Wissenschaftlicher Aufsatz, 1998
27 Seiten, Note: 1,00
1. Einleitung
2. Notwendigkeit der politischen Bildung
3. Grundmuster der politischen Bildung
4. Verfassungsrechtliche Vorschriften zu den Zielen der politischen Bildung
5. Ziele und Inhalte der politischen Bildung
5a. Förderung und Festigung des politischen Bewußtseins
5b. Die Inhalte des politischen Bewußtseins
5c. Mitwirkung als Ziel
6. Beutelsbacher Konsens
6.a. Das Überwältigungsverbot
6.b. Kontroversität
6.c. Analyse- und Entscheidungsfähigkeit
7. Forderungen zur politischen Bildungsarbeit:
7.a. Kontroversität
7.b. Unparteilichkeit
7.c. Indoktrinationsverbot
7.d. Kommunikationsgebot
7.e. Toleranzgebot
7.f. Konsens in Grundrechten
8. Methoden der politischen Bildung
8a. Frontalunterricht
8b. Gruppenunterricht
9. Beurteilung
Diese Arbeit befasst sich mit den theoretischen und methodischen Grundlagen der politischen Bildung, wobei das primäre Ziel darin besteht, den Weg zur Mündigkeit der Lernenden durch konsensfähige Ansätze aufzuzeigen und zu analysieren.
6.a. Das Überwältigungsverbot
Das Überwältigungsverbot wird mit den Worten Friedrich Missens definiert als das Verbot, das Individuum, durch "Konditionierung, Einschüchterung, Überredung, Emotionalisierung, durch Verzerrung oder Verkürzung eines Sachverhaltes", an seiner Entfaltung der Persönlichkeit oder der Gewinnung eines selbständigen Urteils zu hindern. 34
Danach ist es nicht zulässig, den Schüler im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und ihn dadurch in seiner eigenen Meinungsbildung einzuschränken. Hier verläuft die Grenze zwischen Politischer Bildung und Indoktrination. Indoktrination ist unvereinbar mit der Rolle der Politischen Bildung in einer demokratischen Gesellschaft und der daraus resultierenden Zielvorstellung von der Mündigkeit des Bürgers.
Schmiederer formulierte als Ergänzung des Überwältigungsverbotes ein "Tabuisierungsverbot". Denn auch eine Tabuisierung, also ein Weglassen bestimmter gesellschaftlich relevanter Themen und Tatbestände, kann ebenso wie eine Überwältigung den Schüler an der Gewinnung eines selbständigen Urteils hindern. 35
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Thema der politischen Bildung und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie den Fokus auf konsensfähige Forderungen der Bildungsarbeit.
2. Notwendigkeit der politischen Bildung: Dieses Kapitel begründet die Bedeutung der politischen Bildung für die Stabilität der Demokratie und die politische Sozialisation der jungen Generation.
3. Grundmuster der politischen Bildung: Hier werden die historischen Grundmuster der Herrschaftslegitimation, der Mission und der Mündigkeit unterschieden.
4. Verfassungsrechtliche Vorschriften zu den Zielen der politischen Bildung: Es wird dargelegt, dass das Grundgesetz keine direkten Erziehungsziele vorgibt, sondern den Rahmen für eine freiheitliche politische Bildung setzt.
5. Ziele und Inhalte der politischen Bildung: Dieses Kapitel erläutert die Förderung des politischen Bewusstseins und die Bedeutung der Mitwirkung als zentrales Ziel der Bildungsarbeit.
6. Beutelsbacher Konsens: Der Konsens von 1976 wird als entscheidender Minimalkonsens der politischen Didaktik mit seinen Kernprinzipien vorgestellt.
7. Forderungen zur politischen Bildungsarbeit:: Detaillierte Auflistung der normativen Forderungen wie Kontroversität, Unparteilichkeit und Toleranz.
8. Methoden der politischen Bildung: Vergleich der methodischen Ansätze Frontalunterricht und Gruppenunterricht im Hinblick auf ihre Eignung für politische Lernziele.
9. Beurteilung: Die abschließende Stellungnahme resümiert die Notwendigkeit einer methodischen Kombination zur Erreichung der Bildungsziele.
Politische Bildung, Demokratie, Beutelsbacher Konsens, Mündigkeit, Überwältigungsverbot, Kontroversität, Politische Sozialisation, Gruppenunterricht, Frontalunterricht, Indoktrinationsverbot, Partizipation, Urteilsfähigkeit, Grundgesetz, politische Didaktik, Werteerziehung.
Die Arbeit analysiert die Ziele, Inhalte und methodischen Ansätze der politischen Bildung in Deutschland unter Berücksichtigung historischer und verfassungsrechtlicher Aspekte.
Im Fokus stehen die Notwendigkeit politischer Bildung, der Beutelsbacher Konsens, die didaktischen Prinzipien der Mündigkeit und die unterrichtspraktische Umsetzung.
Das Ziel ist es, die konsensfähigen Forderungen an die politische Bildungsarbeit herauszuarbeiten, die den Lernenden zur eigenständigen Analyse und politischen Mündigkeit befähigen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der maßgeblichen politikdidaktischen Werke sowie der kritischen Auswertung von Dokumenten zum politischen Unterricht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundmuster, die Analyse des Beutelsbacher Konsens, die Behandlung der normativen Anforderungen an Lehrende sowie den Vergleich von Unterrichtsmethoden.
Die wichtigsten Begriffe sind das Überwältigungsverbot, die Kontroversität, das Indoktrinationsverbot und die politische Mündigkeit der Lernenden.
Der Lehrende soll nicht missionieren, sondern als Moderator auftreten, der Kontroversen offenlegt und den Schüler zur eigenen Urteilsbildung anregt.
Während der Frontalunterricht der Wissensvermittlung dient, fördert der Gruppenunterricht zusätzlich soziale Kompetenzen, Solidarität und die Fähigkeit zur konstruktiven Konfliktlösung.
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