Diplomarbeit, 2007
118 Seiten, Note: 2,0
0. Einleitung
1. Begriffsbestimmungen
1.1 Abgrenzung des Mobbingbegriffes
1.2 Terminologie der wichtigsten Begriffe
2. Erhebungsmethoden zur Erfassung von Mobbing
3. Der „Teufelskreis“ des Mobbings
3.1 Das „Allgemeine Adaptionssyndrom (AAS)“ nach Selye und Vester
4. Charakteristische Merkmale von Tätern und Opfern
4.1 Charakteristika der Täter
4.2 Charakteristika der Opfer
5. Ausmaß, Erscheinungsformen und Ausprägung von Mobbing in der Schule
5.1 Ausmaß und Erscheinungsformen
5.2 Unterschiede in der Ausprägung von Mobbing in Bezug auf Geschlecht, Alter und Schulformen
5.2.1 Unterschiede bezüglich des Geschlechts
5.2.2 Altersunterschiede
5.2.3 Unterschiede in Abhängigkeit des schulischen Umfeldes
6. Potenzielle Mobbingursachen
6.1 Mögliche Gründe und Auslöser von Mobbing in der Schule
6.1.1 Das familiäre Umfeld der Opfer
6.1.2 Die Rolle der Mitschüler
6.1.3 Das Verhalten der Lehrer
6.2 Lernen von aggressivem Verhalten
6.2.1 Lernen am Modell
6.2.1.1. Aggressive Modelle in der Familie
6.2.1.2 Aggressive Modelle unter Gleichaltrigen
6.2.2 Lernen am Effekt
6.2.2.1 Die äußeren Effekte aggressiven Verhaltens
6.2.2.2 Die inneren Effekte aggressiven Verhaltens
7. Der Einsatz von Lob und Strafe
8. Folgen von Mobbing in der Schule für Opfer und Täter
8.1 Folgen für die Opfer
8.2 Folgen für die Täter
9. Präventions- und Interventionsmaßnahmen gegen Mobbing im schulischen Kontext
9.1 Das Programm zur Prävention und Intervention von Mobbing in Schulen nach Dan Olweus
9.1.1. Ziele und Vorraussetzungen des Programms
9.1.2 Maßnahmen auf den verschiedenen Ebenen
9.1.2.1 Maßnahmen auf der Schulebene
9.1.2.2 Maßnahmen auf der Klassenebene
9.1.2.3 Maßnahmen auf der persönlichen Ebene
9.1.3 Die Ergebnisse des Programms
9.2 Beispiel eines Schulprojektes nach Olweus an Schulen in Schleswig-Holstein
9.2.1 Die Ausgangssituation
9.2.2 Das Fragebogendesign
9.2.3 Ergebnisse des Eingangsfragebogens der Schüler
9.2.3.1 Ausmaß und Arten von Mobbing
9.2.3.2 Orte, an denen Mobbing stattfindet
9.2.3.3 Reaktionen von Lehrern und Mitschülern
9.2.4 Ergebnisse des Eingangsfragebogens der Schulleiter
9.2.5 Bewertungen der erhobenen Daten bezüglich der Validität und Generalisierbarkeit
9.2.6 Erfahrungen mit der Umsetzbarkeit des Olweus-Programms
9.2.7 Ergebnisse der Abschlussbefragung
9.3 Weitere Präventions- bzw. Interventionskonzepte
9.3.1 Mediation
9.3.2 Das „Buddy-Projekt“
10. Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Phänomen des Schulmobbings, analysiert dessen Entstehungsbedingungen sowie individuelle und soziale Faktoren und bewertet Interventions- sowie Präventionskonzepte mit dem Ziel, die Mobbingdynamik im schulischen Umfeld nachhaltig zu durchbrechen.
3. Der „Teufelskreis“ des Mobbings
Bei gemobbten Kindern wird durch die Erfahrung von Unterlegenheit und Hilflosigkeit häufig eine Spirale des wiederholten Opferseins in Gang gesetzt oder verstärkt. Dieser „Teufelskreis“ des Mobbings ist durch verschiedene aufeinander aufbauende Phasen gekennzeichnet, die sich jedoch nicht bei jedem einzelnen Opfer in gleichen Verhaltensabläufen widerspiegeln müssen und als modellhaft anzusehen sind (siehe Abb. 1).
Hat sich eine Beziehung zwischen zwei Schülern erst einmal in eine Mobbingbeziehung gewandelt, so besteht die Gefahr, dass diese im Laufe der Zeit zunehmend destruktiver wird. Am Anfang eines Mobbingprozesses steht häufig ein Konflikt, der nicht gelöst wurde. Dieser tritt im Laufe der Entstehung der destruktiven Beziehungsdynamik immer mehr in den Hintergrund. Aus einem ursprünglich sachlichen Konflikt wird eine persönliche Auseinandersetzung. Durch wechselseitige Signale wird definiert, wer „stark“ und wer „schwach“ ist. Das Opfer wird zur Zielscheibe von körperlichen oder verbalen Mobbingattacken und reagiert auf die Gewalttat des Täters zunehmend ängstlicher und verunsicherter, was mittel- und langfristig zu Passivität, Rückzug und „Schweigen“ führt.
Das Geschehen verstärkt sich nach und nach immer mehr und das Opfer sowie sein schikanierendes Gegenüber treten in eine negative Beziehung zueinander ein. Sie verhalten sich dabei aber komplementär, sodass sich das Geschehen immer mehr aufschaukeln kann. Für beide Seiten wird es immer schwieriger, aus der Dynamik auszusteigen und die Gewaltspirale kann, unter den Augen der häufig unentschlossenen oder hilflosen Lehrer und passiven, ängstlichen oder auch faszinierten Mitschüler, kaum noch gestoppt werden. Je länger die Attacken dauern und je weiter sich die Situation zuspitzt, desto öfter und auch drastischer werden die betroffenen Kinder und Jugendlichen gequält. Übergriffe finden dann im Laufe der Zeit plötzlich auch an Orten statt, an denen sich das Opfer zuvor noch sicher fühlen konnte. Sein sicherer Bewegungsspielraum wird nach und nach immer kleiner, bis kaum noch Bereiche vorhanden sind, in denen es keine erneuten Schikanen befürchten muss. Die „Mobbingspirale“ beginnt sich immer schneller zu drehen!
0. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik von Mobbing in der Schule ein, beleuchtet den Forschungsstand und formuliert das Ziel der Arbeit, die Dynamik des Mobbings zu verstehen und Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen.
1. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert Mobbing, grenzt es begrifflich von verwandten Phänomenen wie Aggression und Gewalt ab und erläutert die Bedeutung für den schulischen Kontext.
2. Erhebungsmethoden zur Erfassung von Mobbing: Es werden verschiedene wissenschaftliche Methoden der Datenerhebung zur Mobbingforschung vorgestellt und hinsichtlich ihrer Validität kritisch beleuchtet.
3. Der „Teufelskreis“ des Mobbings: Dieses Kapitel beschreibt die psychologische Eigendynamik von Mobbingprozessen, die sich für das Opfer oft zu einer ausweglosen Spirale entwickelt, und führt das allgemeine Adaptionssyndrom (AAS) ein.
4. Charakteristische Merkmale von Tätern und Opfern: Hier werden die Rollenprofile von Mobbingtätern und ihren Opfern analysiert, um zu klären, welche individuellen Charakteristika das Eingehen in diese Rollen begünstigen.
5. Ausmaß, Erscheinungsformen und Ausprägung von Mobbing in der Schule: Das Kapitel liefert statistische Daten zur Verbreitung von Mobbing und differenziert zwischen direkten sowie indirekten Formen in Abhängigkeit von Geschlecht und Alter.
6. Potenzielle Mobbingursachen: Hier werden die Ursachen von Mobbing multikausal betrachtet, wobei das familiäre Umfeld, die Rolle der Mitschüler, das Lehrerverhalten sowie lernpsychologische Ansätze (Lernen am Modell/Effekt) im Vordergrund stehen.
7. Der Einsatz von Lob und Strafe: Es wird erörtert, wie Lehrer durch konsequente pädagogische Interventionen, wie den gezielten Einsatz von Lob und Strafe, aggressives Verhalten beeinflussen und reduzieren können.
8. Folgen von Mobbing in der Schule für Opfer und Täter: Das Kapitel analysiert die mittelfristigen und langfristigen negativen Auswirkungen von Mobbing, sowohl die psychosomatischen und seelischen Schäden bei Opfern als auch die Externalisierungsprobleme bei Tätern.
9. Präventions- und Interventionsmaßnahmen gegen Mobbing im schulischen Kontext: Dieser zentrale Teil stellt praktische Programme vor, insbesondere den Ansatz nach Dan Olweus sowie Mediation und das „Buddy-Projekt“ als Strategien zur Verbesserung des Schulklimas.
10. Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse: Den Abschluss bildet eine Synthese der zentralen Erkenntnisse der Arbeit, ergänzt durch eine kritische Reflexion der Möglichkeiten und Grenzen schulischer Präventionsarbeit.
Mobbing, Schulmobbing, Gewaltprävention, Interventionsprogramm, Dan Olweus, Peergroup, Aggression, Opferrolle, Täterverhalten, Lernpsychologie, Sozialklima, Mediation, Buddy-Projekt, Schulkontext, soziale Kompetenz.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen Mobbing an Schulen, untersucht dessen Ursachen und Dynamiken und präsentiert pädagogische Ansätze zur Prävention und Intervention.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Mobbing, der Rollenanalyse von Tätern und Opfern, der psychologischen Ursachenforschung (z. B. durch Lerntheorien) sowie der Evaluation konkreter Gewaltpräventionsprojekte.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass durch gezielte, modellbasierte pädagogische Interventionen eine drastische Reduktion von Mobbing an Schulen in Deutschland erreicht werden kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Theorieanalyse sowie die Auswertung empirischer Studien zur Effektivität des Olweus-Programms in verschiedenen Schultypen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Ursachen und Folgen von Mobbing sowie einen umfangreichen zweiten Teil, der praktische Präventions- und Interventionsmaßnahmen auf Schul-, Klassen- und persönlicher Ebene detailliert darlegt.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Mobbing, Gewaltprävention, Täter-Opfer-Dynamik, Interventionsprogramm und Schulklima charakterisieren.
Direktes Mobbing äußert sich durch physische oder verbale Angriffe, die offen sichtbar sind, während indirektes Mobbing auf soziale Manipulation, Gerüchte und Ausgrenzung abzielt, was für Außenstehende oft schwerer erkennbar ist.
Das Buddy-Projekt dient als Erfolg versprechende Hilfe zur Selbsthilfe, bei der Schüler soziale Verantwortung übernehmen und aktiv zur Förderung eines gewaltfreien Schulklimas beitragen.
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