Diplomarbeit, 1993
62 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Jugendkriminalität aus psychologischer Sicht
2.1. Die Grundannahmen der Psychoanalyse
2.2. Die neurotische Reaktion
2.3. Die Verwahrlosung
3. Jugendkriminalität aus individualpsychologischer Sicht
4. Jugendkriminalität aus entwicklungspsychologischer Sicht
4.1. Defizite in der Sozialisation
4.2. Mangelhafte Belastbarkeit
4.3. Krise durch Selbst- und Sinnfindung
5. Jugendkriminalität aus lerntheoretischer Sicht
5.1. Verhaltensaufbau durch Verstärkung – Lernen am Modell
5.2. Mangel an Verstärkung
6. Jugendkriminalität aus sozialpsychologischer Sicht
6.1. Merton’s Anomietheorie
6.2. Die “Sündenbock-Theorie“
6.3. Die Rollenunsicherheit bei Jugendlichen
7. Folgerungen für die Prävention und die Behandlung
7.1. Die Prävention bei Verwahrlosung
7.2. Präventive Maßnahmen bei Jugendkriminalität
7.2.1. Der Aufbau einer positiven Objektbeziehung
7.2.2. Psychohygienische Maßnahmen in der Erziehung
7.2.3. Anbieten von Orientierungshilfen
7.3. Behandlungsmethoden
7.3.1. Die Einzelfallhilfe
7.3.2. Die soziale Gruppenarbeit
7.3.3. Die Familienberatung
7.4. Inhaltliche Akzentsetzungen
Die vorliegende Diplomarbeit verfolgt das Ziel, die Diskussion über die Ursachen von Jugendkriminalität durch eine wissenschaftlich fundierte Analyse zu versachlichen. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, welche psychologischen Erklärungsansätze für delinquentes Verhalten existieren und welche konkreten Folgerungen sich daraus für die Prävention sowie die Behandlung in der sozialen Arbeit ableiten lassen.
Die soziale Gruppenarbeit
Die soziale Gruppenarbeit ist eine auf wissenschaftlicher Erkenntnis beruhende, bewusst angewandte Arbeitsform, um z. B. kriminelle Jugendliche durch Gruppenerfahrungen zu körperlicher, geistiger und sozialer Entfaltung zu verhelfen. Außerdem sollen sie befähigt werden, sich und ihre Umwelt auf Grund eigener Entscheidungen zu verändern (vgl. Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge 1986, S. 378).
Konkret für die Gruppenarbeit im Bereich der Resozialisierung heißt dies, dass den Jugendlichen die Möglichkeit gegeben wird, ihr destruktives und abwegiges Verhalten zu erkennen und neue, sozial positive Verhaltensweisen aufzubauen. Sie ist also eine Methode, die zum Ziel hat, bei einer Gruppe Prozesse in Gang zu setzen, die zu einem angepassteren und effektiveren Sozialverhalten führen. Als angepasst versteht man ein Sozialverhalten dann, wenn vom Einzelnen oder einer Gruppe Rollen eingenommen werden, die eigene gerechtfertigte Bedürfnisse und zugleich die gerechtfertigten Bedürfnisse anderer berücksichtigen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Anstieg der Jugendkriminalität und die Notwendigkeit einer Versachlichung der häufig emotional geführten Debatte.
2. Jugendkriminalität aus psychologischer Sicht: Dieses Kapitel erläutert das Instanzenmodell nach Freud und definiert die Begriffe der neurotischen Reaktion sowie der Verwahrlosung als Ursachen für delinquentes Verhalten.
3. Jugendkriminalität aus individualpsychologischer Sicht: Es wird das Modell von Alfred Adler dargestellt, welches Minderwertigkeitsgefühle und fehlerhafte Kompensationsversuche in den Mittelpunkt der Ursachenforschung stellt.
4. Jugendkriminalität aus entwicklungspsychologischer Sicht: Hier werden Störungen in der Sozialisation, mangelnde Belastbarkeit und Krisen in der Identitätsfindung als maßgebliche Faktoren für abweichendes Verhalten analysiert.
5. Jugendkriminalität aus lerntheoretischer Sicht: Dieses Kapitel untersucht die Rolle von Verstärkern und Modelllernen bei der Entstehung von Kriminalität sowie die Auswirkungen eines Verstärkermangels.
6. Jugendkriminalität aus sozialpsychologischer Sicht: Es werden soziologische Konzepte wie die Anomietheorie, die Sündenbock-Theorie und die Rollenunsicherheit als Erklärungsrahmen für Jugendkriminalität herangezogen.
7. Folgerungen für die Prävention und die Behandlung: Der abschließende Teil bietet praktische Handlungsanweisungen zur Prävention von Verwahrlosung sowie konkrete Behandlungsmethoden wie Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit und Familienberatung.
Jugendkriminalität, Psychologie, Psychoanalyse, Individualpsychologie, Sozialisation, Verwahrlosung, Prävention, Resozialisierung, Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit, Familienberatung, Rollenunsicherheit, Erziehungshaltung, Kompensationsversuche, Sozialpädagogik.
Die Arbeit untersucht die Ursachen von Jugendkriminalität aus verschiedenen psychologischen Perspektiven und leitet daraus konkrete pädagogische und therapeutische Handlungsmöglichkeiten für die soziale Arbeit ab.
Die Arbeit beleuchtet die Psychoanalyse, Individualpsychologie, Entwicklungspsychologie, Lerntheorie und Sozialpsychologie.
Das Hauptziel ist die Versachlichung der Diskussion um Straffälligkeit im Jugendalter, um Fachkräften und Eltern fundierte Grundlagen für Prävention und Intervention an die Hand zu geben.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die psychologische Erklärungsmodelle aufbereitet und für die praktische Anwendung in der sozialen Fallarbeit und Gruppenarbeit übersetzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Erläuterung der verschiedenen psychologischen Sichtweisen auf Jugendkriminalität sowie in einen umfassenden praktischen Teil zu Präventions- und Behandlungsmethoden.
Zentrale Begriffe sind Jugendkriminalität, Resozialisierung, Sozialisation, Minderwertigkeitsgefühle und Erziehungshaltung.
In der Sündenbock-Theorie wird beschrieben, wie Individuen in einer Gruppe abwertend etikettiert werden, um Gruppengrenzen zu festigen und Solidarität zu erzeugen, was bei dem betroffenen Jugendlichen zu destruktivem Verhalten führen kann.
Sie gilt als Basis für eine erfolgreiche Sozialisation, da sie dem Kind Sicherheit, Vertrauen und ein stabiles Selbstwertgefühl vermittelt und somit der Entstehung von Minderwertigkeitsgefühlen und Fehlkompensationen vorbeugt.
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