Magisterarbeit, 2007
114 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Die ägyptische Gesellschaft im Wandel der Geschichte
2.1 Die Zeit bis zur ägyptischen Unabhängigkeit
2.2 Ägypten von 1952 bis unter Mubarak
3. Frauen in Ägypten seit Ende des 19. Jahrhunderts
3.1 Wichtige Persönlichkeiten und Themen
3.2 Feldstudien
3.2.1 Arlene E. MacLeod: Hegemonic Relations and Gender Resistance: The New Veiling as Accommodating Protest in Cairo
3.2.2 Sharifa Zuhur: Revealing the reveiling – Islamist Gender Ideology in Contemporary Egypt
3.2.3 Karin Werner: Between Westernization and the Veil: Contemporary Lifestyles of Women in Cairo
3.3 Zusammenfassung
4. The Arab Human Development Report 2005 - Towards the Rise of Women in the Arab World
4.1 Frauen in der Gesellschaft
4.2 Frauen im Spiegel der Kultur
4.3 Frauen im Berufsleben
4.4 Die rechtliche Stellung der Frau
4.5 Die Frauen in der arabischen Welt
5. Die aktuelle gesellschaftliche Situation
6. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Veränderung der Stellung der Frau innerhalb der ägyptischen Gesellschaft im 20. und frühen 21. Jahrhundert, wobei insbesondere die Wechselwirkungen zwischen politischen, religiösen und gesellschaftlichen Wandlungsprozessen analysiert werden.
3.1 Wichtige Persönlichkeiten und Themen
Angestoßen durch die britische Besatzungsmacht, beginnt Ende des 19. Jahrhunderts die Frau zum öffentlichen Thema in Ägypten zu werden. Öffentlichkeit meint zu dieser Zeit natürlich überwiegend eine nicht allzu große Bevölkerungsgruppe der Oberschicht und der oberen Mittelschicht. Nur diese Kreise können es sich leisten, sich politisch zu organisieren und Öffentlichkeit herzustellen. Durch diese politische Partizipation, wie auch durch ihre Bildung, stehen die oberen Schichten in wesentlich engerem Kontakt und Austausch mit der Kolonialmacht als der Rest der Bevölkerung. Themen, die in England diskutiert werden, kommen nicht selten auch in Ägypten auf die Tagesordnung. So ist es nur eine Frage der Zeit bis auch das Thema Frau von Ägyptern selbst aufgegriffen wird. In England wird die Stellung der Frau seit der Veröffentlichung Mary Wollenstonecrafts Buch A Vindication of the Rights of Woman im Jahr 1792 und in wirtschaftlicher Hinsicht bezogen auf die Produktivkraft der Frau, besonders seit der industriellen Revolution, diskutiert. Diese Auseinandersetzung wird auf Ägypten übertragen und von den dortigen Gelehrten übernommen.
Das erste Periodikum mit Fokus auf die Frau heißt Al-Fatah (die junge Frau) und wird ab dem Jahr 1892 in Kairo publiziert. Themen sind Geschlechterideologie und Geschlechtertrennung aber auch Nationalismus und Anti-Imperialismus. Beide Themenfelder werden aus externer Sicht behandelt, was auch die Themen der Geschlechterideologie und -trennung eher in einen soziologisch-politischen, als in einen soziologisch-psychologischen Kontext stellt und diese damit nicht als spezielle Frauenthemen zur Geltung kommen. Das liegt daran, dass Frauen zwar als Teil der Gesellschaft Thema werden, aber weder Adressat noch Absender dieser Druckerzeugnisse sind. Die Gründer, Herausgeber und Redakteure der ersten „Frauenperiodika“ sind ausschließlich Männer. Auch die Leser sind, obwohl unter ihnen bis dato Frauenthemen keine Rolle gespielt haben, Männer. Es gilt als modern, sich als Gelehrter und Wissenschaftler mit diesen Fragen auseinanderzusetzen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Autorin für diese Arbeit, welche aus persönlichen Beobachtungen während ihrer Ägyptenaufenthalte seit 2001 sowie der auffälligen Zunahme der Verschleierung im Kairiner Stadtbild resultiert.
2. Die ägyptische Gesellschaft im Wandel der Geschichte: Dieses Kapitel zeichnet die historisch-politischen Rahmenbedingungen Ägyptens von der islamischen Frühgeschichte bis zur Regierungszeit Mubaraks nach, um die gesellschaftlichen Dynamiken und Identitätsentwicklungen zu kontextualisieren.
3. Frauen in Ägypten seit Ende des 19. Jahrhunderts: Hier wird die Entwicklung der ägyptischen Frauenbewegung anhand bedeutender Persönlichkeiten und qualitativer Feldstudien untersucht, wobei der Fokus auf dem Wandel der Frauenrollen im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne liegt.
4. The Arab Human Development Report 2005 - Towards the Rise of Women in the Arab World: Dieses Kapitel analysiert den UNDP-Bericht, der die strukturelle Benachteiligung von Frauen in der arabischen Welt empirisch belegt und Handlungsfelder für einen gesellschaftlichen Aufschwung aufzeigt.
5. Die aktuelle gesellschaftliche Situation: Es erfolgt eine Zusammenführung der politischen und geschlechtsspezifischen Perspektiven, um den Ist-Zustand der ägyptischen Gesellschaft und die widersprüchliche Rolle der Regierung zwischen westlicher Modernitätspräsentation und islamisch-konservativer Integration darzustellen.
6. Schluss: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und betont die Komplexität der Frauenfrage, die untrennbar mit dem allgemeinen sozialen und politischen Zustand der ägyptischen Gesellschaft verbunden ist.
Ägypten, Frauen, Islam, Verschleierung, Hijab, Feminismus, Gesellschaftswandel, Frauenbewegung, Moderne, Traditionalismus, Geschlechterrollen, Politik, Identität, Soziologie, Kulturwissenschaft
Die Arbeit untersucht die Stellung der Frau in Ägypten seit Ende des 19. Jahrhunderts und analysiert die Dynamiken der gesellschaftlichen Veränderung im Spannungsfeld zwischen Tradition, islamischer Identität und westlich geprägter Moderne.
Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung der ägyptischen Frauenbewegung, die Symbolik der Verschleierung, der Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf Lebensentscheidungen von Frauen sowie die Rolle der Frau im politischen und rechtlichen System Ägyptens.
Das Ziel ist es, die Gründe für die veränderte Stellung der Frau im Zuge des Wandels der islamischen Gesellschaft zu verstehen und zu beleuchten, warum Themen wie Kleidung und Verschleierung zu einem Dreh- und Angelpunkt gesellschaftlicher Auseinandersetzungen wurden.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären kulturwissenschaftlichen Untersuchung, die Literaturanalysen mit der Auswertung von qualitativen Feldstudien und quantitativen Daten des United Nations Development Program (UNDP) kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der ägyptischen Geschichte, eine detaillierte Auseinandersetzung mit der ägyptischen Frauenbewegung, eine Analyse des UNDP-Berichts von 2005 sowie die Betrachtung der aktuellen gesellschaftlichen Situation unter Berücksichtigung von Medien, Politik und Literatur.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ägypten, Frauen, Islam, Verschleierung, Feminismus, Geschlechterrollen, Moderne und Gesellschaftswandel charakterisiert.
Laut den zitierten Studien wird die "neue Verschleierung" nicht mehr primär als bloße Tradition wahrgenommen, sondern als bewusste, teils politische Entscheidung junger, gebildeter Frauen, die damit Autonomie, sozialen Schutz und Zugehörigkeit zu einer islamischen Identität in einer als modern empfundenen, aber teils widersprüchlichen Welt suchen.
Die Feldstudien von Arlene E. MacLeod, Sharifa Zuhur und Karin Werner sind essenziell, da sie durch qualitative Interviews individuelle Lebensentscheidungen, Motivationen und den sozioökonomischen Hintergrund der betroffenen Frauen aufzeigen, die in rein makrotheoretischen Ansätzen oft verborgen bleiben.
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