Magisterarbeit, 2008
121 Seiten, Note: 2
Kapitel 1 Hürden und Hindernisse auf dem Weg zu einem einheitlichen Europa
1. Auflösung der Heterogenität Europas und ihre soziale Bedeutung
2. Die Angst vor der Andersartigkeit
3. Ein Kontinent in Disharmonie
3.1 Teilung Europas im Rückblick
3.2 Kleine Städte, große Hindernisse – Das Schicksal der Grenzstädte an der Oder-Neiße-Linie
4. Die Signifikanz von Grenzen
Kapitel 2 An der deutsch-polnischen Grenze – Nostalgie oder Reformierung?
1. Fallbeispiele: Guben und Görlitz
1.1 Die Signifikanz von Brücken nach G. Simmel im Kontext deutsch-polnischer Verbindungen
1.2 Görlitz - Stadtentwicklung
1.2.1 Das Wunder von Görlitz - Aus dem Dornröschenschlaf in den Mittelpunkt eines europäisch-kulturellen Wettbewerbs
1.3 Guben – Stadtentwicklung
1.3.1 Guben und Gubin – eine Ruine verbindet
2. Besondere Herausforderung von Lokalpolitikern binationaler Städte
Kapitel 3 Europäische Identität durch real existierender Kosmopolitismus
1. Der Versuch einer europäischen Identitätsbildung
2. Idealer Kosmopolitismus versus real existierender Kosmopolitismus
2.1 das kosmopolitische Europa nach U. Beck und E. Grande
2.2 Die Bedeutung der zivilgesellschaftlichen Akteure
Kapitel 4 Ambivalenzen im Grenzgebiet
1. Unzuverlässigkeit als Charaktereigenschaft der eigenen Nation
2. Eine fremde Nation als Zukunftsretter
Die vorliegende Arbeit untersucht die soziokulturellen und ökonomischen Herausforderungen von Grenzstädten im Kontext der europäischen Integration. Im Fokus steht die Forschungsfrage, wie durch "real existierenden Kosmopolitismus" und soziale Annäherungsprozesse in binationalen Städten wie Görlitz und Guben eine neue städtische Identität gebildet werden kann, um der Marginalisierung und Abwanderung in strukturschwachen Grenzregionen entgegenzuwirken.
3. Ein Kontinent in Disharmonie
Dass Westeuropa zur EU gehören würde, schien selbstverständlich gewesen zu sein. Auch wenn Norwegen, Island und die Schweiz nicht dazu gehören wollten, ist ersichtlich, dass diese Länder trotzdem zu Europa zählen und diese die Außengrenzen der EU nicht bedrohen. Wie bereits erwähnt, werden diese Grenzen geographisch im Süden, Westen sowie im Norden durch große Gewässer klar definiert. Aber auch Europas Osten darf nicht außer Acht gelassen werden. Somit stellt sich auch hier wieder die Frage: was ist eigentlich Osteuropa und wo fängt es an, wo hört es auf? Hinzu kommen Ungewissheit und Angst ob es überhaupt gut ist, dass die Grenzen zu Osteuropa geöffnet werden aufgrund von einem starken Gefälle von Einkommen und Wirtschaftskraft. Dieses Wohlstandsgefälle in Europa könnte nämlich zu einer starken Einwanderung aus den neuen Mitgliedstaaten führen und somit Arbeitsplätze, Gesundheits- und Sozialsysteme und sogar den sozialen Frieden in den EU-Ländern gefährden.
Kapitel 1 Hürden und Hindernisse auf dem Weg zu einem einheitlichen Europa: Dieses Kapitel thematisiert die psychologischen und historischen Barrieren, die durch die Globalisierung und die europäische Integration entstehen, und erörtert, warum Xenophobie ein Hindernis für ein vereintes Europa darstellt.
Kapitel 2 An der deutsch-polnischen Grenze – Nostalgie oder Reformierung?: Hier werden die Fallbeispiele Görlitz und Guben detailliert analysiert, um aufzuzeigen, wie lokale Identitätskrisen bewältigt werden können und welche Rolle dabei städtebauliche Projekte spielen.
Kapitel 3 Europäische Identität durch real existierender Kosmopolitismus: Dieses Kapitel widmet sich der theoretischen Fundierung des Kosmopolitismus nach Beck und Grande und erklärt, wie zivilgesellschaftliche Akteure eine neue, grenzübergreifende Identität schaffen können.
Kapitel 4 Ambivalenzen im Grenzgebiet: Abschließend werden die Ambivalenzen der Grenzbewohner zwischen nationaler Skepsis und der Hoffnung auf eine durch den Nachbarn ermöglichte Zukunft beleuchtet.
Europäische Integration, Grenzstädte, Kosmopolitismus, Identitätsbildung, Görlitz, Guben, Deutsch-polnische Grenze, Globalisierung, Xenophobie, Regionalentwicklung, Transformation, Sozialökonomisches Gefälle, Zivilgesellschaft, Brückentheorie, Europastadt.
Die Arbeit analysiert die soziologischen und politischen Schwierigkeiten, mit denen Menschen in Grenzregionen konfrontiert sind, wenn sie versuchen, in einem zusammenwachsenden Europa Identität und ökonomische Stabilität zu finden.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen der Globalisierung, der Wandel von Grenzstädten, die Theorie des Kosmopolitismus sowie die Rolle von Lokalpolitik und bürgerschaftlichem Engagement in binationalen Städten.
Das Ziel ist es zu ergründen, ob und wie soziale Interaktion und eine kosmopolitische Identitätsbildung die wirtschaftliche und gesellschaftliche Abwärtsspirale schrumpfender Grenzstädte abmildern oder umkehren können.
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse soziologischer Theorien (insbesondere von Georg Simmel, Ulrich Beck und Edgar Grande) sowie auf die Auswertung von Experteninterviews mit Lokalpolitikern aus Görlitz und Guben.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Diskussion der EU-Integration, die detaillierte Darstellung der Fallbeispiele Görlitz und Guben sowie die Gegenüberstellung von idealem und real existierendem Kosmopolitismus.
Die wichtigsten Schlagworte sind Europäische Integration, binationale Stadt, Kosmopolitismus, Identitätsbildung und Strukturwandel.
Görlitz wird als Beispiel für eine erfolgreiche, wenn auch symbolisch geprägte, kulturelle Neupositionierung durch die Kulturhauptstadtbewerbung dargestellt, während Guben einen schwierigeren Annäherungsprozess durchläuft und stärker unter wirtschaftlichen Strukturproblemen leidet.
Die Interviews mit U. Kleinmann und G. Heinemann dienen dazu, die abstrakten soziologischen Theorien mit der gelebten Alltagsrealität und den konkreten Handlungsmustern von Entscheidungsträgern vor Ort zu verknüpfen.
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