Bachelorarbeit, 2007
97 Seiten, Note: 1,3
1 Der Musikmarkt
1.1 Der deutsche Musikmarkt
1.2 Der internationale Musikmarkt
1.3 Die Struktur der Musikindustrie
1.4 Marktstufen des Tonträgermarkts
1.5 Die Wertschöpfungskette
1.6 GEMA, GVL und die deutschen Phonoverbände
2 Historische, technische und rechtliche Aspekte
2.1 Vom Parléophone zu mp3 – Stationen in der Geschichte der Tonträgerentwicklung
2.2 Geschichte des Internets
2.3 Technische Voraussetzungen für Veränderungsprozesse bei der Nutzung von Musikmedien
2.3.1 Client-Server-Modell
2.3.2 Peer-to-Peer-Modell
2.3.3 Organisation von Filesharing-Netzwerken
2.3.4 Download und Streaming
2.4 Illegale Internettauschbörsen
2.5 Urheberrechtliche Aspekte im Zusammenhang mit Musik
3 Die Nutzer von Musikmedien
3.1 Verschiedene Gruppierungen als Voraussetzung für die heutige Tauschbörsenkultur
3.1.1 Hacker
3.1.2 Free Speech Bewegung
3.1.3 Open Source Bewegung
3.2 Käuferschichten
3.3 Die Zusammenführung und der Vergleich von Studien
3.4 Materieller Besitz und Eigentum
3.5 Die Brennerstudie 2006
3.6 Zusammenschlüsse über Online-Portale
3.6.1 MySpace
3.6.2 YouTube
4 Die Musikindustrie und ihre Reaktionen auf die Nutzer
4.1 Krisenursachen abseits des Tauschbörsen-Problems
4.2 Die Musikindustrie und ihre Reaktionen auf die „Musikpiraterie“
4.3 Sabotage, Kopierschutz und DRMS
4.4 Legale mp3-Angebote
4.4.1 Music-on-Demand-Angebote: Apple iTunes
4.4.2 Music-on-Demand-Angebote: Musicload.de
4.4.3 Napster als legaler Anbieter
4.4.4 Werbefinanzierte Downloadanbieter: Spiralfrog und WE7
4.5 Reaktionen von Musikern
5 Neue Ideen, Ansätze und Modelle für die Nutzung von Musikmedien
5.1 Kulturflatrate
5.2 Creative Commons
5.3 LastFM
5.4 Motor FM
Die vorliegende Arbeit analysiert die grundlegenden Veränderungsprozesse im Nutzungs- und Kaufverhalten von Musikkonsumenten seit der Etablierung digitaler Musikformate. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche Entwicklungen und Hintergründe diese Veränderungen verursachen, wie die Musikindustrie darauf reagiert und welche alternativen Zukunftsmodelle zur Musiknutzung existieren.
3.1.1 Hacker
Entstanden ist die Hacker-Szene in den 50er bis 70er Jahren im Rahmen einer Forschungsgruppe des „Massachusetts Institute of Technology (MIT)“. Beteiligte Studenten setzten sich mit dem Problem auseinander, dass Computer und Rechenzeit knapp bemessen waren. Deshalb verschafften sie sich Zugang zu den erforderlichen Werkzeugen um Informationen zu beschaffen. Seither verbreitete sich der Ausdruck „Hacker“ und umfasst bis heute eher als Oberbegriff verschiedene (Sub-)Kulturen (vgl. Goebel 2004, S. 58). Der Journalist Steven Levy formulierte 1984 folgende „Hacker Ethik“:
1. “Access to computers – and anything which might teach you something about the way the world works – should be unlimited and total. Always yield to the Hands-Out Imperative!
2. All Information should be free.
3. Mistrust Authority – Promote Decentralization.
4. Hackers should be judged by their hacking, not bogus criteria such as degrees, age, race, or position.
5. You can create art and beauty on a computer.
6. Computers can change your life for the better.” (Strack 2005, S. 68).
Aus dieser Grundhaltung heraus verstehen sich Hacker als Programmierer, die sich der Informationsfreiheit verpflichtet fühlen und keine kapitalistischen Interessen verfolgen. Staatliche Autoritäten und Grossunternehmen, wie z.B. Microsoft, sowie eine Reihe von gesellschaftlichen Bestimmungen werden von Hackern abgelehnt (vgl. Strack 2005, S. 67).
1 Der Musikmarkt: Dieses Kapitel erläutert die wirtschaftliche Struktur der Musikindustrie, inklusive Umsatzentwicklungen und der Rollen von Verbänden wie GEMA und GVL.
2 Historische, technische und rechtliche Aspekte: Hier werden die technologische Entwicklung von Tonträgern und dem Internet sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere das Urheberrecht, beleuchtet.
3 Die Nutzer von Musikmedien: Dieses Kapitel untersucht die Zielgruppen, deren Konsumverhalten und die Rolle von Filesharing-Netzwerken und Communities.
4 Die Musikindustrie und ihre Reaktionen auf die Nutzer: Es werden die Krisenstrategien der Industrie, rechtliche Vorgehensweisen und neue digitale Vertriebsangebote analysiert.
5 Neue Ideen, Ansätze und Modelle für die Nutzung von Musikmedien: Das abschließende Kapitel stellt innovative Lösungsmodelle wie die Kulturflatrate oder neue Plattformen wie LastFM vor.
Musikkonsum, Musikmedien, Musikindustrie, MP3, Musikpiraterie, Filesharing, Digital Rights Management, Tauschbörsen, Internet, Urheberrecht, Kulturflatrate, Digitalisierung, Online-Portale, Musikwirtschaft, Konsumentenverhalten
Die Arbeit befasst sich mit den tiefgreifenden Veränderungen des Musikkonsums und des Kaufverhaltens durch das Internet, die Digitalisierung und die Verbreitung von Musikformaten wie MP3.
Die zentralen Themen umfassen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Musikindustrie, die rechtliche Situation beim Urheberrecht, das Nutzerverhalten in digitalen Netzwerken sowie die Reaktionen der Industrie auf diese Entwicklungen.
Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen den technologischen Veränderungen und der Krise der Musikindustrie zu analysieren und zu hinterfragen, ob bisherige Lösungsansätze für die Herausforderungen der Digitalisierung erfolgreich sind.
Die Autorin stützt sich auf die Analyse und den Vergleich bestehender empirischer Studien sowie auf qualitative Experteninterviews mit Vertretern der Musikbranche.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Analyse des Musikmarktes, einen historischen und rechtlichen Abriss sowie eine Untersuchung der Nutzertypen und deren Motivationen beim Filesharing.
Schlüsselwörter wie Musikkonsum, Musikpiraterie, Filesharing, Digital Rights Management und Online-Portale beschreiben den inhaltlichen Schwerpunkt am besten.
Die befragten Experten gehen davon aus, dass physische Tonträger wie die CD als Nischenprodukt bestehen bleiben, aber ihre dominierende Rolle durch digitale Formate und Online-Distribution verlieren werden.
Die Studie deutet darauf hin, dass die Entmaterialisierung von Musik in digitalen Formaten dazu führt, dass der materielle Wert weniger bewusst wahrgenommen wird und Musik eher als frei verfügbares Gut oder „Musikprobe“ angesehen wird.
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