Magisterarbeit, 2007
106 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretische Herleitung zur Diskursanalyse der Neuen Leipziger Schule
2.1 Theoretische Voraussetzungen für eine akteurzentrierte Diskursanalyse
2.1.1 Ferdinand de Saussure und die soziale Bedingtheit von Kommunikation
2.1.2 Michel Foucault und die Entstehung von „Wissen“
2.1.3 Pierre Bourdieu und die Bedeutung der Akteure
2.2 Die akteurzentrierte Diskursanalyse im Anschluss an Bourdieu
2.2.1 Verhältnis des kulturellen zum sozialen Feld
2.2.2 Das kulturelle Feld und seine Akteure
2.2.3 Die Analyse des NLS-Diskurses
3 Diskursanalyse - Die Neue Leipziger Schule
3.1 Die Akteure und ihre Positionen im zeitlichen Verlauf von 1997 bis 2006
3.1.1 Die Künstler
3.1.1.1 Arno Rink
3.1.1.2 Sighard Gille
3.1.1.3 Neo Rauch
3.1.1.4 Matthias Weischer
3.1.1.5 Tim Eitel
3.1.2 Die Galeristen
3.1.2.1 Gerd Harry Lybke
3.1.3 Die Sammler
3.1.3.1 Karl-Heinz Essl
3.1.3.2 Mera und Don Rubell
3.1.4 Die professionellen Kunstkritiker
3.1.4.1 Leipziger Volkszeitung
3.1.4.2 The New York Times
3.1.4.3 Deutsche Kunstfachzeitschriften
3.1.5 Die professionellen Kunstexperten
3.1.5.1 Claus Baumann
3.1.5.2 Hans-Werner Schmidt
3.2 Zusammenfassung – Konsensbildung?
4 Diskussion und Ausblick: Die Bedeutung der amerikanischen Akteure
Die Arbeit untersucht, ob der Begriff "Neue Leipziger Schule" (NLS) durch den medialen Diskurs und die Aktivitäten verschiedener Akteure im Zeitraum von 1997 bis 2006 zu einer sozialen Wirklichkeit geworden ist. Ziel ist es, die Akteure zu identifizieren, die an der Konstruktion dieser Gruppenidentität mitgewirkt haben, und zu klären, ob sich ein allgemeingültiger Konsens über die Bedeutung des Begriffs durchsetzen konnte.
3.1.1.3 Neo Rauch
Obwohl Neo Rauch 1993 bei einer Ausstellung in einer Galerie noch kein einziges Bild verkaufte, gibt es inzwischen lange Warteliste für neue Werke, welche „den Wert eines Einfamilienhauses“ (Beyer, Susanne/ Knöfel, Ulrike Spiegel 18.09.2006) haben. Sogar seine Kinderzeichnungen (vgl. Meinhard, Michael / Kleindienst, Jürgen LVZ 09./10.09.2006) werden über die Internet Plattform Ebay verkauft. Er wird von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zum „Leipziger Superstar“ (o.V. FAZ 02.05.2005) oder der ART zum „neuen Weltstar“ (Sommer, Tim ART 02.2005) erklärt.
Die Leipziger Schule als Gruppe scheint Rauch ohne Bedenken zu akzeptieren und verwendet den Begriff ohne Zögern, obwohl er angibt grundsätzlich eine abwehrende Haltung gegenüber Gruppenbildungen zu haben. Die Gefahr eines schnellen Erfolges und eines noch schnellern Vergessen sowie die Heterogenität der Positionen der Leipziger Künstler lässt ihn (vgl. Kuhn, Nicola Tagesspiegel 15.09.2006) eine NLS ablehnen.
Die Bezeichnung NLS scheint für Rauch vorrangig geschaffen worden zu sein, um die darunter gefassten Personen und ihre Positionen „pauschal zu diffamieren“ (Beyer, Susanne/Knöfel, Ulrike Spiegel 18.09.2006). Deshalb wendet er sich auch gegen eine solchen Zusammenschluss und bezeichnet den Begriff NLS als „unsinnig“ (ebd.) oder sogar als einen „blödsinnigen Begriff“ (ebd.).
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Neuen Leipziger Schule, Darlegung der Fragestellung und der theoretischen Grundlagen.
2 Theoretische Herleitung zur Diskursanalyse der Neuen Leipziger Schule: Erläuterung der diskursanalytischen Ansätze nach Saussure, Foucault und Bourdieu als Basis für die Untersuchung.
3 Diskursanalyse - Die Neue Leipziger Schule: Detaillierte Untersuchung der Akteursgruppen, ihrer Positionen und ihrer Rolle bei der Identitätsbildung der NLS im Zeitraum von 1997 bis 2006.
4 Diskussion und Ausblick: Die Bedeutung der amerikanischen Akteure: Analyse des Einflusses der amerikanischen Rezeption und der Bedeutung der internationalen Vermarktung für die NLS-Konstruktion.
Neue Leipziger Schule, Diskursanalyse, Pierre Bourdieu, Kunstmarkt, HGB Leipzig, Neo Rauch, Gerd Harry Lybke, Wissenssoziologie, Akteurzentrierung, kulturelles Kapital, symbolische Macht, Kunstkritik, Globalisierung, Malerei, Gruppenbildung
Die Arbeit analysiert die diskursive Entstehung und Konstruktion der sogenannten „Neuen Leipziger Schule“ als soziales Phänomen innerhalb eines spezifischen Zeitraums.
Im Fokus stehen der innere Vermittlungsbereich (Künstler, Galeristen, Sammler) sowie die professionellen Kunstkritiker und Kunstexperten als Multiplikatoren.
Die Arbeit fragt danach, wer den Begriff der NLS wann, wie und warum verwendet hat, und ob sich bis 2006 ein konsensfähiges "Wissen" über diesen Begriff gebildet hat.
Es wird eine akteurzentrierte Diskursanalyse durchgeführt, basierend auf den kultursoziologischen Erkenntnissen von Pierre Bourdieu sowie diskursanalytischen Konzepten von Michel Foucault.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Akteure und ihrer spezifischen Positionen im zeitlichen Verlauf, inklusive der Analyse von Publikationen in Presse und Katalogen.
Schlüsselbegriffe sind Diskursanalyse, soziale Konstruktion, kulturelles Feld, Symbolische Macht, Kunstmarkt-Mechanismen und die Identitätsbildung einer Künstlergruppe.
Die Arbeit diskutiert, wie die amerikanische Kunstkritik und Sammler wie die Rubells maßgeblich zur Globalisierung und Etablierung des NLS-Labels beigetragen haben.
Die Analyse zeigt auf, dass einige Akteure den Begriff anfangs nutzten, ihn später aber aufgrund der drohenden Nivellierung von Einzelpositionen und als "Marketinglabel" kritisierten oder ablehnten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

