzen sowie die Analyse der Wertschöpfungskette im digitalen Musikmarkt.
Das Ziel ist die Identifizierung entscheidender Ressourcen und Fähigkeiten, die für die Gestaltung erfolgreicher Geschäftsmodelle in der Musikindustrie notwendig sind, um einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.
Die Arbeit nutzt die Branchenstrukturanalyse nach Michael E. Porter zur Untersuchung des Marktumfeldes und operationalisiert das KKV-Konstrukt (Komparativer Konkurrenzvorteil) von Backhaus/Schneider, um Kompetenzanforderungen in eine Effektivitäts- und Effizienzdimension zu gliedern.
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse der Marktteilnehmer, die in fünf strategische Gruppen unterteilt werden (Technologieanbieter, Musik-Communities, Major-Labels, Endgerätehersteller, Online-Musikservices), deren Kompetenzen bewertet werden.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Digitalisierung, Geschäftsmodell, Musikindustrie, KKV, Kernkompetenzen, Wertschöpfungskette sowie die Wettbewerbsdimensionen Effektivität und Effizienz.
Der 360-Grad-Ansatz ist entscheidend, da Labels versuchen, die Erlöspotenziale über das klassische Tonträgergeschäft hinaus – etwa durch Merchandising, Live-Auftritte und digitale Produkte – zu optimieren, um die rückläufigen Absatzzahlen zu kompensieren.
Musik-Communities werden als hochgradig erfolgsversprechend eingestuft, da sie durch Netzwerkeffekte und die Förderung der Interaktion zwischen Nutzern eine hohe Bindung erreichen und so eine wichtige Informations- und Empfehlungsfunktion im digitalen Musikmarkt einnehmen.
Reine Online-Musikservices kämpfen in der Effizienzdimension mit hohen Lizenzkosten gegenüber den Major-Labels und mangelnden Skaleneffekten, was es schwierig macht, dauerhaft ein KKV-Potenzial in der Wirtschaftlichkeit zu erzielen.
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