Diplomarbeit, 2007
171 Seiten, Note: sehr gut
1. Einleitung
2. Zur Entwicklung der Wohnmöglichkeiten für Menschen mit geistiger Behinderung
Geschichte der Unterbringung von Menschen mit geistiger Behinderung
Unterbringung und Verwahrlosung in psychiatrischen Anstalten
„Von der Fürsorge zum selbstbestimmten Leben“
Heimunterbringung bis heute
Entwicklungen seit 1980
Heimunterbringung im internationalen Vergleich
Neue Entwicklungen zum Heimgesetz
Aktuelle Paradigmen für das Wohnen von Menschen mit geistiger Behinderung
3. Die Neugestaltung des Wohnens für Menschen mit geistiger Behinderung
Wohnwünsche und –bedürfnisse
Wohnbedürfnisse – Die Funktion des Wohnens
Lebensqualität als Zielkategorie
Wohnwünsche von Menschen mit geistiger Behinderung
Formen des gemeindenahen Wohnens
Wohnen im Elternhaus
Wohnen in Gastfamilien
Gruppengegliederte Wohnheime
Möglichkeiten des betreuten Wohnens
Wohngemeinschaften von Menschen mit und ohne Behinderungen
Wohnen in der eigenen Wohnung
Eltern-Kind-Wohnen
Wohnvorbereitung: Trainingswohnen und Wohnschulen
Zusammenfassende Einschätzung
Unterstützungsangebote für gemeindenahes Wohnen
Regionale Verbundsysteme
Beratungsangebote
Krisenintervention
Community Care
Neues bürgerschaftliches Engagement
4. Die Bundesinitiative "Daheim statt Heim"
Allgemeines zu „Daheim statt Heim“
Zur Entwicklung der Bundesinitiative „Daheim statt Heim“
Forderungen und Ziele – geplante Umsetzung
Thesenpapier der Bundesinitiative „Daheim statt Heim“
Inklusion und Integration durch Heimabbau und Ambulantisierung
Marktsteuerung vs. bedarfsgerechte Unterstützung
Mitglieder der Bundesinitiative
Silvia Schmidt
Elke Bartz
Ottmar Miles-Paul
Karl Finke
Wolfram Scharenberg
Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner
Weitere geplante Aktionen
Das Kompetenzzentrum „Daheim statt Heim“
Die AG Heimgesetz der Bundesinitiative „Daheim statt Heim“
5. Empirischer Teil
Gegenstand und zentrale Fragestellungen der Untersuchung
Die Forschungsmethode
Auswahl der Probanden
Auswertung und Darstellung der Ergebnisse
6. Abschließende Gedanken
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Entwicklung von Wohnmöglichkeiten für Menschen mit geistiger Behinderung und analysiert kritisch das Konzept der stationären Unterbringung. Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie ein selbstbestimmtes und gemeindenahes Leben realisiert werden kann und inwieweit die Arbeit der Bundesinitiative "Daheim statt Heim" dazu beitragen kann, gesellschaftliche und politische Barrieren abzubauen sowie dezentrale Wohnformen zu fördern.
1. Einleitung
Dieses Sprichwort macht auf eine sehr einfache und doch nachvollziehbare Weise deutlich, was es bedeutet, ein Zuhause zu haben. Das eigene Zuhause ist ein Ort der Sicherheit und Geborgenheit. Es ist die sichere Basis, von der aus man die Welt erkunden kann, in dem beruhigenden Gefühl, dass man jederzeit in die Vertrautheit der eigenen vier Wände zurückkehren kann. Im eigenen Zuhause kann man sich wohl fühlen, kann man einfach man selbst sein und man kann sich selbst verwirklichen. Ein Zuhause kann sowohl eine eigene Wohnung sein, als auch ein eigenes Haus. Es kann ein Wohnraum sein, den man mit der eigenen Familie oder mit Freunden teilt.
Seit Menschengedenken haben sich die Menschen Wohnraum geschaffen. Das Wohnen zählt zu den Grundbedürfnissen des Menschen und kann in seiner Bedeutung kaum hoch genug eingeschätzt werden. BOLLNOW (1984, S. 123) beschreibt das Wohnen als Wesensbestimmung des Menschen. Wohnen ist nach seinen Ansichten die Grundvoraussetzung für die Selbstverwirklichung eines jeden Menschen. Ein Wohnraum grenzt von der Außenwelt ab, er schafft Intimität und Gestaltungspotenziale in räumlicher und sozialer Hinsicht.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die fundamentale Bedeutung des Wohnens für die menschliche Selbstverwirklichung und führt in die Problematik der Unterbringung von Menschen mit geistiger Behinderung ein.
2. Zur Entwicklung der Wohnmöglichkeiten für Menschen mit geistiger Behinderung: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Weg von der Anstaltspraxis hin zur Enthospitalisierung und heutigen Paradigmen der Inklusion und Selbstbestimmung nach.
3. Die Neugestaltung des Wohnens für Menschen mit geistiger Behinderung: Hier werden spezifische Wohnbedürfnisse analysiert sowie diverse gemeindenahe Wohnkonzepte – vom Elternhaus bis zur Wohngemeinschaft – und dazugehörige Unterstützungsangebote vorgestellt.
4. Die Bundesinitiative "Daheim statt Heim": Das Kapitel porträtiert die Entstehung, Ziele und Akteure der Bundesinitiative, die sich für den Stopp der Heimunterbringung und den Ausbau ambulanter Strukturen einsetzt.
5. Empirischer Teil: Die Autorin präsentiert eine eigene qualitative Untersuchung, in der führende Köpfe der Bundesinitiative zu Strategien, Erfolgen und aktuellen Problemfeldern ihrer Arbeit befragt wurden.
6. Abschließende Gedanken: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont die Dringlichkeit, den Prozess der Deinstitutionalisierung konsequent und unter Einbeziehung der Betroffenen voranzutreiben.
Geistige Behinderung, Wohnmöglichkeiten, Gemeindenahes Wohnen, Deinstitutionalisierung, Inklusion, Empowerment, Lebensqualität, Daheim statt Heim, ambulante Unterstützung, Teilhabe, Selbstbestimmung, Menschenrechte, Wohnbedürfnisse, Sozialraum, Assistenz
Die Arbeit befasst sich mit der Wohnsituation von Menschen mit geistiger Behinderung, analysiert die historischen Entwicklungen und untersucht moderne Konzepte für ein selbstbestimmtes, gemeindenahes Leben.
Zentrale Themen sind die Geschichte der Anstaltspflege, die Bedeutung von Wohnraum für die Lebensqualität, verschiedene Formen gemeindenahen Wohnens sowie die politische Lobbyarbeit der Bundesinitiative "Daheim statt Heim".
Die Arbeit zielt darauf ab, ein Bild der Bemühungen um gleichberechtigte Wohnmöglichkeiten zu zeichnen und zu prüfen, ob aktuelle Angebote tatsächlich den Bedürfnissen von Menschen mit (schwerer) geistiger Behinderung gerecht werden.
Die Autorin wählt einen qualitativen Forschungsansatz, um durch Experteninterviews mit führenden Mitgliedern der Bundesinitiative "Daheim statt Heim" detaillierte inhaltliche Einblicke in deren Arbeit zu gewinnen.
Der Hauptteil erstreckt sich von einer historischen Aufarbeitung über eine theoretische Fundierung des Wohnens und der Lebensqualität bis hin zur detaillierten Vorstellung und Analyse der Bundesinitiative.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Inklusion, Empowerment, Deinstitutionalisierung, gemeindenahes Wohnen, Assistenz und soziale Teilhabe.
Die Befragten bewerten die bisherige Entwicklung positiv, heben besonders den wachsenden Bekanntheitsgrad hervor, weisen jedoch auf die Herausforderungen bei der Finanzierung und der strukturellen Organisation hin.
Die Experten betonen, dass der Titel zwar provokant gewählt ist, um Widerstände bei Heimbetreibern zu erzeugen, er aber keineswegs ein pauschales Zurückdrängen in die elterliche Obhut fordert, sondern bedarfsgerechte ambulante Assistenz in den Vordergrund stellt.
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