Diplomarbeit, 2005
38 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Erläuterungen zur Arbeitsweise
3. Das handelnde Subjekt bei Max Weber
3.1. Herrschaftliche Strukturen
3.2. Idealtypus Bürokratie
3.3. Klasse, Stand und Statusunterschiede
3.4. Klassenkampf und Partei
3.5. Tendenz der gesellschaftlichen Entwicklung
4. Das handelnde Subjekt bei Niklas Luhmann
4.1. System und Umwelt
4.2. Psychische und soziale Systeme
4.3. Das Individuum in der Gesellschaft
4.4. Kommunikation
4.5. Doppelte Kontingenz
4.6. Interpenetration
5. Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht die theoretische Bedeutung des handelnden Subjekts in den Gesellschaftstheorien von Max Weber und Niklas Luhmann. Dabei wird analysiert, inwiefern sich beide Ansätze methodisch unterscheiden: Während Weber das Handeln aus einer subjektiven, sinnhaften Perspektive erklärt, ordnet Luhmann das Individuum als Teil einer komplexen Systemtheorie unter, in der soziale Systeme Vorrang vor dem Einzelnen haben.
3.1. Herrschaftliche Strukturen
„Herrschaft soll heißen die Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden.“ (Weber, 1985, S. 28) Weber grenzt seine Definition dann noch gegenüber den Begrifflichkeiten der Macht und der Disziplin ab. „Der soziologische Begriff der Herrschaft muss ein präziser sein und kann nur bedeuten: für eine Anweisung Fügsamkeit zu finden.“ (vgl. Weber, 1985, S. 29)
Die Motive dieser Fügsamkeit können dabei sowohl materieller und damit zweckrationaler Art sein, als auch auf moralischen Ansichten und Werten beruhen. Herrschaft bedingt sich bei Weber aus dem Glauben der Herrschenden, rechtmäßig zu Herrschen und dem Glauben der Beherrschten an die in sich ruhende Ordnung und Stimmigkeit des Herrschaftssystems. Dieser für ihn wichtige Faktor stellt die Legitimation dar, welche eine Dauerhaftigkeit herrschaftlicher Strukturen garantiert. Hieraus entwickelt sich dann die Notwendigkeit, Argumente ihrer Rechtmäßigkeit zu produzieren und diese ständig neu zu artikulieren.
1. Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel fest, die Bedeutung des handelnden Subjekts bei Weber und Luhmann zu vergleichen, wobei die Frage nach dem Einfluss des Individuums auf soziale Strukturen im Vordergrund steht.
2. Erläuterungen zur Arbeitsweise: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau der Arbeit und begründet die methodische Entscheidung, die Begriffe in Anlehnung an Weber und Luhmann zu wählen, um eine größtmögliche Transparenz der Theorien zu erreichen.
3. Das handelnde Subjekt bei Max Weber: Weber wird als Vertreter einer handlungstheoretischen Perspektive analysiert, in der das Individuum durch Sinnzuschreibungen und Rationalisierungsprozesse die soziale Wirklichkeit maßgeblich beeinflusst.
4. Das handelnde Subjekt bei Niklas Luhmann: Luhmanns systemtheoretischer Ansatz wird dargestellt, in dem nicht das Individuum, sondern soziale Systeme und Kommunikation die zentralen Akteure bei der Bildung gesellschaftlicher Strukturen sind.
5. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass bei Weber das Individuum als sinnstiftender Kulturmensch agiert, während bei Luhmann das Individuum als Teil der Umwelt sozialer Systeme betrachtet wird.
Max Weber, Niklas Luhmann, Gesellschaftstheorie, Handelndes Subjekt, Herrschaft, Idealtypus, Systemtheorie, Kommunikation, Doppelte Kontingenz, Interpenetration, Rationalisierung, Sinn, Autopoiesis, Soziales System, Sozialisation.
Die Arbeit vergleicht die unterschiedlichen soziologischen Perspektiven von Max Weber und Niklas Luhmann hinsichtlich der Bedeutung des handelnden Subjekts.
Die zentralen Themen umfassen Herrschaftsstrukturen, Rationalisierung, Systemdenken, Kommunikationstheorie und die Frage nach der Handlungsfähigkeit von Individuen innerhalb gesellschaftlicher Systeme.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob menschliches Handeln aktiv soziale Strukturen formt oder ob Individuen lediglich in einem vorgegebenen systemischen Rahmen agieren.
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse soziologischer Theorien unter Rückgriff auf die Primärliteratur von Weber und Luhmann sowie einschlägige systemtheoretische Sekundärquellen.
Der Hauptteil analysiert Webers handlungstheoretische Ansätze (Idealtypen, Bürokratie) und Luhmanns systemtheoretische Konzepte (Differenz System/Umwelt, Autopoiesis).
Wichtige Begriffe sind unter anderem Macht, Legitimation, Sinnhaftigkeit, Kommunikation, Autopoiesis und Interpenetration.
Luhmann nutzt den Begriff „Person“ als eine durch Kommunikation stabilisierte Struktur, um das Individuum als komplexes psychisches System von sozialen Systemen trennen zu können.
Die Arbeit interpretiert Webers Sicht als eher düster, da er die zunehmende Rationalisierung als eine „Parzellierung der Seele“ und Entseelung des Menschen wahrnahm.
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