Masterarbeit, 2007
117 Seiten, Note: 1,6
Teil I Einführung
1. Problemdarstellung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Aufbau und Zielsetzung
2. Präzisierung der Fachbegriffe des Themas
2.1 Problem-Based Learning
2.2 Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Ausbildung in der allgemeinen Gesundheits- und Krankenpflege in Österreich
2.3 Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am Kardinal Schwarzenberg´schen Krankenhaus in Schwarzach/Pongau
Teil II Theoretische Grundlagen und Begrifflichkeiten
3. Gesetzliche Rahmenbedingungen für die allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege in Österreich
3.1 Gesundheits- und Krankenpflegegesetz
3.1.1 Allgemeine Berufspflichten
3.1.2 Tätigkeitsbereiche
3.2 Gesundheits- und Krankenpflege-Ausbildungsverordnung
3.2.1 Ausbildungsziele
3.2.2 Didaktische Grundsätze
3.2.3 Theoretische Ausbildung
3.3 Offenes Curriculum für die Ausbildung in allgemeiner Gesundheits- und Krankenpflege
3.3.1 Pflegeverständnis
3.3.2 Bildungsverständnis
3.3.3 Didaktische Ansätze
3.3.4 Konzeptioneller Rahmen
Teil III Das Konzept des PBL im Unterricht
4. Problem-Based Learning
4.1 Ziele des PBL
4.2 Geschichte des PBL
4.3 Definition „Problem“
4.4 Lerntheoretischer und didaktischer Bezugsrahmen
4.4.1 Gemäßigter Konstruktivismus
4.4.2 Gestaltung einer konstruktivistischen Lernumgebung
4.4.3 Subjektive Theorien
4.5 Die Unterrichtsgruppe im PBL
4.5.1 Definition Unterrichtsgruppe
4.5.2 Kommunikation und interaktive Einstellung
4.5.3 Die verschiedenen Rollen
4.6 Lernmethode des PBL - der Siebensprung
4.6.1 Begriffsklärung
4.6.2 Problemdefinition
4.6.3 Problemanalyse
4.6.4 Systematische Ordnung
4.6.5 Lernzielformulierung
4.6.6 Selbststudium
4.6.7 Synthetisierung
4.7 Die Studienlandschaft im PBL
4.7.1 Notwendige Rahmenbedingungen
4.7.2 Lernumgebung, soziales Netzwerk
4.8 Chancen durch den Einsatz von PBL
4.8.1 Qualifikationen für die Zukunft
4.8.2 Evidence-based Nursing
4.8.3 Kompetenzsteigerung
4.9 Aufgaben der Tutorin/ des Tutors
4.9.1 Aufgabenfelder und Fähigkeiten der/des Vortragenden
4.9.2 Die Rolle der Tutorin/ des Tutors
Teil IV Überlegungen einer Implementierung des PBL an der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege in Schwarzach/Pongau
5. Grundsätzliche Überlegungen für die Planung einer Unterrichts-Sequenz in Form von PBL
5.1 Vorbereitung
5.2 Integration in das Gesamtkonzept des Unterrichts
5.3 Schulung der Unterrichtsgruppe
5.4 Wesentliche Kriterien für die Schritte eins bis fünf
5.5 Wesentliche Kriterien für die Schritte sechs und sieben
6. Konsequenzen für die Zukunft
7. Grenzen des PBL
Teil V Schlussbetrachtungen und Zusammenfassung
8. Vision und Ausblick
9. Zusammenfassung und Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten der Implementierung der Lehrmethode „Problem-Based Learning“ (PBL) in die Ausbildung zum gehobenen Dienst der Gesundheits- und Krankenpflege in Österreich, insbesondere an der Schule in Schwarzach/Pongau. Ziel ist es, die didaktischen Vorteile dieser Methode im Hinblick auf den Erwerb von fachlichen, sozialen und methodischen Schlüsselqualifikationen aufzuzeigen und die notwendigen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung zu definieren.
1. Problemdarstellung
Seit den 1970-er Jahren ist bekannt, dass die Abbilddidaktik, das Vorgeben von Lösungen, von der Animationsdidaktik, der Anregung zur eigenen Lösungssuche, abgelöst werden sollte. Die Lehrer/innen sollten sich von der bis ins letzte Detail ausstrukturierten Unterrichtsvorbereitung inkl. der Präsentation, Folien und Merkblätter verabschieden, da diese neben der großen Arbeitsintensität in der Vorbereitung hauptsächlich dem Lehrer/ der Lehrerin Erkenntnisse bringen. Die Darbietungen werden zwar von den Auszubildenden gelernt und bei Prüfungen wiedergegeben, haben aber wenig Umsetzungseinfluss auf die Praxis, vor allem, weil dieses träge Wissen selten mit dem Vorwissen der Auszubildenden verknüpft wird.1 Generell ist im österreichischen Schulsystem ein Leistungsdenken verankert, welches sich vor allem auf Faktenwissen bezieht. Das heißt, der Erfolg bzw. Misserfolg hängen davon ab, wie gut oder schlecht die Reproduktion von Faktenwissen bei einer Prüfung zu einem festgelegten Zeitpunkt gelingt. Im Grunde genommen ist es in der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung (GuK-AV) nicht anders. So heißt es in der Ausbildungsverordnung (GuK-AV): „Im Rahmen einer Einzelprüfung oder Teilprüfung Einzelprüfung hat die Lehrkraft des betreffenden Unterrichtsfaches die theoretischen Kenntnisse des Schülers über die Lehrinhalte dieses Unterrichtsfaches im jeweiligen Ausbildungsjahr und die entsprechenden praktischen Fertigkeiten zu überprüfen.“2 Welche positiven Auswirkungen die Nutzung und Aktivierung des Vorwissens der Lernenden auf ein behaltenes und somit abrufbares Wissen für die Praxis hat, wird vor allem im lerntheoretischen und didaktischen Bezugsrahmen des Problem-Based Learning unter der Überschrift subjektive Theorien erläutert.
Teil I Einführung: Dieses Kapitel stellt die Ausgangssituation der Pflegeausbildung dar, definiert die Zielsetzung der Arbeit und führt in die Thematik des Problem-Based Learning ein.
Teil II Theoretische Grundlagen und Begrifflichkeiten: Hier werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen, das Ausbildungsziel sowie der konzeptionelle Rahmen des Curriculums für die Ausbildung in der allgemeinen Gesundheits- und Krankenpflege detailliert erläutert.
Teil III Das Konzept des PBL im Unterricht: Dieses Kapitel widmet sich tiefgehend der PBL-Methode, ihren lerntheoretischen Wurzeln, dem Prozess des „Siebensprungs“ sowie der Rolle der Lehrenden und der Studienlandschaft.
Teil IV Überlegungen einer Implementierung des PBL an der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege in Schwarzach/Pongau: Dieser Abschnitt analysiert die konkrete Umsetzbarkeit des PBL-Ansatzes unter Berücksichtigung der spezifischen Bedingungen an der Schule in Schwarzach.
Teil V Schlussbetrachtungen und Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Vision für die zukünftige Entwicklung der Ausbildung und einer Zusammenfassung der Erkenntnisse ab.
Problem-Based Learning, PBL, Gesundheits- und Krankenpflege, Pflegeausbildung, Siebensprung, Konstruktivismus, Didaktik, Schlüsselqualifikationen, Tutorin, Lehrerrolle, Curriculum, Pflegewissenschaft, Ausbildungsverordnung, Selbstgesteuertes Lernen, Fachkompetenz.
Die Arbeit untersucht die Eignung der Lehrmethode „Problem-Based Learning“ (PBL) zur Verbesserung der Qualität in der Ausbildung zum gehobenen Dienst der Gesundheits- und Krankenpflege in Österreich.
Im Fokus stehen die gesetzlichen Rahmenbedingungen, lerntheoretische Grundlagen, die methodische Ausgestaltung des „Siebensprungs“ und die spezifischen Anforderungen an Lehrende in einem PBL-gestützten Unterricht.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie PBL dazu beitragen kann, Schüler/innen zu befähigen, Wissen und Fähigkeiten nachhaltig zu erwerben, um berufliche Probleme in Alltag und Praxis erfolgreich zu bewältigen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse unter Einbeziehung der einschlägigen pflegepädagogischen Fachliteratur und der geltenden österreichischen Gesetzgebung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die detaillierte Darstellung der PBL-Methode, die Analyse der Tutorenrolle und eine kritische Diskussion zur Implementierung in das bestehende Curriculum.
Kernbegriffe sind PBL, konstruktivistisches Lernen, Pflegeausbildung, Siebensprung, Kompetenzorientierung und die Rolle der Lehrenden als Lernbegleiter.
Im PBL-Ansatz ändert sich die Rolle von der Wissensvermittlung hin zur Lernbegleitung; der Tutor muss den Gruppenprozess moderieren, ohne die Lösung vorzugeben, was hohe didaktische und soziale Kompetenzen erfordert.
Obwohl das Curriculum sehr strukturiert ist, bietet es in Form des „offenen Curriculums“ Freiräume, um pflegerelevante Themen mittels PBL-Sequenzen lernfeldorientiert und handlungsorientiert zu unterrichten.
Herausforderungen liegen in der notwendigen Umstellung des Lehrverständnisses, dem erhöhten Zeitaufwand, dem Widerstand gegenüber neuen Methoden und der Notwendigkeit einer konsequenten Schulung des Lehrpersonals.
Subjektive Theorien der Lernenden beeinflussen ihr Handeln maßgeblich; durch PBL sollen diese bewusst gemacht und reflektiert werden, um einen nachhaltigen Transfer von der Theorie in die pflegerische Praxis zu ermöglichen.
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