Examensarbeit, 2007
86 Seiten, Note: 2,0
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
A. Einleitung
B. Hauptteil
I. Teil Hexen, Hexenverfolgung und Hexenprozesse allgemein
1.Etymologie und Wandlung des Hexenbildes von der frühen Neuzeit bis heute
1.1 Begriffs Etymologie
1.2 Die Wandlung des Hexenbildes von der frühen Neuzeit bis heute
1.2.1. Der Hexenhammer, die Bibel der Hexenverfolger in der frühen Neuzeit
2. Hexenverfolgungen in Deutschland von 1480 bis 1751
2.1. Ein kurzer Überblick
2.2 Die Anfänge der Hexenverfolgung in Deutschland und Europa
2.3 Die Verfolgungswellen
2.4 Das Ende der Hexenverfolgung
3. Die Verfahren der Hexenprozesse:
3.1. Rechtliche Voraussetzungen für die Folter
3.2 Die Hexenproben
3.2.1. Die Tränenprobe
3.2.2. Die Nadelprobe
3.2.3. Die Wasserprobe
3.2.4. Die Feuerprobe
3.2.5. Die Hexenwaage
3.2.6. Die Gebetsprobe
3.3. Foltermethoden bei Hexenprozessen
3.3.1. Die Folgen des Geständnisses
II. Teil Die Stadt Recklinghausen im Mittelpunkt der Hexenverfolgung
1. Die Stadt Recklinghausen im historischen Überblick
2. Hexenverfolgungen im Vest Recklinghausen
2.1. Hinrichtungsverfahren im Vest Recklinghausen
3. Die herrschaftlichen Verhältnisse im Ruhr-Lippe-Raum
3.1 Die Strafgerichtsbarkeit in Recklinghausen
3.2. Die Zuständigkeit im peinlichen Verfahren
4. Ursachen für die Verfolgungswellen in Recklinghausen 1580 bis 1590
4.1. Das Ende der Hexenverfolgungen im Vest Recklinghausen
5. Zusammenfassung
III. Teil
a) Anmerkung zu den Beispielen
b) Anmerkung zum Trine-Plumpe-Prozess
1. Der Hexenprozess gegen Trine Plumpe aus dem Jahr 1650
2. Die Untersuchung der Prozessakte
3. Begründete Vermutungen. Das Urteil gegen Trine Plumpe
3.1. Die Länge der Hexenprozesse aus dem Jahre 1650 im Vergleich
3.1.1 Die Ursachenerklärung zu den Beispielen aus Friesenhagen und Mecklenburg
3.1.2. Ergebnis
3.2 Die Untersuchung der äußeren Ursachen und Hintergründe
4. Zusammenfassung
c) Anmerkung zum Prozess Anna Spiekermann im Jahre 1705/06
1. Der Prozess Anna Spiekermann, genannt Hexenänneken
2. Ursachenerklärung zu diesem Fallbeispiel
2.1. Der politische Hintergrund
2.2. Persönliche Gründe
3. Zusammenfassung
4. Die Fallbeispiele im kritischen Vergleich
C. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen der Hexenverfolgung im Vest Recklinghausen unter Einbeziehung von Spezialliteratur. Anhand der Fallbeispiele von Trine Plumpe (1650) und Anna Spiekermann (1705/06) wird versucht, von einer allgemeinen Betrachtung des Hexenwahns auf eine persönliche Ebene zu gelangen, um zu klären, ob die Verfolgungen unausweichliche Folgen gesellschaftlicher Faktoren waren oder auf individueller Irrationalität basierten.
Die Hexenproben
Gottesurteile entstanden nach damaliger Auffassung durch die vermeintliche Hilfe Gottes. Mit der Christianisierung wurden sie zu allgemeinen Rechtsformen. Um das Gottesurteil zu befragen, erfand man die Hexenproben. Diese wurden angewandt, um einen Hinweis auf die Stichhaltigkeit der Anklage zu erhalten. Sie wurden aber auch benutzt, wenn sich die Schuld der Angeklagten nicht durch ein erpresstes Geständnis nachweisen ließ.
Sobald eine entsprechende Anzeige wegen Zauberei gegen eine Person vorlag, konnte der Richter sogleich auf Folter plädieren. Man unterwarf die Verdächtigen jedoch meist zuvor den Hexenproben. Oft kamen gleich mehrere nacheinander in Anwendung, nämlich: die Tränenprobe, die Nadelprobe, die Feuerprobe, die Wasserprobe (hier besonders hervorzuheben), die Gebetsprobe und die Hexenwaage.50
Den Verurteilten wurde so mehr oder weniger die Chance gegeben, sich des Verdachts zu entledigen. Die Hexenproben fanden ausschließlich in der Öffentlichkeit statt. Dies war einerseits als Warnung und andererseits zur Belustigung der Bevölkerung gedacht. Die Verdächtigen konnten sich auch freiwillig prüfen lassen, um so einem Verdacht eventuell zu entkommen. Dies war allerdings sehr kostspielig und auch sehr zeitaufwändig, da sie oftmals in einer anderen Stadt vollzogen wurden, wenn der örtliche Scharfrichter keine Zeit hatte.
A. Einleitung: Einführung in das Phänomen der Hexenverfolgung unter besonderer Berücksichtigung der Forschungsproblematik und der Quellenlage im Vest Recklinghausen.
B. Hauptteil: Analyse der allgemeinen Etymologie, der historischen Entwicklung von Hexenprozessen und Foltermethoden, gefolgt von einer speziellen Betrachtung der Region Recklinghausen, der juristischen Rahmenbedingungen und der konkreten Fallbeispiele.
C. Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Ursachenfaktoren, die zur Stabilisierung obrigkeitlicher Autorität durch Hexenverfolgungen führten, und Einordnung des Hexenwahns als Ausdruck gesellschaftlicher Krisen.
Hexenverfolgung, Vest Recklinghausen, Hexenprozesse, Foltermethoden, Trine Plumpe, Anna Spiekermann, Aberglaube, Hexenhammer, peinliches Verhör, Teufelsglaube, Rechtsgeschichte, Justiz, Obrigkeitsstaat, Wasserprobe, Frühe Neuzeit.
Die Arbeit befasst sich mit den Hexenverfolgungen im Vest Recklinghausen und untersucht die möglichen Ursachen dieses historischen Phänomens anhand lokaler Akten und Fallbeispiele.
Themen sind die Begriffsdefinition von Hexen, die historische Entwicklung der Hexenprozesse in Deutschland, die spezifischen rechtlichen und sozialen Bedingungen im Vest Recklinghausen sowie die Rolle von Krisenzeiten.
Ziel ist es, den abstrakten Begriff "Hexenverfolgung" durch eine differenzierte Ursachenanalyse auf einer persönlichen Ebene zu konkretisieren und zu hinterfragen, ob die Prozesse Folge rationaler Gesellschaftsstrukturen oder menschlicher Irrationalität waren.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf primären und sekundären Quellen basiert, insbesondere auf überlieferten Prozessakten und Rentmeisterrechnungen der Stadt Recklinghausen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine historische Einführung, die Untersuchung spezifischer Verfahrensweisen wie der Hexenproben und Folter sowie eine detaillierte Fallanalyse zu zwei historischen Prozessen.
Die Schlüsselbegriffe spiegeln die rechtlichen (z. B. "peinliches Verhör", "Carolina") und soziokulturellen (z. B. "Aberglaube", "Sündenbock", "Hexenwahn") Dimensionen der damaligen Zeit wider.
Trine Plumpe überlebte als erste Frau im Vest die Tortur ohne ein Geständnis abzulegen, und ihre Anklage ging maßgeblich von ihrer eigenen Mutter aus, was auf ein zerrüttetes familiäres Klima hindeutet.
Der Prozess war politisch hochgradig aufgeladen; er diente dem Grafen von Westerholt als Mittel zur Machtdemonstration gegen widerspenstige Untertanen in einer Zeit, in der diese zunehmend Freiheiten einforderten.
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