Magisterarbeit, 2007
101 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
2. BÜRGERAUSSCHÜSSE
2.1. GESCHICHTLICHER HINTERGRUND
2.2. GRÜNDUNG NACH 1945
2.3. DIE BÜRGERAUSSCHÜSSE IM RAHMEN DER KOMMUNALEN SELBSTVERWALTUNG
3. DIE BÜRGERAUSSCHÜSSE IM RAHMEN DER PARTIZIPATIONSFORSCHUNG
3.1. VERSTÄNDNIS VON PARTIZIPATION
3.2. BÜRGERAUSSCHÜSSE UND DAS KONZEPT DER POLITISCHEN PARTIZIPATION
3.3. ENTWICKLUNG DER VORSTELLUNG VON POLITISCHER PARTIZIPATION
3.4. VERORTUNG DER AKTIVITÄT IN BÜRGERAUSSCHÜSSEN IN EINER TYPOLOGIE POLITISCHER AKTIONSSTILE
3.5. MOTIVE FÜR DIE UNTERSUCHUNG DER KOMMUNALPOLITISCHEN PARTIZIPATION
3.6. ERKLÄRUNGSMODELLE DER PARTIZIPATIONSFORSCHUNG
3.6.1. Forschungsstand
3.6.2. Das Ressourcen-Sozialisations-Mobilisierungs Modell von Verba, Schlozman und Brady
3.6.2.1. Ressourcen
3.6.2.2. Motive
3.6.2.3. Netzwerke
3.7. HYPOTHESEN
4. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
4.1. ERHEBUNG
4.2. DIE PARTIZIPANTEN DER BÜRGERAUSSCHÜSSE
4.3. DESKRIPTIVE UNTERSUCHUNG DER UNABHÄNGIGEN VARIABLEN
4.3.1. Ressourcen
4.3.2. Motive
4.3.3. Netzwerke
4.4. EMPIRISCHE ÜBERPRÜFUNG DER HYPOTHESEN
4.4.1. Überprüfung der Annahme der Existenz von drei unterscheidbaren Prädiktoren politischer Beteiligung in den Bürgerausschüssen
4.4.2. Test des Einflusses der drei Faktoren zur Erklärung der Partizipation in den Bürgerausschüssen
4.5. VERMITTELN DIE BÜRGERAUSSCHÜSSE PROSOZIALE ODER DEMOKRATISCHE EINSTELLUNGEN?
5. SCHLUSSBEMERKUNGEN
Die Arbeit untersucht die kommunalpolitische Besonderheit der Esslinger Bürgerausschüsse als eine Form der bürgerschaftlichen Partizipation, die bereits seit über 50 Jahren besteht. Ziel ist es, die Entstehungsgründe und den Fortbestand dieser Institution zu analysieren, die Partizipanten hinsichtlich ihrer sozio-demographischen Zusammensetzung zu beschreiben und auf Basis des "Civic Voluntarism Modells" von Verba, Schlozman und Brady zu prüfen, welche Faktoren (Ressourcen, Motive, Netzwerke) die Beteiligung sowie die Übernahme von Ämtern in diesen Ausschüssen erklären.
2.1. Geschichtlicher Hintergrund
Die Esslinger Bürgerausschüsse werden landläufig als eine kommunalpolitische Besonderheit angesehen (vgl. dazu Wehling 1999 S. 12, Glück 1991 S. 252). Ausgehend von der Situation nach Kriegsende, als in vielen Städten ähnliche Einrichtungen entstanden sind, haben einzig die Esslinger Bürgerausschüsse in ihrer ursprünglichen Form Bestand. Dieser Umstand hebt die Bürgerausschüsse in der kommunalpolitischen Landschaft hervor und es ist zu fragen, warum gerade die Bürgerausschüsse in Esslingen bestehen blieben, während in den anderen Städten sich diese Einrichtungen stark wandelten. Um die Gründe für den Bestand identifizieren zu können, wird zunächst die geschichtliche Entstehung nachgezeichnet und daran anschließend die kommunalpolitische Verankerung im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung in Esslingen untersucht. Diese deskriptiven Ausführungen leiten über auf einen Vergleich der Bürgerausschüsse mit anderen Partizipationsformen und den Versuch einer Verortung der Bürgerausschüsse in eine Typologie kommunalpolitischer Partizipation, welche von Gabriel und Kunz (2000) entwickelt wurde.
Bevor die Entstehung und Entwicklung der Esslinger Bürgerausschüsse skizziert werden kann, ist es notwendig, sich dem Begriff „Bürgerausschüsse“ zuzuwenden. Denn der Begriff bezieht sich auf zwei unterschiedliche Entitäten der kommunalen Selbstverwaltung in Baden und Württemberg. Zunächst bezeichnet der Begriff Bürgerausschuss ein Organ der badischen und württembergischen Gemeindeverfassung des 19. Jahrhunderts. Der Bürgerausschuss, der auch als Gemeindevertretung bezeichnet wurde, stellte das Repräsentativorgan der Kommune dar, welches in Baden den Bürgermeister und in Württemberg den Gemeinderat wählte. Des Weiteren war in der damaligen Gemeindeverfassung vorgeschrieben, dass der Bürgerausschuss besonders wichtigen Beschlüssen zusätzlich zustimmen musste. Die Existenz dieses Zwei-Kammer-Systems lässt sich darauf zurückführen, dass der Gemeinderat als Gemeinderegierung, in Württemberg bis zum Jahre 1849, lebenslänglich bestellt wurde. In Baden wurde mit dem Bürgerausschuss erst 1821 ein periodisch gewähltes Organ neben dem Gemeinderat installiert, ab 1870 wurde dann auch in Baden der Gemeinderat periodisch vom Bürgerausschuss gewählt.
1. EINLEITUNG: Darstellung der Relevanz bürgerschaftlichen Engagements und Einführung in die Besonderheit der Esslinger Bürgerausschüsse.
2. BÜRGERAUSSCHÜSSE: Historischer Überblick über die Entstehung und Entwicklung der Bürgerausschüsse seit 1945 sowie deren Einbindung in die kommunale Verwaltung.
3. DIE BÜRGERAUSSCHÜSSE IM RAHMEN DER PARTIZIPATIONSFORSCHUNG: Theoretische Einordnung der Bürgerausschüsse in das Konzept der politischen Partizipation und Vorstellung des Modells von Verba, Schlozman und Brady.
4. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: Durchführung der Vollerhebung unter den Bürgerausschussmitgliedern und Analyse der Daten hinsichtlich Ressourcen, Motiven und Netzwerken sowie deren Einfluss auf die Partizipation.
5. SCHLUSSBEMERKUNGEN: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund der Erkenntnisse aus der Partizipationsforschung.
Bürgerausschüsse, Kommunalpolitik, Esslingen, politische Partizipation, bürgerschaftliches Engagement, Civic Voluntarism Modell, lokale Demokratie, Partizipationsforschung, Ressourcen, Motive, Netzwerke, Sozialkapital, ehrenamtliche Tätigkeit, kommunale Selbstverwaltung, politische Efficacy
Die Arbeit analysiert die Esslinger Bürgerausschüsse als eine langlebige Form der kommunalpolitischen Partizipation und untersucht deren Entstehung, Struktur und Wirkung auf die Teilnehmenden.
Die zentralen Felder sind die kommunale Selbstverwaltung, die Partizipationsforschung, das bürgerschaftliche Engagement in lokalen Strukturen und der Einfluss von individuellen Ressourcen, Motiven und sozialen Netzwerken auf politisches Verhalten.
Das Ziel ist es, zu klären, warum die Bürgerausschüsse in Esslingen fortbestehen, wer in ihnen partizipiert und ob das "Civic Voluntarism Modell" geeignet ist, die politische Beteiligung und Amtsübernahme innerhalb dieser spezifischen Gruppe zu erklären.
Die Autorin/der Autor führt eine Vollerhebung unter allen Bürgerausschussmitgliedern mittels schriftlicher Online-Befragung durch und nutzt statistische Verfahren wie Faktorenanalysen und binomial logistische Regressionsanalysen zur Auswertung.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Partizipationsforschung dargelegt, gefolgt von der empirischen Beschreibung der Partizipanten (Demographie) und der statistischen Überprüfung der Hypothesen zur Wirkung von Ressourcen, Motiven und Netzwerken.
Wichtige Begriffe sind Bürgerausschüsse, politische Partizipation, lokale Demokratie, Civic Voluntarism Modell, bürgerschaftliches Engagement und Sozialkapital.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass es sich um eine langfristige, institutionell verankerte, jedoch nicht formell als Organ der Selbstverwaltung geregelte Form der Partizipation handelt, die sich durch hohen Kooperationsbedarf und Gemeinwohlorientierung auszeichnet.
Die Untersuchung kommt zu dem überraschenden Ergebnis, dass eine sehr hohe Netzwerkeinbindung bei den Bürgerausschussmitgliedern negativ auf die Übernahme eines Amtes wirkt, möglicherweise aufgrund von Zeitkonkurrenz.
Die Analyse zeigt, dass Amtsträger zwar nicht unbedingt mehr Vertrauen in Mitmenschen haben als andere Mitglieder, aber eine deutlich höhere Verbundenheit mit lokalen und regionalen Ebenen aufweisen, was demokratiestabilisierende Wirkungen impliziert.
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