Magisterarbeit, 2001
161 Seiten, Note: sehr gut
Einleitung
Die Fragestellung
Aufbau der Arbeit
Methode
Vorbereitung und Vorüberlegungen
Die Interviews
1 Die psychosexuelle Entwicklung des Mädchens
1.1 Begriffsklärung: Autonomie und Bindung
1.1.1 Das „Gegenmodell“ zur traditionellen Begriffsfassung
1.1.2 Mein Verständnis von Autonomie und Bindung
1.2 Die Phasen der psychosexuellen Entwicklung
1.2.1 Der Weiblichkeitsentwurf von Freud
1.2.2 Neuere Ansätze von Psychoanalytikerinnen zur weiblichen Identifikation
1.2.3 Mutter und Mädchen in der analen Phase und die Wiederannäherungsphase
1.2.4 Die Rolle des Vaters in der frühen Triangulierung
1.2.5 Identifikationsmuster des Mädchens in der prä-ödipalen Phase
1.2.6 Das Mädchen in der Adoleszenz
Zusammenfassung
2 Weibliche Adoleszenz in der patriarchalen Kultur
2.1 Adoleszenz und Kultur
2.2 Abschied von der Kindheit
2.3 Erste Menstruation – warum darf es kein Fest sein?
2.4 Das andere Bild der Weiblichkeit
3 Drei Frauen erinnern sich - Adoleszenzverläufe in der Rückerinnerung
3.1 Anna, Britta und Claudia – jede anders und doch drei Frauen
3.1.1 Anna - „eigentlich war es eine tolle Zeit, weil man sich erstmals so bewusst wahrgenommen hat“
3.1.2 Britta - die ganz andere, als die eigene Mutter
3.1.3 Claudia – auf dem Weg zu sich selbst
3.2 Auswertung der Interviews und der Prozeß der Erkenntnisgewinnung
3.2.1 Der emotionale Beistand der Mütter
3.2.2 Der ambivalente Weg zur Frau
3.2.3 Auf dem Weg zu sich selbst
Zusammenfassung
Ein Lachen in die Zukunft
Die Arbeit untersucht die Adoleszenzverläufe von Frauen, die zur Zeit der Wende in der DDR junge Erwachsene waren. Ziel ist es zu verstehen, wie gesellschaftliche Normierungen der patriarchalen Kultur und die prägenden Beziehungen zur Mutter die weibliche Identitätsentwicklung, das Autonomieempfinden und die Selbstbehauptung beeinflussen.
Die Rolle des Vaters in der frühen Triangulierung
Der Vater, wenn er nicht nur anwesend ist, sondern real und in dem Beziehungsgeflecht eingebunden ist, kann die komplizierte Beziehung von Mutter und Tochter entschärfen. Er übernimmt dann die Rolle als „Dritter im Bund“.
Der Vater kann die dyadische Beziehungsstruktur in eine Triadische erweitern. Zum einen wird an ihm die Auseinandersetzung mit dem anderen Geschlecht deutlich und dabei das eigene, mit seinen Grenzen und Möglichkeiten, leichter erfahrbar. Zum anderen kann er neue Impulse in die bestehende Beziehung geben.
Die Beziehung zu dieser dritten Person ist nicht in gleicher Weise durch projektive Wünsche und Ängste von Verschmelzung und Vernichtung aufgeladen bzw. kann einen anderen Beziehungsmodus, der mehr durch Unterscheidung und Verschiedenheit charakterisiert ist, symbolisieren. Dadurch hilft sie, eine realitätsgerechtere Beziehungsstruktur zu etablieren, ohne die Nähe zu verlieren. Dieses neue Muster kann dann auch in die Beziehung zur Mutter oder in alle mütterlich gefärbten Objektbeziehungen integriert werden. (Musfeld, 1997: 218)
Einleitung: Die Einleitung legt die Fragestellung und das methodische Vorgehen dar, wobei das Interesse an den individuellen Adoleszenzverläufen von Frauen im Vordergrund steht.
1 Die psychosexuelle Entwicklung des Mädchens: Dieses Kapitel behandelt die psychoanalytischen Grundlagen der weiblichen Autonomie- und Identitätsentwicklung unter Berücksichtigung der Mutterfigur.
2 Weibliche Adoleszenz in der patriarchalen Kultur: Hier wird der Fokus auf die gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen und Normen gelegt, die den Weg in das Frausein maßgeblich prägen.
3 Drei Frauen erinnern sich - Adoleszenzverläufe in der Rückerinnerung: Der Hauptteil analysiert narrative Interviews mit drei Frauen, um individuelle Erfahrungen der Adoleszenz und deren Verarbeitung aus heutiger Sicht aufzuzeigen.
Adoleszenz, Weibliche Identität, Mutter-Tochter-Beziehung, Psychoanalyse, Autonomie, Bindung, Patriarchat, DDR, Qualitative Sozialforschung, Sozialisation, Geschlechterkonstruktion, Individuation, Selbstbehauptung.
Die Arbeit erforscht die psychosexuelle Entwicklung und die Adoleszenzverläufe von Frauen, die in der DDR aufgewachsen sind, mit einem Fokus auf die Bedeutung der Mutter-Tochter-Beziehung.
Die zentralen Themen sind die Wechselwirkung zwischen Autonomie und Bindung, der Einfluss patriarchaler Kulturmuster und die Bedeutung von Erinnerungsarbeit für die weibliche Selbstfindung.
Das Ziel ist es, die innerpsychischen Prozesse und gesellschaftlichen Einflüsse aufzudecken, die dazu führen, dass Mädchen in der Adoleszenz oft ihr Selbst verlieren, und Wege zur aktiven Selbstbehauptung als Frau zu identifizieren.
Es wird die qualitative Sozialforschung angewandt, insbesondere narrative Interviews und die Methode des „zirkulären Dekonstruierens“ nach Jaeggi und Faas zur Auswertung.
Im Hauptteil werden die Interviews dreier Frauen analysiert, um ihre Adoleszenzverläufe, die Beziehung zu ihren Müttern und ihre heutigen Wege zur Identitätsfindung darzustellen.
Adoleszenz, Weibliche Identität, Mutter-Tochter-Beziehung, Psychoanalyse, Autonomie, Bindung, Patriarchat und DDR.
Der Vater kann als „Dritter im Bund“ die dyadische, oft symbiotische Mutter-Tochter-Beziehung auflösen und so eine realitätsgerechtere Beziehungsstruktur und Identitätsfindung ermöglichen.
Obwohl die DDR in patriarchale Strukturen eingebettet war, bot die staatlich geforderte Berufstätigkeit der Frauen den Töchtern Vorbilder und eine ökonomische Unabhängigkeit, die den Autonomieprozess von der traditionellen Hausfrauenrolle beeinflusste.
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